Einweihung der renovierten Altenstädter Kapelle gefeiert
Krumm, schief und reizvoll

Bei herrlichem Sonnenschein wurde mit einer ökumenischen Andacht die Altenstädter Kapelle gesegnet. Mit auf dem Bild (mitte von links) Pfarrer Christoph Zeh, Pfarrer Martin Besold, Gemeindereferent Benedikt Knott, Bürgermeister Hans Donko und zweiter Bürgermeister und Organisator Johannes Reger.
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Erbendorf
18.05.2017
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Bei herrlichem Sonnenschein wurde mit einer ökumenischen Andacht die Altenstädter Kapelle gesegnet. Mit auf dem Bild (Mitte, von links) Pfarrer Christoph Zeh, Pfarrer Martin Besold, Gemeindereferent Benedikt Knott (leicht verdeckt), Bürgermeister Hans Donko und zweiter Bürgermeister Johannes Reger. Bild: njn

Mein Wunsch ist es, dass die Kapelle noch mindestens so lange wie sie heute besteht, das Zeichen unserer christlichen Kultur weitergeben möge." Das sagte Bürgermeister Hans Donko bei der Feierstunde zum Abschluss der Renovierung des kleinen Altenstädter Gotteshauses. Pfarrer Martin Besold und Pfarrer Christoph Zeh spendeten in einer ökumenischen Andacht den kirchlichen Segen.

(njn) Als waschechter "Altenstiada" begrüßte zweiter Bürgermeister Johannes Reger die zahlreichen Gäste. "Es ist schön, dass wir heute ein altes Kulturdenkmal wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen können. Unsere Kapelle am Ende einer wunderschönen Allee zum Schloss Altenstadt schreibt mehr als 500 Jahre Stadtgeschichte."

Zur Baubeschreibung merkte Reger an, dass es sich um eine einfache Flurkapelle handelt. "Das einzig gerade sind der neue Altarstein und die Dachrinnen, aber gerade die krummen und schiefen Linien machen diese Kapelle aus." Zweiter Bürgermeister Reger ging in seiner Rede auf die Renovierung ein, die bereits 1997 in Zusammenarbeitmit dem Denkmalamt begann.

Neben der Stadt haben sich nach seinen Worten vor allem die Anwohner mit eingebracht, dieses Kleinod zu erhalten. "Viele haben bei der Renovierung mit Hand angelegt, sei es am Gebäude selbst oder am Umfeld der Kapelle." Einen großen Dank sprach er den engagierten Anwohnern, den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs sowie der Baufirma Wilhelm Bauer aus. Reger hob auch die künstlerischen Arbeiten hervor. Er nannte den Holzschnitzer Karl Panzer aus Grötschenreuth, der das Holzreliefbild des Altars nach einem Foto neu gestaltete sowie den Altarkorpus und den heiligen Nepomuk restaurierte. Weiter habe die Firma Meierhöfer die Stahlgittertüre gestiftet, Stadtrat Anton Hauer fertigte die Kerzenleuchter aus Metall und Georg Neugirg aus Thumsenreuth stiftete einen Kerzenständer aus Granit.

Dank an den Organisator


Einen großen Dank für die Abwicklung und Organisation der Renovierungsarbeiten sprach Bürgermeister Donko seinem Stellvertreter Reger aus. "Er hat die Fäden in der Hand gehabt", stellte er fest. Reger war die treibende Kraft, die Anwohner zu motivieren. "Heute erstrahlt die Altenstädter Kapelle in neuem Glanz und ich bin beeindruckt."

"Was könnte ein solches Gebäude heute aus der langen Geschichte berichten." Mit diesen Worten ging der Bürgermeister vor allem auf die Zeit der Säkularisation ein, in der im Jahr 1804 die Kapelle beinahe dem Erdboden gleichgemacht worden wäre. "Nur der Einspruch des Jägers des Freiherrn von Lindenfels, Hans Angerer, rettete sie", so Donko weiter. "Denn er gab vor, die Kapelle als Schießstätte zu nutzen."

Bürgermeister Donko ging auch auf die Gesamtkosten der Renovierung ein, die sich auf rund 50 000 Euro beziffern. "Das sind zum größten Teil die Materialkosten, denn es wurden viele Eigenleistungen von Stadt und den Anwohnern erbracht." An Zuschüssen erhielt die Stadt 10 000 Euro vom Landesamt für Denkmalpflege sowie vom Bezirk Oberpfalz 3500 Euro. "Den Rest finanzierte die Stadt", so Donko weiter.

Viele Privatspenden


Der Bürgermeister merkte aber an, dass für die Renovierung aber auch viele Privatspenden eingingen. Stellvertretend nannte Donko den früheren zweiten Bürgermeister Hans Grünwald. "Er hat den Geldbeutel ganz, ganz weit aufgemacht."


Donko regte an, die Kapelle bei den kommenden Bittgängen einzubeziehen. Diesem Wunsch konnte Pfarrer Martin Besold gleich entsprechen: "Bei der letzten Bittprozession am Mittwoch, 24. Mai, werden wir hierher zur Kapelle kommen.
Mit einer ökumenischen Andacht wurde schließlich der Segen Gottes erbeten. "Die Kapelle ist ein bisschen versteckt", stellte Besold fest. "In meiner Anfangszeit hier als Pfarrer habe ich mich durchfragen müssen, bis ich sie gefunden habe." Für Besold ist diese Geschichte ein Bild für Gott. "Er ist versteckt, aber doch ist er da."


"So krumm und schief auch die Wände dieser Kapelle sind, so krumm und schief ist auch unser Leben", stellte Pfarrer Christoph Zeh fest. "An diesem Ort kann man Dankbarkeit und Nähe erfahren." Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom evangelischen Posaunenchor. Nach dem offiziellen Teil waren die vielen Besucher zur Renovierungs-Feier eingeladen.
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