06.06.2017 - 20:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Bilderausstellung von Rainer Sollfrank im Aribo-Hotel Digitale Träume auf Leinwand

Digitale Collagen von Rainer Sollfrank sind bis Ende August im Aribo-Hotel zu sehen. 62 Werke sind es insgesamt, die der Kemnather Künstler in den vergangenen sechs Jahren geschaffen hat. Mit einer Vernissage wurde die Ausstellung eröffnet.

Auf außerordentliches Interesse stieß die Vernissage mit Werken des Kemnather Künstlers Rainer Sollfrank im Aribo-Hotel in Erbendorf. Bilder: njn (4)
von Jochen NeumannProfil

(njn) "Es ist ein kleiner Teil seiner Werke, die hier in unserem Hause zu sehen sind", sagte Hotel-Geschäftsführer Martin Weiß in seiner Begrüßung. Einen Dank sprach er dem Künstler aus, dass er zusammen mit dem Hotel-Management zu dieser Vernissage eingeladen habe. "Damit werten sie unser Hotel auf."

Weiß ging kurz auf das Aribo-Hotel ein, das seit gut eineinhalb Jahren in Betrieb sei. Dabei stellte er den Integrationsgedanken heraus. Denn 30 Prozent der Mitarbeiter seien Menschen mit Behinderung und diese seien in sämtlichen Bereich eingesetzt. Dass das Hotel bis auf das letzte Bett belegt sei, bestätigte Hotel-Direktor Martin Bünk. Weiß würdigte den Künstler Reiner Sollfrank. Bereits im Vorfeld der Ausstellung machte den Geschäftsführer dessen Vita neugierig und er "googelte" im Internet. "Da steht vieles über Sollfrank. Unter anderem, dass er besessen ist von dem was er tut und er aus einer Quelle voll Ideen und genialer Einfälle schöpft."

Dass Sollfrank den Kubismus, die Malerei bevorzuge, sei nicht zu übersehen. Vorbilder für den Künstler seien Lyonel Feininger, Henry Martisse und Paul Klee. "Was ich über Sollfrank noch herausgefunden habe: Jedes Bild, egal ob fotografiert oder gemalt, muss eine Botschaft transportieren", so Weiß.

"Da ich kein Freund überzogener Verbalakrobatik bin, fasse ich mich kurz." Mit diesen Worten ging Rainer Sollfrank auf die Ausstellung ein. Besonders freue es ihn, dass das Aribo-Hotel ihm eine Plattform gebe und auch Bürgermeister Hans Donko dabei sei. Der Künstler vertrat die Meinung, dass bei einer Ausstellung nicht der Autor, sondern das Werk sprechen müsse: "Sie werden es bemerken, meine Bilder sind weit entfernt von der fotorealistischen Auffassung. Mich beschäftigen der Traum und die Kräfte des seelischen Unbewussten."

Dabei zitierte er auch Hölderlin: "Der Mensch ist ein Gott, wenn er träumt und ein Bettler, wenn er nachdenkt." Für Sollfrank sei dies kein Paradoxon. Denn der Traum sei die größte Realität, denn ihn engen keine Gesetze oder Verbote ein.

Sehnsucht und Fantasie seien ein Bollwerk gegen alles Lebensfeindliche. "So wie sich ein Roman mit der Wirklichkeit versöhnen kann, so kann vielleicht das eine oder andere Bild dazu beitragen, dass wir erfahren, dass die Antworten in der Stille liegen." Den Besuchern der Ausstellung gab er mit auf den Weg, sich bei den Bildern von der Ansicht zu Einsicht leiten zu lassen. "Vom Äußeren zum Inneren, denn dann gelangen wir von der Information zur Animation", so der Künstler. "Der Betrachter wird somit transformiert und selbst zum Künstler."

Beim Rundgang durch die Räume des Aribo-Hotels gab es im Anschluss 62 Werke von Reiner Sollfrank zu sehen. Entstanden seien die Exponate als Digitale Collagen in den vergangenen sechs Jahren. Die Bildtitel reichten vom "Verblassender Traum", von der "Brücke zum Jahreswechsel", "Vermessung der Erde" über "Vorahnung einer Supernova", "Kaltes Dorf" und "Absturz eines Mobiles" bis hin zu "Landschaft mit grauen Feldern", "Ende der Architektur" sowie "Im Steinbruch."

Allesamt Titel, die beim Betrachten des entsprechenden Bildes die Besucher zum Nachdenken animieren. Im Anschluss an den gemeinsamen Rundgang durch das Hotel, bei dem der Künstler den Besuchern Rede und Antwort stand, gab es im Pfalzgrafen-Saal einen kleinen Imbiss. Für Interessierte ist die Ausstellung noch bis Ende August zu sehen.

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