08.03.2018 - 14:32 Uhr
Erbendorf

Landtagsabgeordneter Tobias Reiß (CSU) beim Gesprächsabend des Erbendorfer Gewerbevereins im ... "Vieles hat der Verbraucher in der Hand"

Zukunftsfähige Entwicklung der Städte, weniger Bürokratie und mehr digitale Vernetzung: Herausforderungen, die die Politik in den kommenden Jahren zu bewältigen hat und die auch Geschäftsleute in der Region betreffen. Nach Annette Karl (SPD) stellte sich Landtagsabgeordneter Tobias Reiß (CSU) beim offenen Gesprächsabend des Gewerbevereins im Aribo-Hotel den Fragen der Erbendorfer Unternehmer. Vorsitzender Josef Bollmann eröffnete den zweiten Abend der Veranstaltungsreihe.

Als kleines Dankeschön überreichte Josef Bollmann (links) dem Landtagsabgeordneten Tobias Reiß eine Faszienrolle. Bild: ckl
von Redaktion OnetzProfil

"Auch im Vergleich zum Rest Deutschlands haben wir hier eine hervorragende Strukturpolitik", stellte Reiß eingangs fest. Bestes Beispiel dafür sei das Erbendorfer Gewerbegebiet, das sich beachtlich entwickelt habe. Entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung sei auch immer staatliche Förderung. Was auf der einen Seite Dynamik in den Handel bringe, sei auf der anderen Seite ungerecht "den Kleinen" gegenüber, die beispielsweise von der Wirtschaftsförderung ausgeschlossen sind. "Vieles hat dabei aber der Verbraucher in der Hand."

Lob hatten die Anwesenden übrig für die erfolgreichen Projekte "Baxi" und "Der mim Board". Trotzdem müsse man die regionalen öffentlichen Verkehrsmittel weiter vernetzen und ausbauen. "Bis das alles voll dynamisch funktioniert, muss sich aber noch einiges tun", betonte Kreisrat Marco Vollath. Auch das Dorfladen-Projekt der Steinwald-Allianz in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut sei laut Bollmann ein guter Ansatz. Ziel müsse es sein, das Projekt weiter auszubauen und eine Plattform für regionale Vermarktung sowie ein Bindeglied zwischen Händler und Kunden zu schaffen.

Sorgen bereitet vielen Unternehmern besonders die neue Datenschutzverordnung, da die Kommunikation mit den Kunden und der Umgang mit deren Daten neu gehandhabt werden muss. Online sei eben schneller ein Haken unter eine Datenschutzerklärung gesetzt als an der Ladentheke auf einem Papier unterschrieben.

Auch für die Sicherheit und Gesundheitsversorgung stelle der schmale Grat zwischen Datenschutz und Nutzen für die Menschen oft eine Hürde dar. Durch die Vernetzung unterschiedlicher Datenpools könnte in vielen Bereichen effizienter gearbeitet werden, was derzeit aber noch nicht möglich ist. Einig waren sich die Gewerbetreibenden auch über die Problematik unterschiedlicher Mehrwertsteuersätze. Abrechnungen seien dadurch oft mit enormem Aufwand verbunden, wie Bollmann anmerkte. Eine Umstellung sei hier technisch gesehen laut Reiß nicht das Problem. "Was allerdings notwendig ist, ist der politische Wille."

Ebenfalls diskutiert wurden Bürokratieabbau, Belebung der Innenstädte, Gesundheitsversorgung auf dem Land sowie Umgang mit dem Online-Handel. Auch der Freihandel war Thema. Diesem steht Tobias Reiß grundsätzlich positiv gegenüber: "In der Geschichte der Menschheit hat freier Handel tendenziell zu mehr Wohlstand geführt." Die Exportorientierung in der Gegend sei vielen Leuten gar nicht bewusst. In einigen Bereichen seien regionale Unternehmen sogar weltweit gefragt.

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