12.04.2018 - 20:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Freitag, der 13. Luther und der Poltergeist

Manch einer mag heute mit einem mulmigen Gefühl aufgestanden sein. Denn für viele bedeutet ein Freitag, der 13., Pech. Wie stehen Geistliche zu so einem Unglückstag beziehungsweise zum Aberglauben?

Pfarrer Martin Besold. Bild: exb
von Elisabeth Schätzler Kontakt Profil

(pjkt/esc) "Ich persönlich bin nicht abergläubisch", erzählt Pfarrer Christoph Zeh von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Erbendorf. Beim Freitag, den 13., handele es sich um einen Termin, an dem zwei Unglückssymbole zusammenkämen. "Jesus Christus wurde an einem Freitag gekreuzigt, das allein verheißt für diesen Tag nichts Gutes. Wenn dann noch die Zahl 13 dazu kommt, wird es für viele Menschen ein doppelt gefährlicher Tag", erklärt sich Pfarrer Zeh den Aberglauben unter Vorbehalt. Er sei auf diesem Gebiet kein Experte.

Dabei gehe es um eine Volksfrömmigkeit, die keinen spezifischen kirchlichen Hintergrund habe. Es ist jedoch bekannt, dass Martin Luther sehr abergläubisch war. "Als er auf der Wartburg war und dort das Neue Testament übersetzte, glaubte er, einen Poltergeist in seinem Zimmer zu haben", erzählt Pfarrer Zeh. Das sei für die damalige Zeit jedoch nicht ungewöhnlich gewesen. "Das Weltbild eines mittelalterlichen Menschen war geprägt von Magie, Mystik und bedrohlichen Rätseln", sagt er. Dennoch will der Pfarrer Abergläubigen die Angst vor dem gefürchteten Freitag nehmen. "Ich habe selbst kein Problem mit dem heutigen Tag und würde auch keinem raten, allzu ängstlich zu sein."

Auch Pfarrer Martin Besold von der katholischen Pfarrei Mariä Himmelfahrt ist nicht abergläubisch. Er hatte den Freitag, den 13., gar nicht bewusst im Blick. "Da habe ich jetzt gar nicht dran gedacht", sagt er. "Der Tag hat keine Bedeutung für mich." Dass die Zahl 13 allgemein eine Unglückszahl und "oft ungern gesehen" ist, weiß er. "Den Hintergrund weiß ich aber nicht genau."

Zum allgemein als Unglückstag bezeichneten Freitag, den 13., hat der Geistliche keinen Bezug, "das interessiert mich nicht", sagt er und lacht. "Das Wort 'Aberglaube' ist ja schon ein Widerspruch in sich", sagt Besold weiter. "Ich denke mir, wenn ich an Gott, an Jesus Christus, glaube, dann habe ich ja schon was zum Glauben." Wenn man sich daran halte, dann brauche man auch nichts anderes. "Wir halten so viel für wichtig, wir glauben so viel - ich finde unseren christlichen Glauben gut begründet und vertrauend", sagt er.

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