Landtagskandidat Berthold Kellner präsentiert sich bei SPD-Ortsverein kämpferisch
Kein Freizeitpark für Oberbayern

Lokales
Erbendorf
29.04.2013
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"Wir haben die menschlichere, die gerechtere und die sozialere Vorstellung von Politik. Kämpfen wir um jede Stimme." Landtagskandidat Berthold Kellner schwor seine Genossen bei der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins auf den Wahlkampf ein. Ortsvorsitzende Brigitte Scharf freute sich, dass Kellner ins Rote Roß gekommen war. Die Bezirksrätin ging zu Beginn auf die Debatte um die Anstellungsverträge für Angehörige von Landtagsabgeordneten ein. "Ich habe Kellner gebeten, seine Frau nicht für teures Geld anzustellen", meinte Scharf augenzwinkernd.

Schere geht auseinander

In seiner Rede schnitt Kellner vor allem die Landespolitik an. So ging er auf den Landesentwicklungsplan (LEP) ein, mit dem die Staatsregierung für gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen in allen Teilen Bayerns sorgen möchte. Tatsächlich heiße es in dem Plan: "Die Entwicklung und Ordnung Bayerns hängt vom Engagement der Kommunen, Verbände und Bürger ab". Kellners Interpretation: "Es bleibt alles beim Alten, weil die Staatsregierung kein Geld ausgeben will." Nach dem Landtagskandidaten werde die Schere zwischen Stadt und Land weiter auseinandergehen, genau wie zwischen Arm und Reich. "Die einzigen, die für einen gerechten Ausgleich eintreten, und das bereits seit 150 Jahren, das sind wir", rief er den Genossen zu.
Er prangerte Schulschließungen, Kombiklassen und Klassengrößen ebenso an, wie die "Herdprämie", die Frauen eine "niedrige Rente sichert." Kellner nannte auch Lehrereinsparungen und die Verschlechterung der ärztlichen Versorgung. "Hier werden dann plötzlich Wirtschaftlichkeitsberechnungen angestellt und Dinge, die dem Menschen dienen, totgerechnet." Es gehe um gleiche Lebensbedingungen in Stadt und Land.

Jenen, die aus der Region "ein Erholungsgebiet für die Oberbayern machen möchten", erteilte der Landtagskandidat eine Absage. Diese Vision sei im Entwurf des Landesentwicklungsplans umschrieben. "Wir haben aber tolle, innovative Firmen in unserer Region und dürfen nicht zuschauen, wie unsere jungen Leute weggehen." Nach seinen Worten müssen Zukunftschancen und nicht Rückbau geboten werden. "Dazu brauchen wir aber eine Regierung, die auf den ländlichen Raum setzt und für gleichwertige Bedingungen in Stadt und Land eintritt."

"Alte Amigo-Mentalität"

"Die Schwarzen haben unsere Region abgehängt", stellte Kellner fest. Deshalb wolle die SPD für mehr Entscheidungsmacht in den Kommunen und vor allem für mehr Geld in kommunalen Haushalten sorgen. "Was nützt uns im Jahr 2030 ein schuldenfreies Bayern, wenn die Kommunen dann wegen ihrer Überschuldung handlungsunfähig sind?"
Zur Anstellung von Angehörigen bei Abgeordneten sagte Kellner, dies sei die "alte Amigo-Mentalität", die noch durchschlage. Auch den Fall Hoeneß sprach er an. "Gott sei Dank hat die SPD dem Steuerdeal mit der Schweiz nicht zugestimmt, sonst wäre das nicht aufgekommen." Als weiteres Beispiel nannte der Landtagskandidat die Milliarden-Schulden der Landesbank. "Legen wir die Finger in die Wunden, es gibt genug davon", so Kellner.
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