26.02.2018 - 18:40 Uhr
Erbendorf

B299 im Hessenreuther Berg: Holzeinschlag rechtzeitig abgeschlossen Wald ist weg, Trasse kommt

Nach 30 Jahren Anlauf scheint der große Sprung pünktlich zu klappen. Für den Ausbau der B299 am Hessenreuther Berg sind fast alle Grundstücke gekauft, der Holzeinschlag rechtzeitig abgeschlossen. Als nächstes geht es ans Bohren und Schürfen.

Der Holzeinschlag läuft und wird rechtzeitig vor der Schonzeit für Vögel fertig. Der Bau der neuen Trasse für die B299 kann im Sommer starten. Bild: wüw
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Erbendorf/Pressath. Der Ausbau der B299 durch den Hessenreuther Wald kann wie geplant im Sommer 2018 starten. "Es sind noch nicht alle Grundstücksverhandlungen erledigt", sagt Gerhard Kederer. Aber das Staatliche Bauamt habe alle Flächen gekauft, auf denen Vorarbeiten für den Baustart im Sommer nötig sind, erklärt der Ingenieur, der das Projekt fürs Bauamt betreut.

Die Planer führten die Verhandlungen unter Zeitdruck. Nachdem der Planfeststellungsbeschluss Anfang 2018 rechtskräftig wurde, blieben nur wenige Wochen, um die nötigen Waldflächen zu erwerben. Der Wald darf nur zwischen Oktober und Ende Februar eingeschlagen werden, in der Zeit dazwischen ist dies nicht erlaubt, unter anderem um Vögel in der Brut zu schonen. "Wir müssen uns bei den Privatwaldbesitzern bedanken, die sich sehr kooperativ gezeigt haben", erklärt Kederer. Nachdem der Holzeinschlag auf den Flächen des Staatsforsts bereits im Januar erfolgte, waren die Holzerntemaschinen in den vergangenen Tagen und Wochen in den Flächen aktiv, die sich bisher in Privateigentum befanden. Bis Ende Februar wird der Wald damit auf den Flächen verschwunden sein, die 2018 für die neue Trasse der Bundesstraße benötigt wird. "Einige Flächen werden noch hinzukommen, aber nicht mehr für den ersten Bauabschnitt", sagt Kederer.

Als nächster Schritt stehen nun geophysikalische Untersuchungen an, dazu werde "gebohrt und geschürft". Erst danach lasse sich konkret sagen, wie und vor allem wann die Bauarbeiten für den Ausbau der B299 begonnen werden. Fest steht allerdings bereits, dass es auf der Erbendorfer Seite losgeht. Von der Einfahrt der B22 soll der erste Abschnitt knapp zwei Kilometer den Berg hinauf führen, bis zu der Stelle, an der das erste von vier Brückenbauwerken errichtet werden soll.

Die Planungen zum Ausbau laufen seit mehr als 30 Jahren. Lange scheiterte der Start am Widerstand von Naturschützern, die sich gegen das Zerschneiden des großen Waldgebiets durch eine "überdimensionierte Trasse" wehrten. Sie verwiesen auf verschiedene bedrohte Tiere, denen das große Waldgebiet Lebensraum bietet. Ein weiteres Argument gegen den Ausbau ist die geringe Verkehrsbelastung, die deutlich unter dem Schnitt für Bundesstraßen liegt. Die Befürworter argumentierten mit dem schmalen und kurvigen Verlauf, der gerade im Winter für gefährliche Situationen und Unfälle sorgt. 2014 einigten sich beide Seiten auf einen Kompromiss. Für den Ausbau des 4,6 Kilometer langenen Abschnitts sind nun 21 Millionen Euro Kosten veranschlagt.

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