Zwei große Gefahren für Hunde
Schnauze halten

"Nikita" ist agil und neugierig. Sie setzt ihr Riechorgan permanent zu "Forschungszwecken" ein. Hier kann Herrchen nur hoffen, dass nichts herumliegt, mit dem die Hündin keinesfalls in Kontakt kommen sollte. Bild: gsb
Freizeit
Erbendorf
12.01.2018
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Frage: Was ist ein Staubsauger ohne Stromkabel? Antwort: Ein nicht perfekt erzogener Hund, der alles Essbare augenblicklich "inhaliert", das ihm vor die Schnauze kommt. Dieses Verhalten birgt zwei große Gefahren.

Unkontrolliert futternde Vierbeiner werden oft zu dick. Darüber hinaus steigt natürlich das Risiko, einen Giftköder aufzunehmen. Im Landkreis Tirschenreuth müssen sich die Tierhalter anscheinend in erster Linie Gedanken um das Körpergewicht ihres Lieblings machen. "Unnatürliche Todesfälle" kamen vor, sind aber in den vergangenen Jahren an einer Hand abzuzählen.

Nicht erst seit der jüngsten Themensendung des berühmtesten deutschen "Hundeprofis" Martin Rütter auf Vox ist eine der größten Ängste von Frauchen und Herrchen, dass ihr Schützling Opfer eines Hundehassers wird. Und hier sind bundesweit der kranken Fantasie offenbar keine Grenzen gesetzt: Rasierklingen in der Knackwurst, die heimlich im Gebüsch platziert wird, oder Gift auf einer Scheibe Leberkäse, die auf der Wiese herumliegt.

In der Region ist das Gefahrenpotenzial eher unten angesiedelt. Offizielle Stellen haben wenig bis nichts zu berichten. Im Polizeipräsidium Regensburg und auch bei der Inspektion in Kemnath werden keine Statistiken geführt. Und auch im Gedächtnis der Ordnungshüter sind keine besonderen Fälle haften geblieben. Aber man weiß ja nie.

Dieser Tage meldete sich ein Mann aus dem westlichen Landkreis bei den Ordnungshütern. Er war mit seinem Hund an einem Weiher in der Nähe eines Campingplatzes unterwegs. Sein Gefährte lief frei umher und war zumindest kurzzeitig außerhalb des Sichtfelds seines Herrn unterwegs. Nach dem Spaziergang fühlte sich das Tier sichtlich unwohl und musste dringend zum Veterinär. Im Netz wird das "Ereignis" bereits ausgiebig diskutiert.

Die behördliche Ursachenforschung brachte bislang kein Ergebnis, gab aber ebenso wenig Anlass zur Besorgnis. Nach aktuellem Kenntnisstand dürfte wohl kein Giftköder im Spiel gewesen sein. Ob eine Anfang des Monats vorausgegangene Behandlung des betroffenen Hundes in einer Tierarztpraxis möglicherweise Spätfolgen zeitigte, kann nicht ausgeschlossen werden.

Experten raten, Hunde grundsätzlich immer ganz genau im Blick zu haben und im Zweifelsfall anzuleinen. Übrigens können Vergiftungserscheinungen auch bei Ausflügen über frisch gedüngte oder geodelte Felder und Wiesen auftreten oder wenn im Garten Schneckenkorn oder ähnliche Substanzen ausgelegt werden und keiner auf den Hund achtet. Solche Situationen sind keine Seltenheit im tierärztlichen Arbeitsalltag.

Und wenn Bello & Co. vermutlich eine (lebens)gefährliche Substanz aufgenommen haben, gibt es nur einen sinnvollen Weg: Unverzüglich zum Tierarzt. Unsachgemäße Erste Hilfe könnte alles nur noch schlimmer machen.
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