28.08.2017 - 20:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Berggottesdienst an der Zipfeltanne Mit Augenzwinkern

"Mitten in der Natur sind wir Gott nahe und wir können für seine wunderbaren Werke danken." Mit diesen Worten eröffnete Pfarrer Christoph Zeh den 11. Berggottesdienst im Fichtelgebirge, der diesmal an der Zipfeltanne bei Pfaben im Steinwald gefeiert wurde.

In der Natur ganz nahe bei Gott. Den Gipfelgottesdienst am Zipfeltannenfelsen richtete am Sonntag die evangelische Kirchengemeinde Erbendorf aus, den Pfarrer Christoph Zeh zelebrierte. Der nächste und letzte Berggottesdienst ist am Dienstag, 3. Oktober, um 11 Uhr auf dem Ochsenkopf. Bild: njn
von Jochen NeumannProfil

Der evangelische Posaunenchor Erbendorf eröffnete musikalisch den Gottesdienst an dem bekannten Felsen, bei dem ein schlicht geschmückter Altar mit einer großen Kerze aufgebaut war. Das Besondere an dieser Kerze: sie wandert immer von einem zum anderen Berggottesdienst und wird so in den evangelischen Kirchengemeinden weitergereicht. Pfarrer Zeh freute sich bei der Begrüßung über die große Zahl der Gläubigen, die hierher gewandert sind.

Pfarrer Zeh sprach von einem Gleichnis Jesu im Matthäus-Evangelium, von einem Mann und seinen zwei Söhnen, von einer Brücke zum Verhältnis von Eltern zu ihren Kindern. "Jeder, der selbst Kinder hat, kennt das: Da liegen Schuhe mitten im Eingang", so Zeh. "Mit der Aufforderung der Eltern, diese wegzuräumen, gibt es für die Kinder zwei Möglichkeiten", fuhr der Pfarrer fort.

Mit gewisser List

Die erste Möglichkeit sei ein Nein des Kindes mit trotzig verschränkten Armen und einem festen Aufstampfen. "Viel hinterlistiger ist aber die zweite Möglichkeit", wusste Zeh. "Es fliegen die Worte "Ja, gleich" durch den Raum, aber trotz der erwünschten Zustimmung liegen die Schuhe noch Tage nachher dort rum, wo sie fallen gelassen wurden." "So ist es, wenn der eine um etwas bittet und der andere reagieren soll", so das Resümee des Pfarrers. Das Gleichnis Jesu sei mitten aus dem Leben gegriffen und auch auf die heutige Zeit übertragbar.

"Denn ich kann mich auf beiden Seiten, als Vater und als Sohn, drin wieder finden." Er fühle sich angesprochen, dass er "nein" sage und es ihn dann doch reue. "Aber ob mich das schlechte Gewissen dann doch immer zur richtigen Entscheidung bringt, ist eine andere Frage", plauderte der Pfarrer aus dem Nähkästchen.

"Aber Gott sei Dank gibt es viel öfter die Möglichkeit Ja zu sagen und auch zu meinem Wort zu stehen, aber auch Nein zu sagen und dann auch ganz klar dabei zu bleiben", so Zeh. "Denn ich glaube nicht, dass Jesus sagen will, dass wir zu allem und jedem immer nur Ja sagen sollen." Auf das, worauf es heute dabei ankommt, zeigte Pfarrer Zeh in seiner weiteren Predigt auf. Er hob aber dabei nicht den moralischen Zeigefinger, sondern trug die Predigt mit etwas Humor und einem Augenzwinkern in Reimen vor.

In Reimform

Hier einige Auszüge: "Natürlich ist Gehorsam eine Tugend - nur eben nicht gerade in der Jugend." "Ein jeder hat doch schon mal Ja gesagt und sich damit auf viel zu dünnes Eis gewagt." "Der Erste tat es andersrum, er nahm' sich Zeit und kehrte um."

"Die Frohe Botschaft ist in diesem Sinn: Zu Gott, zu unserem Vater, kann man immer hin." "Drum möchte ich jetzt die Sache nicht noch breiter treten, sondern zum Schluss mit ihnen darum beten, dass wir erkennen, wo wir böse Wege geh'n und uns allein um unsre eigene Achse dreh'n."

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