Informationsnachmittag der Altenpflegeschule für Senioren - Patientenverfügung wichtiges Thema
Vollmacht und Gesundheitscheck

Lokales
Erbendorf
26.04.2013
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Zum Informationsnachmittag für Senioren und pflegende Angehörige luden Leitung und Schüler der Altenpflegeschule ein. Verschiedene Pflegedienste und Krankenkassen stellten ihre Angebote vor. Rechtsanwältin Erika Steger hielt einen Vortrag über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

Die Teilnehmer konnten sich in der Altenpflegeschule in der Bräugasse an diesem Nachmittag viele Informationen mit nach Hause nehmen und auch an manchen Aktionen teilnehmen. So durften sich die Besucher einem kleinen Gesundheitscheck mit Blutdruck- und Zuckermessung freiwillig unterziehen, den die Schüler der Examensklasse durchführten.

Zahlreiche Informationen

Das Katholische Wohn- und Siedlungswerk Regensburg (KWS) stellte zusammen mit der Caritas seine Einrichtungen vor, insbesondere natürlich das Betreute Wohnen in der Jahnstraße und seine zusätzlichen Dienstleistungen. Informationen gab es auch von Ambulanten Pflegediensten sowie bei den Krankenkassen. Themen waren hier vor allem Pflegedienstleistungen. Stellvertretend für die erkrankte Schulleiterin Hannelore Doleschal konnte Fachlehrerin Ingrid Linkel im Namen der Schulleitung die Referentin des Vortrags Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, Rechtsanwältin Erika Steger, begrüßen. Steger, die zugleich auch Lehrerin an der Altenpflegeschule ist, zeigte sich enttäuscht über den geringen Besuch des Vortrags, denn nach ihrer Meinung sei es ein wichtiges Thema, das nicht nur ältere Menschen, sondern bereits auch junge betreffe.

Zahl der Dementen steigt

Bevor sie ins Rechtliche einstieg, erläuterte die Rechtsanwältin den demografischen Wandel und zeigte anhand von Statistiken auf, dass es voraussichtlich im Jahr 2050 in Deutschland rund 2,3 Millionen Demenzerkrankte gebe. "2010 waren es mit 1,1 Millionen gerade mal die Hälfte." Diese Menschen brauchen Betreuung, die mit einer Vorsorgevollmacht geregelt werden könnte.

"Das Alter ist aber nur eine Seite der Medaille", so Steger. "Was ist, wenn der Betreffende aufgrund eines Unfalls sich nicht selbst artikulieren kann oder sogar im Koma liegt? Wer spricht für ihn?" Deshalb seien auch junge Menschen gut beraten, bereits eine Vorsorgevollmacht auszustellen.

Das Betreuungsrecht habe nach den Worten Stegers das Ziel, die Selbstbestimmung des Betreuten sicherzustellen. Sie ging auf die verschiedenen Möglichkeiten einer Betreuung ein sowie über den Ablauf einer Betreuerbestellung durch das Amtsgericht. "Wer eine Vorsorgevollmacht besitzt, handelt im Namen dessen, der sie ausgestellt hat", sagte sie. Auch die korrekte Abfassung der Handlungsanweisungen sei wichtig.

Zum Thema Patientenverfügung sagte Steger, dass man mit ihr seinen Willen gegenüber Ärzten zu medizinischen Behandlungen festlegen könne. Sie betonte, sich dahingehend von einem Arzt beraten zu lassen. Unterstützung und Infos erhalte man bei Betreuungsbehörden oder Landratsamt.
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