Auftakt zur Umsetzung der "Natura 2000" - Managementplan im Raum Erbendorf realisierbar
Borstgras, Heide und Felsen

Lokales
Erbendorf
20.04.2013
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"Der Managementplan für die FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat) im Raum Erbendorf ist durchführbar." Das stellte Dagmar Seewaldt-Bösl von der Höheren Naturschützbehörde an der Regierung der Oberpfalz beim Runden Tisch zum Natura 2000-Gebiet "Serpentinitstandorte in der Oberpfalz" fest.

Die Grundeigentümer würden zu keinerlei Maßnahmen gezwungen. "Es freut uns, dass der Managemententwurf in Erbendorf so gut angekommen ist", sagte sie.

Unter dem Namen "Natura 2000" hat der Freistaat Bayern ein europaweites zusammenhängendes ökologisches Netz aus FFH-Gebieten (Fauna-Flora-Habitat) und Vogelschutzgebieten (SPA) eingerichtet. Nachdem bereits im Oktober 2009 die Auftaktveranstaltung für die Erstellung des Managementplans erfolgt ist, konnte der Diplom-Biologe Rainer Woschée aus Neunburg vorm Wald im Rathaus den betroffenen Grundstückseigentümern den Entwurf des Managementplans für den Raum Erbendorf vorstellen.

Für jedes Areal ein Plan

Neben Grundstückseigentümern nahmen an der Sitzung auch Vertreter vom Naturschutz, Naturpark Steinwald, der Bayerischen Staatsforsten, des Landratsamts und Amts für Landwirtschaft sowie der Stadtverwaltung teil. "Gemäß der FFH-Richtlinie wurde für jedes dieser Gebiete ein Managementplan erstellt, um einen günstigen Erhaltungszustand der Lebensraumtypen und Arten zu gewährleisten", sagte Rainer Woschée, der für die Erstellung verantwortlich zeichnete.
Neben der Festlegung der notwendigen Erhaltungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen sowie einer Handlungsanleitung für die umsetzenden Behörden müsse nach Meinung des Fachmanns die Öffentlichkeit intensiv beteiligt werden. Dazu zählten auch die Eigentümer von Grundstücken, die in den FFH-Gebieten liegen. "Es gilt, das Naturerbe zu bewahren und aus Betroffenen Beteiligte zu machen." Dabei werde die Ausführung der Maßnahmen im "Offenland" durch Naturschutz- und im Wald durch die Forstbehörden erfolgen. "Bei beiden werden bei Bedarf Gutachter beteiligt", versicherte Woschée. In seinem weiteren Vortrag stellte der Diplombiologe die Gebiete mit ihren Arten und Lebensräumen vor und sprach die Erhaltungsziele und Erhaltungsmaßnahmen an. Im Raum Erbendorf seien acht Flächen mit 100 Hektar als FFH-Gebiete ausgewiesen. In den dortigen Räumen wechsle sich artenreicher Borstgrasrasen mit trockenen Heiden, mageren Flachland-Mähwiesen und Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation ab.
Für Woschée kämen in diesen Gebieten als Pflegemaßnahmen das Freistellen von Felsbereichen ebenso in Frage wie die Mahd von Staudenfluren und die Beweidung. Vor allem am Föhrenbühl sei eine Entfernung der Fichten und eine Auslichtung der Kiefernbestände sinnvoll.

Nichts Unmögliches

In der Diskussion zeigten sich die Teilnehmer des Runden Tisches mit dem Managementplan überaus zufrieden. "Der Managementplan verlangt den Grundstückseigentümern nichts Unmögliches ab", stellte Bürgermeister Donko fest. Wie Seewaldt-Bösl anmerkte, gebe es für die Pflegemaßnahmen auch die verschiedensten Fördermöglichkeiten.

"Es freut uns, dass die Präsentation des Entwurfs bei ihnen so gut angekommen ist", stellte sie fest. Zum weiteren Ablauf merkte sie an, dass nun der Managementplan mit den Fachbehörden abgestimmt und abgeschlossen werde. Danach erfolge die praktische Umsetzung.
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