Traumergebnis lässt auch SPD in Region hoffen
Gänsehaut bei Schulz-Wahl

"Es kommen plötzlich viele neuen Ideen und die Leute sind bereit, mit anzupacken." Zitat: Die Erbendorfer SPD-Vorsitzende Brigitte Scharf
Politik
Erbendorf
20.03.2017
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"Es kommen plötzlich viele neuen Ideen und die Leute sind bereit, mit anzupacken." Zitat: Die Erbendorfer SPD-Vorsitzende Brigitte Scharf

Die Erbendorfer SPD-Vorsitzende Brigitte Scharf verfolgt die Rede von Martin Schulz beim Sonderparteitag im Dokumentationskanal Phoenix. Spontan setzt sie eine WhatsApp-Meldung mit dem Wunsch "100 Prozent Zustimmung" ab. Als sie das Ergebnis hört, läuft ihr Gänsehaut auf.

Neusorg/Erbendorf. Der Kandidat bekam am Sonntag wirklich das Traumergebnis von 100 Prozent und Brigitte Scharf war aus dem Häuschen. "Damit war echt nicht zur rechnen. Wir Sozialdemokraten sind doch von Haus aus alte Kritiker", zeigt sich Brigitte Scharf selbst am Montag noch tief beeindruckt. Adressat ihrer WhatsApp-Nachricht war übrigens der Waidhauser Abgeordnete Uli Grötsch, der als Delegierter mit abstimmen durfte.

Freude über Neumitglieder

In den über zehn Jahren, in den Brigitte Scharf den Erbendorfer Ortsverein führt, war die Stimmung selten, vielleicht sogar noch nie so gut wie derzeit. "Es kommen plötzlich viele neuen Ideen und die Leute sind bereit, freiwillig mit anzupacken", freut sich die Vorsitzende über den Schulz-Effekt. Auch zwei neue Mitglieder seien in den vergangenen zwei Wochen dem Ortsverein beigetreten. Sie ist zuversichtlich, dass noch einige hinzukommen. "Demnächst werden wir eine Mitgliederwerbeaktion starten", kündigt die Erbendorfer SPD-Chefin an.

Noch kein Mitgliederboom

Ihr Parteigenosse Uli Roth, Bürgermeister von Krummennaab, sieht Schulz durchaus als chancenreichen Kandidaten und ist überzeugt, dass er auch der SPD in der Region einen Schub verleihen wird. "Die Stimmung ist gut, aber leider hat sich das bei uns in Krummennaab noch nicht in Neumitgliedern ausgewirkt." Ihn wurmt übrigens gewaltig, dass dem neuen SPD-Hoffnungsträger vorgeworfen wird, keine Programme zu präsentieren. "Es gibt Leute, die sind seit zwölf Jahren im Amt und haben noch immer keine klare Positionen."

Auf einen Mitgliederzuwachs, wie er aus anderen Regionen Deutschlands gemeldet wird, wartet auch Neusorgs Bürgermeister Peter König in seinem SPD-Ortsverein bisher vergeblich, "aber so etwas verläuft bei uns in Bayern wahrscheinlich ohnehin schleppender als in manch anderen Bundesländern." Die Stimmung an der Basis sei aber mit Sicherheit durch die Entscheidung für Schulz besser geworden. Insgesamt komme der neue Hoffnungsträger in seinem Ortsverein sehr positiv an, so König "In unserer Jahreshauptversammlung war natürlich auch seine Kandidatur ein Thema. "Die Entscheidung für Schulz und gegen Sigmar Gabriel wurde absolut positiv aufgenommen", erzählt der Sozialdemokrat. Er schätzt am neuen roten Hoffnungsträger seine Bürgernähe. Zudem sei es sicher kein Nachteil, dass der neue Mann an der Spitze der Partei als früherer Bürgermeister von Würselen die Sorgen und Nöte der Kommunen kenne und sie ernst nehme.

Trump-Effekt

Eine, die in diesen Tagen neu zur SPD "gefunden" hat, ist die Wildenreutherin Tanja Fichtner (36). Der Grund für ihren Parteieintritt hatte aber mehr mit dem neuen US-Präsidenten Donald Trump als mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz zu tun. Aufgrund der komplexen Weltlage müssten alle demokratischen Kräfte mobilisiert werden, findet sie.

Fichtner, die beim Beruflichen Fortbildungszentrum (bfz) in Weiden Migrationskoordinatorin ist und etliche Jahre im Ausland verbracht hat, findet aber, dass Schulz durchaus das Zeug zum Kanzler hat.

Es kommen plötzlich viele neuen Ideen und die Leute sind bereit, mit anzupacken.Die Erbendorfer SPD-Vorsitzende Brigitte Scharf
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