30.04.2018 - 20:10 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Bundesversammlung des Fränkischen Sängerbundes: Chormusik hat Zukunft

In der Bundesversammlung des Fränkischen Sängerbundes geht eine Ära zu Ende. Nach 24 Jahren an der Spitze tritt Peter Jacobi bei den Neuwahlen nicht mehr an. Sein Nachfolger ist im Chorwesen kein Unbekannter.

Musikalisch stimmten die „Chorwürmer“ aus Weiden mit Sängern der Chorgemeinschaft St. Georg aus Pressath unter der Leitung von Richard Waldmann auf die Bundesversammlung ein.
von Jochen NeumannProfil

Mittelpunkt der Chormusik war am Sonntag die Erbendorfer Stadthalle. Knapp 200 Delegierte aus dem gesamten fränkischen Raum sowie der nördlichen Oberpfalz trafen sich zur Bundesversammlung des Fränkischen Sängerbundes. Die A-cappella-Gruppe "Sing Out" aus Krummennaab stimmt sie im Foyer darauf ein. Die Versammlung eröffneten die "Chorwürmer" aus Weiden mit Sängern der Chorgemeinschaft St. Georg aus Pressath unter Leitung von Richard Waldmann.

Ein Überraschungsstanderl für den scheidenden Präsidenten Peter Jacobi gelang dem Chor "Mixtura Cantorum" unter Leitung von Karl-Heinz Malzer. "Mit Wehmut blicke ich zurück auf eine Zeit, in der wir als junge Sänger gemeinsam im Sängerbund arbeiteten", sagte Malzer in Richtung Jacobi. "Wir erlebten viele musikalische und spannende Höhepunkte."

In seinem letzten Rechenschaftsbericht als Präsident stellte er fest, dass eine "grundlegende Angelegenheit" die Zukunft der Chormusik sei. "Über den Tellerrand hinauszuschauen, muss für die Chöre und für uns selbstverständlich sein." Den Delegierten gab er mit auf den Weg, "optimistisch nach vorne zu blicken."

Zum Nachfolger des scheidenden Präsidenten wählten die Teilnehmer Professor Dr. Friedhelm Brusniak. Vizepräsidenten sind Peter Märkel, Günther Schubert und Kerstin Homberg. Mit ihr ist jetzt auch der Sängerkreis Nord-Oberpfalz in der Führung des Sängerbundes vertreten. Schatzmeister bleibt Herbert Meyer. Neu dabei sind Wolfgang Sittler als Schriftführer und Johannes Marx als Medienbeauftragter.

Im Rückblick stellte Jacobi fest, dass sein Ziel, die Chorjugend zu fördern, gelungen sei. Denn seit 1997 gebe es einen Jugendchor. "Ich bin der festen Überzeugung, die Chorjugend hat Zukunft." Sein absolutes Lieblingsprojekt sei die Pflege der internationalen Kontakte gewesen. Heute bestünden Chorfreundschaften in viele Länder der Welt. Jacobi ging auch auf das Sängermuseum in Feuchtwangen und auf das künftige Chorzentrum im Kloster Weißenohe ein. Für Letzteres werden keine Mitgliedsbeiträge zur Finanzierung verwendet, versicherte er. "Die Musik ist ein Kontaktvermittler", stellte der Redner fest. Dies sollte der Fränkische Sängerbund auch in Zukunft beibehalten..

Bundeschorleiter Dr. Gerald Fink, der erst seit wenigen Monaten im Amt ist, sprach von einer guten musikalischen Arbeit. Dafür würdigte er den Sängerkreis und die Geschäftsstelle seinen Dank aus. "Fast alles super." Das konnte der Vertreter der Chorjugend, Jochen Kästner, berichten. "Es ist eine Freude mitzuerleben, wie die Jugendlichen Verantwortung übernehmen und viel Energie und Engagement hineinstecken." Die Mitgliederzahlen seien stabil.

Schatzmeister Herbert Meier berichtete über die Jahresrechnung sowie die Finanzplanung. Dem Präsidium wurde zwar die Entlastung erteilt, einen kleinen Eklat gab es wegen der Beitragserhöhung. Knapp zwei Drittel der Delegierten lehnten die Erhöhung des Bundesbeitrags von 9,50 auf 9,90 Euro ab. Notwendig wäre dies aber wegen der Erhöhung des Beitrags an den Deutschen Chorverband gewesen. Meier stellte diesbezüglich fest, dass sich der Sängerbund nun mit einem deutlichen Haushaltsdefizit auseinandersetzen müsse.

Nach der Verabschiedung ausscheidender Präsidiumsmitglieder, unter anderem der jahrzehntelange Medienbeauftragte Erich Hiltl aus Kümmersbruck, ergriff Vizepräsident Peter Märkel das Wort. Er sprach im Namen des Sängerbundes Jacobi für dessen Wirken großen Dank aus. Dieser sei der zehnte Präsident in 156 Jahren gewesen und mit 24 Dienstjahren derjenige mit der zweitlängsten Amtszeit. "Gründungspräsident Carl Gerster hatte nach unseren Unterlagen 25 Jahre sein Amt ausgeführt."

In seiner ersten Rede ermuigte der neue Präsident Professor Dr. Friedhelm Brusniak die Delegierten, mit Zusammenhalt in die Zukunft zu gehen. Die Probleme seien gemeinsam zu lösen. Den Singkreisen mit ihren Chören sicherte er zu, sich an der Basis sehen zu lassen. "Von Erbendorf soll das Signal ausgehen: Wir stehen hinter allen Sängern."

 

 

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