Elisa Sturm arbeitet in Behinderteneinrichtung auf Sri Lanka
Abenteuer Asien

Elisa Sturm arbeitete in der Einrichtung von Prithipura Communites vor allem mit Kindern. Bild: exb
Vermischtes
Erbendorf
03.07.2017
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Arbeiten, wo andere Urlaub machen - das macht Elisa Sturm in Asien. Auf Sri Lanka hilft sie in einer Einrichtung für behinderte Menschen. Eine besondere Erfahrung für die angehende Lehrerin.

Wildenreuth. "Es ist eine sehr bereichernde Arbeit. Sowohl für den Kopf als auch den Geist", erzählt Elisa Sturm über ihren Job in Sri Lanka, bei dem sie mit behinderten Kindern und Jugendlichen arbeitete. In Regensburg hat sie Lehramt studiert, Deutsch und Religion. Doch das Referendariat beginnt jedes im September, daher war sie zu einem knappen Jahr Auszeit gezwungen. Das nutzte sie, um nach Asien zu reisen. Thailand, Kambodscha, Bali, Laos und Sri Lanka waren die Stationen.

"Als Studentin konnte ich nicht viel Geld sparen, aber ich wollte unbedingt reisen. Asien bot sich an, weil es doch recht günstig ist", erklärt sie ihre Wahl. Dass sie auf Sri Lanka in der Einrichtung "Prithipura Communities" für behinderte Menschen landete war zunächst gar nicht geplant. Allerdings war ihre Tante vor 15 Jahren ebenfalls in Asien unterwegs und arbeitete ein Jahr in dieser Einrichtung. Anscheinend hat sie einen sehr guten Eindruck hinterlassen. "Die Menschen dort haben sich an meine Tante erinnert und haben mich sehr freundlich aufgenommen."

Auf Sri Lanka werden behinderte Kinder oft von ihren Familien verstoßen, daher sei ein solches Heim enorm wichtig. "Ich habe Kinder zwischen drei und 20 Jahren betreut und habe sehr schlimme Fälle gesehen, weil es solche Behinderungen bei uns in Westeuropa kaum noch gibt." Doch nachdem der erste Schock überwunden war, lebte sie sich gut ein. Die angehende Religionslehrerin war erschrocken, dass die sonst sehr religiösen Einheimischen die schwächeren Mitglieder ihrer Gesellschaft derart ausstoßen. "In der Einrichtung leben Menschen jeden Alters. Der älteste Bewohnerin war 65 Jahre alt."

"Im Vergleich zu Westeuropa hat in Asien Religion eine viel größere Bedeutung. Das hat mich natürlich sehr interessiert, vor allem der Buddhismus", fasst Sturm zusammen. Im Gegensatz zum beschaulichen Wildenreuth war es natürlich ein Kulturschock. Alleine die Ankunft am Flughafen in Thailands Hauptstadt Bangkok sei extrem gewesen. "Sehr stickig, sehr laut und unglaublich viel Verkehr - ich hatte wirklich Angst in ein Tuk-Tuk zu steigen." Doch die freundlichen Menschen machen das wett. Als sie mit einer Freundin einen kleinen Unfall mit einem Roller hatte, haben sofort sehr viele Menschen geholfen.

In Kambodscha wurde Sturm von ihrer Gastfamilie sogar auf eine Hochzeit eingeladen. Dort war sie als Deutsche natürlich eine Attraktion. Das schönste Land, das sie auf ihrer Reise besuchte, sei Sri Lanka gewesen. "Landschaftlich unglaublich, aber die menschlichen Schicksale haben mich sehr geschockt." Sechs Wochen hat sie in dem Kinderheim geholfen. "Nerven- und kräftezehrend", so beschreibt sie die Arbeit. Die Einrichtung finanziert sich durch Spenden und ist auf Freiwillige angewiesen. Immer wieder kämen Studenten oder Reisende aus der ganzen Welt, um zu helfen, erzählt Sturm.

Fünf Monate war sie in Asien unterwegs. Im Moment pendelt sie wieder zwischen ihrem Heimatort Wildenreuth und ihrem Studienort Regensburg. Die Reise habe sie auch ihre Berufswahl überdenken lassen. "Falls ich keine Stelle an einer Realschule bekomme, könnte ich mir nun auch vorstellen in einem sonderpädagogischem Förderzentrum zu unterrichten. Mit bestimmten Fortbildungen ist das möglich."

SpendenPrithipura Communities ist eine spendenfinanzierte Organisation in Sri Lanka. Seit über 40 Jahren kümmert sich die Einrichtung vor allem um behinderte Menschen. Spenden gehen an: The Treasurer, Prithipura Infants Home Kontonummer: 1110010061 BIC/SWIFT: CCEYLKLX Commercial Bank of Ceylon Ltd.
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