21.08.2017 - 20:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Annette Karl macht Druck Kein "Sheriff" für Erbendorf

Es war eine liebe Zeit, die gute alte Zeit vor dem 31. Oktober 2015. An diesem Tag sperrte der "Erbendorfer Sheriff" seine Bürotür im Rathaus zu und ging in den Ruhestand. Seitdem gibt es keinen uniformierten Kontaktbereichsbeamten mehr in der Steinwaldstadt. Und das stört Landtagsabgeordnete Annette Karl.

Der Erbendorfer "Sheriff" residierte in der ersten Etage des Eckgebäudes direkt über der Tourist-Info. Zwei Fenster nach Osten und zwei nach Süden ermöglichten einen guten Rundblick. Bilder: njn (2)
von Manfred Hartung Kontakt Profil

Die SPD-Parlamentarierin schickte eine Protestnote an Innenminister Joachim Herrmann und wies den obersten bayerischen Ordnungshüter darauf hin, dass die Erbendorfer ihren "Gendarm" wiederhaben wollen. In zahlreichen Gesprächen mit Bürgern sei dieser Wunsch immer wieder an sie herangetragen worden.

In der Tat vermissen die Leute "ihren" Franz Hösl, der am 1. April 1989 das erste Mal in den Straßen patrouillierte, mit den Menschen ins Gespräch kam, den richtigen Weg wies und ein angenehmes Gefühl der Sicherheit vermittelte. Auch den einen oder anderen Fall gab es natürlich zu bearbeiten. Seit 1. November 2015 wird von der Polizeiinspektion Kemnath dafür aber kein Beamter mehr abgestellt. Dies ist, laut Karl, "ein Ergebnis der mangelhaften Stellenbesetzung in den Polizeiinspektionen der nördlichen Oberpfalz". In Kemnath seien nur 27 von 30 und in Eschenbach sogar nur 34 der vorgesehenen 41 Sollstellen besetzt. Gleichzeitig bestehe im Polizeipräsidium Oberpfalz ein "Personalübersoll" von 36 Stellen. Dies sei den Menschen im Norden der Oberpfalz nicht zu vermitteln.

Die "Vorfreude auf eine positive Rückmeldung" zerstob Joachim Herrmann relativ rasch. Von einer Unterbesetzung könne keine Rede sein. In die Sollstellen seien im Übrigen die Kräfte des Operativen Ergänzungsdienstes einzurechnen, die bei Bedarf flächendeckend eingesetzt würden.

In Erbendorf wird es somit keinen Kontaktbeamten mehr geben. Annette Karl ist damit bei Joachim Herrmann ebenso abgeblitzt wie im Januar Bürgermeister Hans Donko mit dem deckungsgleichen Anliegen. "Aus fachlicher Sicht kann die Wiederbesetzung der Polizeiwache Erbendorf aufgrund der Priorisierung der Verstärkung des Streifendienstes der Polizeiinspektion Kemnath nicht befürwortet werden", schreibt der Innenminister.

Der Kemnather Inspektionsleiter Bernhard Gleißner sieht übrigens keinen Grund, seinem obersten Dienstvorgesetzten zu widersprechen. "Die Einsatzkomponente ist gestärkt, die Dienstleistungskomponente dafür zurückgefahren worden." So wie es war, wird es also nicht mehr werden.

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