Flugsportgemeinschaft organisiert perfektes Open-Air-Konzert
Meisterhaft im Mondschein

Der Sänger Torsten Frisch trat auch als Papageno aus der der Oper "Die Zauberflöte" unter das Publikum.
Vermischtes
Erbendorf
10.07.2017
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Die Tschechische Kammerphilharmonie Prag und Bariton Torsten Frisch begeisterten beim klassischen Freiluftkonzert in Erbendorf das Publikum.

"Wunderbare Melodien, meisterhaft dargeboten." Mit diesen Worten kündigte Aero-Club-Vorsitzender Hans Fischer das Open-Air-Konzert mit der Tschechischen Kammerphilharmonie Prag unter Leitung von Klaus Linkel auf dem Flugplatz in der Schweißlohe an. Er hat nicht übertrieben. Das Publikum dankte mit stehenden Ovationen.

Bürgermeister Hans Donko dankte dem Aero-Club Erbendorf und dem Segelflugverein Grafenwöhr, die als Veranstalter das Konzert möglich machten. Vorsitzender Fischer hob hervor, dass die Leidenschaft zum Fliegen durch alle Berufsgruppen gehe. "Einen gelernten Dirigenten und Konzertmeister in den Reihen eines Flugsportvereins zu haben, ist aber etwas ganz Besonderes. Da liegt es förmlich auf der Hand, dessen Talent auszuschöpfen." Denn die Idee zu diesem Konzert hatte ursprünglich Klaus Linkel, der auch der Kassier des Aero-Clubs ist.

Passend zum lauschigen Sommerabend eröffnete Dirigent Linkel mit der "Kleinen Nachtmusik" von Wolfgang Amadeus Mozart. Während des ganzen Stücks mit Allegro, Romanze, Menuett und Rondo waren nur die Streicher am Werk. Das Blech- und Holzregister kam erst beim zweiten Programmpunkt, der Ouvertüre zur Oper "Die Entführung aus dem Serail" zum Einsatz. Dieses Werk stammt ebenfalls von Mozart.

Kräftiger Bariton

Wie Papageno aus Mozarts Oper "Die Zauberflöte" mischte sich der Sänger Torsten Frisch unters Publikum und stimmte mit der Flöte auf die Arie "Der Vogelfänger bin ich ja" ein, die er mit seiner kräftigen Bariton-Stimmte sang. Dabei konnte er es ohne Mikrofon stimmlich mit dem 25-köpfigen Orchester mit Leichtigkeit aufnehmen. Gekonnt übernahm Linkel die Moderation durch den Abend. "In Erbendorf ist Torsten Frisch kein Unbekannter", merkte er an. "Schon im Jubiläumsjahr der Stadt 2009 war er beim Gala-Konzert mit dabei." Übrigens war die Tschechische Kammerphilharmonie Prag schon einmal zu Gast in der Steinwaldstadt. Unter der Leitung von Linkel gaben sie im Jahre 2003 ein Open-Air-Konzert vor der Pfarrkirche Mariä-Himmelfahrt.

Der Sänger übernahm auch das Auftrittslied des Grafen aus der Oper "Der Wildschütz" von Albert Lortzing. Vorher aber präsentierten die Musiker noch ein perfektes Arrangement des Türkischen Marsches von Mozart. Mit dem Intermezzo aus der Oper "Cavalleria rusticana" von Pietro Mascagni und Gioachino Rossinis Allegro aus der Ouvertüre zur Oper "Wilhelm Tell" ging es in die verdiente Pause.

Mit dem Einbruch der Dunkelheit und bei Vollmond entstand eine ganz besondere Stimmung. Der zweite Teil startete mit "Carmen" von Georges Bizet. Zuerst erklang durch die Kammerphilharmonie die bekannte Ouvertüre und dann, mit Gesang von Torsten Frisch, das Couplet des Escamillo. Zwischen den beiden Carmen-Stücken ließ der Dirigent aber noch die Romanze des Nadir aus der Oper "Die Perlenfischer", ebenfalls von Bizet, erklingen. Das Solo übernahm dabei Zdenek Adam an der Oboe. Konzertmeister Martin Kos legte ein beeindruckendes Violinen-Solo bei der Meditation aus der Oper "Thais" von Jules Massenet an den Tag, das von den Zuhörern begeistert aufgenommen wurde. Aber auch der bekannte "Frühlingsstimmenwalzer" von Johann Strauß ließ manchen Besucher mitschunkeln.

Gruß zum Geburtstag

Einen Spaß erlaubten sich die Musiker mit Linkel bei einem Auszug aus der Operette "Der Bettelstudent" von Carl Millöcker. Als Torsten Frisch die ersten Zeilen des Lieds des Ollendorf "Ach, ich hab sie ja nur auf die Schulter geküsst" sang, musste er plötzlich unterbrechen, denn das Orchester stimmte unverhofft "Happy Birthday" an. Die Musiker gratulierten auf diese Weise Torsten Frisch zum Wiegenfest. Natürlich ging es nach der Gratulationscour mit dem richtigen Lied weiter. Sprichwörtlich heimatliche Klänge brachten die Musiker der Kammerphilharmonie zum Ende des Konzertes mit Kompositionen von Anton Dvorák zu Gehör. Aus dessen Feder erklang die Humoreske in G-Dur sowie der Slawische Tanz Nr. 15.

Für das meisterhafte Konzert bedankten sich die Besucher mit stehenden Ovationen bei den Musikern. Natürlich forderten sie auch Zugaben ein. Mit Erfolg. Nach Johannes Brahms "Ungarischer Tanz Nr. 5" stimmte Bariton Frisch mit den Zuhörern und dem Orchester auf Reinhard Meys "Über den Wolken" ein. Bevor es für die Künstler vom Veranstalter Blumen gab, erklang als letztes Musikstück an diesem gelungenen Abend Bedrich Smetanas "Tanz der Komödianten".
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