18.04.2017 - 20:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Jugendbeauftragter angefressen

Kritik ist Jugendbeauftragter Martin Kastner irgendwie schon gewohnt. Dass aber nun auch noch über die sozialen Medien über die Jugendarbeit geschimpft wird, bringt für ihn das Fass endgültig zum Überlaufen.

"Nicht alle Mitbürger erleben Kinder als Geschenk. Manche sehen Kinder sogar als Störenfriede an, gerade in punkto Ferienprogramm ist dies der Fall." Zitat: Jugendbeauftragter Martin Kastner
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Nach reiflicher Überlegung hat er sich dazu entschlossen, mit diesem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen. "Die Kritik ist völlig ungerechtfertigt", schimpft er. "Mit viel Leidenschaft pflege ich mittlerweile knapp vier Jahre die Jugendarbeit in Erbendorf. Ich konnte dabei viele Erfolge verzeichnen und sehr viele Kinder begeistern."

Leuchtende Kinderaugen seien der Beweis, wie gut die Angebote ankämen. Ganz und gar nicht verstehen kann er die Kritik am Ferienprogramm der Stadt. "Das ist immer wieder das Highlight in den Sommerferien. Ich mache das wirklich mit viel Leidenschaft." Es vergehe fast kein Tag, an dem er nicht mit seinem Ehrenamt beschäftigt sei. "Kinder und Jugendliche zu begeistern, das ist für mich fast schon zur Lebensaufgabe geworden."

Die negativen Stimmen wurmen ihn mittlerweile gewaltig. Er hat nämlich festgestellt, dass es dabei oft um ganz andere Dinge gehe: "Nicht alle Mitbürger erleben Kinder als Geschenk. Manche sehen Kinder sogar als Störenfriede an, gerade in punkto Ferienprogramm ist dies der Fall, wenn wir viele Aktionen und Veranstaltungen abhalten."

Vor kurzem habe er nun eine private Nachricht via Facebook bekommen, dass er ja gar nicht wisse, was Erbendorfs Kinder und Jugendliche bräuchten. Von einem Zitat fühlte er sich dabei persönlich angegriffen. Es ist darin die Rede davon gewesen, "dass man die jetzige Jugend eh vergessen könne, dass die Jugendarbeit nur Geld verbrenne und Erbendorf stinklangweilig geworden sei".

Früher, da sei die Jugend noch im Café Kohr, im Café Lindner oder im "Roten Ross" beisammen gesessen ... Jetzt würden da nur noch Rentner drinsitzen. Der Vorwurf des Verfassers dieser Zeilen, den der Jugendbeauftragte nicht nennen will: "Du hast null Ahnung von unserer Zeit, du machst nix für die Kinder! ... Alles nur noch nervig in Erbendorf!"

Er habe dem Kritiker zurückgeschrieben, was er besser machen solle, aber keine Antwort erhalten. Kastner: "Ich setze mich für die Kinder und Jugendlichen ein, versuche jedes Jahr, das Ferienprogramm zu vergrößern. Klar gibt es Luft nach oben, die wird es aber immer geben. Wir versuchen ständig besser zu werden! Klar wird es immer solche Menschen geben, die einen als Widersacher sehen. Weshalb mich solche Aussagen einfach nur stören ist, dass man persönlich angegriffen wird. Man macht sich dann wirklich Gedanken, ob man für den Ort, die Kinder und Jugendlichen zu wenig macht."

Vereine profitieren

Es gebe in Erbendorf bereits etliche Vereine, die von der Jugendarbeit und dem Ferienprogramm profitierten. Die Feuerwehr und der Spielmannszug hätten dadurch zum Beispiel viele neue Mitglieder bekommen. Auch der Zitherclub freue sich über viel Nachwuchs, so Kastner, der beruflich Agrar-Disponent für Landhandel ist.

Bei aller Kritik dürfe man nicht vergessen, dass der Jugendbeauftragte in Erbendorf ein Ehrenamt sei und er freiwillige Arbeit leiste. "Und ich behaupte, dass ich mit den Kindern und Jugendlichen in Erbendorf gut zusammenarbeite und somit etwas Großartiges bewege. Die Kinder und Jugendlichen sind unsere Zukunft! Gerade deshalb finde ich es als Beauftragter so wichtig, dass etwas für die Kinder und Jugendlichen geleistet wird!"

Nicht alle Mitbürger erleben Kinder als Geschenk. Manche sehen Kinder sogar als Störenfriede an, gerade in punkto Ferienprogramm ist dies der Fall.Jugendbeauftragter Martin Kastner

Drei Beauftragte ernannt

Der Jugendbeauftragte ist ein vom Stadtrat geschaffenes Ehrenamt. Er vertritt als parteiischer Anwalt die Interessen der Kinder und Jugendlichen und dient als Ansprechpartner für sie. Seine Aufgaben sind:

Kontakt der Stadtverwaltung/des Stadtrats zur Kinder- und Jugendarbeit herzustellen

Die Zusammenarbeit mit Personen, Gruppen und Initiativen, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind zu koordinieren

Belange der Kinder und Jugendlichen im Stadtrat zu präsentieren

Kontaktaufnahme und -pflege zur Jugendhilfe im überörtlichen Bereich.

Insgesamt hat der Erbendorfer Stadtrat drei Aufgabenfelder mit Beauftragten besetzt. Neben dem Jugendbeauftragten gibt es noch eine Seniorenbeauftragte (Stadtbedienstete Monika Schäfer) sowie einen Familienbeauftragten (Stadtrat Karlheinz Rottmann).

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