06.09.2017 - 20:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Heimatpflegeverein feiert 115-jähriges Jubiläum Alternde Schönheit

Schon eine Weile gibt es das Heimat- und Bergbaumuseum im ehemaligen Schulschwesternhaus in der Kirchgasse - 20 Jahre lang, um genau zu sein. Dass dort alles läuft, dafür sorgt der Heimatpflegeverein. Und der ist wesentlich älter.

Das Schulwesternhaus im Jahr 1925. Am Eck steht der Lehrer und Chronist Joseph Höser mit zwei seiner Töchter. Übrigens wurde Höser in diesem Haus im Jahre 1890 geboren. Bilder: njn (2)
von Jochen NeumannProfil

Im nächsten Jahr blickt der Verein auf 115 Jahre Tätigkeit. Die Idee der Gründung dieses kulturtragenden Vereins geht aber bereits in das 19. Jahrhundert zurück. Auslöser dürfte die Initiative des Oberlehrers Roll gewesen sein, der durch das Pflanzen von Bäumen die Stadt verschönern wollte. So wurden am 13. April 1880 in der "Brücklgasse", der heutigen Kemnather Straße, 25 Linden und 10 Kastanienbäume gepflanzt. Weitere Bäume folgten. Nach den Akten des Stadtarchivs war die offizielle Gründung des "Verschönerungsvereins Erbendorf" schließlich im Jahr 1903.

Um das Jahr 1910 regte der Verschönerungsverein an, den Röhrenkasten bei der Mariensäule, damals noch im Kreuzungsbereich am Marktplatz, durch einen Springbrunnen zu ersetzen. 1925 folgte die Umbenennung des "Verschönerungsverein Erbendorf" in den "Verein für Heimatpflege im südlichen Fichtelnaab- und Steinwaldgau". Schon damals wurde der Verein kurz und bündig "Heimatpflegeverein" genannt - sein Ziel, ein Heimatmuseum schaffen.

Auf Vorschlag des Vereins wurden im Jahr 1930 die vier Kastanienbäume um die Mariensäule im Kreuzungsbereich am Marktplatz beseitigt und durch Rotdornbäumchen ersetzt. Im Dritten Reich kam die Vereinsarbeit schließlich mehr und mehr zum Erliegen. Jedoch hat der Heimatpflegeverein im Rahmen des nationalsozialistischen Programms "Schönheit in Stadt und Land" in Zusammenarbeit mit der Stadt den Weg geebnet, einen Teil der Bergwerksbrache zu einem Fußballplatz umzugestalten, der übrigens heute noch existiert.

Die Wiedergründung als "Heimatpflegeverein Erbendorf e.V." erfolgte 1949. Neben der Ortsverschönerung lag dem Verein vor allem der Tourismus am Herzen. Volksmusikabende für die Urlaubsgäste gehörten hier ebenso dazu wie die touristischen Wanderwegweiser.

Eins der wichtigsten Ziele des Vereins, ein Heimatmuseum zu errichten, konnte erst 1995 realisiert werden. Mit Unterstützung der Stadt Erbendorf konnten einige Räume im ehemaligen Schulschwesternhaus in der Kirchgasse zur Verfügung gestellt werden. Unter Bürgermeister Hans Donko wurde wenige Jahre später das Gebäude renoviert.

Im Jahr 2014 wurde durch den Ausbau des Dachgeschosses weiterer Ausstellungsraum gewonnen. Besonders unter dem langjährigen Vorsitzenden und Museumsleiters Joe Heinl verzeichnete das Museum einen Aufschwung. Nach seinem Tod folgte als Museumsleiter der Vorsitzende des Heimatpflegevereins, Manfred Klöble.

Die Mitglieder des Vereins sorgen heute für den Betrieb des Museums mit seinen zahlreichen Dauerausstellungen, vom Tante Emma-Laden über eine große Gesteinssammlung bis zur Bergwerkgeschichte. Um das Museum aktuell zu halten, finden regelmäßig Sonderausstellungen statt. Zurzeit ist im Heimatmuseum noch die Sonderausstellung "175 Jahre Wiederannahme der Bezeichnung Stadt" zu sehen. Geöffnet ist das Museum am Sonntag, 10. September, von 14 bis 16 Uhr sowie bis Ende September jeden Mittwoch zur gleichen Zeit.

"Neue Mitglieder sind in unserem Verein gerne gesehen", sagt Museumsleiter Manfred Klöble. An der Heimatpflege und am Museum Interessierte können sich jederzeit informieren. Vertreten ist das Heimatmuseum auch im Internet unter http://heimatmuseum.erbendorf.de sowie auf Facebook.

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