22.08.2014 - 00:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Außergewöhnliche Gedenktafel im Heimatmuseum Gefallene haben ein Gesicht

Die Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkriegs aus der Steinwaldstadt haben ein Gesicht. Im Stadtarchiv war die erste Krieger-Gedenktafel eingelagert, die jetzt bei der Sonderausstellung im Heimat- und Bergbaumuseum zu sehen ist. Das Besondere daran ist, dass sich nicht nur die Namen, sondern auch deren Portraits auf der Tafel befinden.

von Jochen NeumannProfil

In dem rund 80 mal 120 Zentimeter wuchtigen Holzrahmen befindet sich hinter Glas ein reich verziertes Passepartout mit den Fotos und Namen der gefallenen und vermissten Soldaten aus der damaligen Stadtgemeinde - 75 Männer.

Bei der Fotoauswahl wurden sowohl Soldatenfotos als auch Bilder aus dem Zivilleben verwendet. Die Fotografien zeigen sowohl Aufnahmen von Zivilisten als auch von Soldaten. In einigen Fällen wurden ältere Fotos verwendet, die die Gefallenen im Jugendalter oder als Studenten zeigen.

Für Nachfahren interessant

"Ein historisches Zeitzeugnis", resümierte Museumsleiter Manfred Klöble. Diese Tafel dürfte nach seinen Worten vor allem für die Nachfahren der darauf verzeichneten Gefallenen interessant sein, schon allein im Hinblick auf die Fotografien.

Die Sonderausstellung "Der Erste Weltkrieg" möchte nicht nur das Soldatenleben an sich ins Gedächtnis rufen, sondern vor allem den Krieg aus der Sicht der damaligen Erbendorfer Bevölkerung darstellen. Komplettiert wird die Präsentation mit einer Sammlung von Säbeln, die zum Teil damals noch zum Einsatz kamen.

Pläne von Denkmälern

Die Ausstellung befasst sich darüber hinaus auch mit dem Gedenken an die Gefallenen. Neben der Krieger-Gedenktafel sind Originaldokumente von geplanten Kriegerdenkmälern und Fotos von entsprechenden Skulpturen zu sehen.

So war unter anderem Anfang der 1920er Jahre daran gedacht, um die Mariensäule, die damals noch im Kreuzungsbereich am Marktplatz stand, ein Kriegerdenkmal zu errichten. Dies scheiterte jedoch am Widerstand der Bürger.

Zu sehen ist auch eine Ansicht des geplanten "Friedhains" östlich der Windischkapelle an der Tirschenreuther Straße. Geöffnet ist die Sonderausstellung im Heimat- und Bergbaumuseum jeweils Dienstag und Donnerstag von 14 bis 16 Uhr sowie am Sonntag, 14. September, zur gleichen Zeit.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.