Seit 100 Jahren steht Gartenbauverein mit Rat und Werkzeug zur Seite
Natur als Kraftspender

Lokales
Erbendorf
27.04.2013
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Die Umwelt naturbewusst und lebenswert zu gestalten ist das Ziel des Obst- und Gartenbauvereins. Am 3. Mai feiern die Gartenfreunde in Erbendorf ihr 100-Jähriges.

Ab 19 Uhr kommen sie zur großen Jahrhundertfeier in der Gaststätte Helgert zusammen. Landrat Wolfgang Lippert und Bürgermeister Hans Donko ehren langjährige Mitglieder. Danach folgen ein gemeinsames Abendessen und ein gemütliches Beisammensein.

Die Gestaltung und Pflege eines Gartens dient der Gesundheit und dem Wohlbefinden des Menschen. Ein Ort, an dem man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann, sich zurückziehen oder einfach die Seele baumeln zu lassen. Der Obst- und Gartenbauverein dient als Ort der Begegnung von jungen und älteren Naturliebhabern.

Einer der ältesten Vereine

In Bayern gibt es mehr als 3300 Gartenbauvereine mit über 530 000 Mitgliedern. Doch wohl kaum einer besteht so lange wie der in Erbendorf. Bei der 75-Jahr-Feier am 7. Mai 1988 berichtete der damalige Vorsitzende Josef Schiener, dass der Obst- und Gartenbauverein 1912 gegründet wurde. Diese Zeitangabe geht auf die Aussagen älterer Mitbürger zurück, denn für die Jahre bis 1948 existieren keine schriftlichen Belege mehr. Erst dann schloss sich der Verein dem Bayerischen Landesverband an. Aufgrund der Lebensmittelengpässe in der Nachkriegszeit legten viele Bürger Gemüse- und Obstgärten an. Dadurch stieg auch die Zahl der Vereinsmitglieder rapide an. Das Wirtschaftswunder sorgte dann jedoch für einen Einbruch der Mitgliederzahlen und 1958 für einen Rücktritt des gesamten Vorstands.
Nach längerer Suche übernahm Josef Schiener den Vorsitz. Um neue und alte Mitglieder zu werben, stellte der Verein seinen Anhängern unter anderem eine Obstpresse zum eigenen Produzieren von Saft bereit, kaufte zahlreiche neue Geräte für die Gartenarbeit und gewährte Rabatte bei Einkäufen.

1961 stieß die Ausstellung von 95 verschiedenen Obstsorten im Gasthaus "Rotes Roß" auf große Begeisterung. Die engagierten Gartler organisierten viele Ausflüge, Kurse, Gartenbegehungen, Pilzwanderungen und jährlich sogar eine kleine Reise. Dies führte wieder zu einem Aufschwung bei den Mitgliederzahlen.

1988 waren es 173 Gartler, aktuell zählt der Verein 140 Mitglieder. Vorsitzende ist Lucia Heindl aus Schadenreuth, zweite Vorsitzende und Kassiererin die Erbendorferin Elisabeth Ockl. Schriftführerin ist Monika Stock. Beisitzer sind Ernst Stahl, Heidi Fütterer, Gerlinde Fürst und Agnes Schieder-Grünbauer.

Viele Vorteile

Eine Mitgliedschaft kostet jährlich fünf Euro. Für diesen Beitrag stehen aber zahlreiche Angebote und Vorteile zur Verfügung. Bei Vorlage der Mitgliedskarte gibt es Rabatte in Baumschulen und Gärtnereien.
Die Mitgliedschaft ermöglicht es, an praktischen Kursen zum Schneiden von Obstbäumen, Beeren-, und Ziersträuchern teilzunehmen. Fachleute erklären, wie Pflanzen veredelt und vermehrt werden können. Auf den Versammlungen gibt es unter anderem interessante Informationen zur Gartengestaltung, Anpflanzung oder das Nachbarrecht.

Darüber hinaus unternimmt der Verein zahlreiche Ausflüge, etwa zu Gartenschauen, und verleiht Gartenpflegegeräte wie Vertikutierer, Gartenfräsen, Häcksler, Heckenscheren und Motorastsägen. Gartenbauvereine helfen bei allen Gartenfragen, bieten Hilfe zur Selbsthilfe, schaffen soziale Gemeinschaften, vermitteln Wissen, ermöglichen Naturerlebnisse für Jung und Alt und verschönern auch die Heimat.
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