07.07.2017 - 17:56 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Glück im Unglück - Schulkinder bei Busbrand schnell in Sicherheit Fahrender Schulbus fängt Feuer

Flammen und schwarzer Rauch schlagen aus dem Schulbus-Heck und lassen in den Tagen nach der Katastrophe von Münchberg schlimme Bilder im Kopf entstehen. Weil ein Ersthelfer am Freitag schnell und richtig reagiert, endet der Vorfall auf der B299 bei Erbendorf glimpflich.

von Michael DenzProfil

(mde) "Brand Bus/Personen in Gefahr" lautet die Einsatzmeldung, die am Freitag gegen 13.30 Uhr die Einsatzkräfte der Feuerwehren und des Rettungsdiensts rund um die Steinwaldstadt aufschreckt. Ein Autofahrer hatte einen Notruf abgesetzt, weil an einem Schulbus vor ihm Flammen am Motorraum züngelten. Von schwarzem Rauch berichtet der 64-Jährige, der mit seinem Audi Cabrio hinter dem Bus unterwegs war. "Mit Lichthupe und Hupe habe ich den Fahrer des Schulbusses aufmerksam gemacht", erzählt der Ersthelfer. Ihm ist es wohl zu verdanken, dass nicht mehr passiert ist. Der Busfahrer stoppte auf der Auffahrt von B299 zur B22.

Das Schulbus-Schild habe ihn besonders in Eile versetzt, berichtet der Ersthelfer, der selbst Jahrzehnte lang als Feuerwehrmann aktiv war. "Sofort bin ich aus meinem Auto gestiegen, zum Bus gerannt und habe gleichzeitig mit dem Handy den Notruf gewählt." Größte Sorge waren die Kinder im Bus. "Ich hatte Angst, dass sich durch den Brand im Motorraum die Türen vielleicht nicht öffnen lassen, weil ja auch die Elektrik betroffen sein könnte." Zum Glück ist dies nicht der Fall. Der Fahrer des Busses kann die Türen öffnen. Gemeinsam holen die beiden die neun Schulkinder aus dem Bus. Der Busfahrer unternimmt dann erste Löschversuche mit einem tragbaren Feuerlöscher. Erst der Löschangriff der Feuerwehr Erbendorf bringt das Feuer aber unter Kontrolle. Es hat sich bereit im gesamten Motorraum ausgebreitet.

Viele Notrufe

Der stellvertretende Leiter der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz, Jürgen Meyer, teilte auf Nachfrage mit, dass fünf Notrufe wegen des Busbrands eingegangen waren. "Jeder Anrufer lieferte weitere wichtige Informationen." Vom Rettungsdienst waren laut Meyer zwei Rettungswagen, ein Krankentransportwagen, der Rettungshubschrauber Christoph 80, sowie der Einsatzleiter des Rettungsdienstes bereits auf dem Weg.

Die Einsatzkräfte vor Ort meldeten dann, dass niemand verletzt sei. Der Rettungshubschrauber landete dennoch vor Ort. Auch ein Rettungswagen und ein Krankentransportwagen waren vor Ort. Der Einsatzleiter Rettungsdienst und der Rettungswagen aus Kemnath konnte die Anfahrt dann abbrechen. Neben der Feuerwehr aus Erbendorf waren auch die Kräfte aus Wildenreuth, Grötschenreuth, Krummennaab und Wetzldorf alarmiert. Durch den schnellen Löscherfolg der Erbendorfer Wehr konnten diese jedoch die Anfahrt zur Einsatzstelle abbrechen.

16 Feuerwehrleute

Unter der Leitung von Zugführer Roland Wellenhöfer waren 16 Floriansjünger mit vier Fahrzeugen vor Ort. Neben der Brandbekämpfung, etlichen Nachlöscharbeiten und der Nachkontrolle mit der Wärmebildkamera, sicherten die Feuerwehrleute die Straßen ab, leiteten den Verkehr und reinigten im Anschluss die Fahrbahn. Auch Kreisbrandmeister Herbert Thurm unterstützte vor Ort die Koordinierung des Einsatzes.

Nach ersten Erkenntnissen brach das Feuer aufgrund eines technischen Defekts im Motorraum aus. Die Aufnahme des Vorfalls erfolgte durch eine Streife der Polizeiinspektion Kemnath. Die Höhe des Schadens am Bus der Stadtwerke Erbendorf war am Freitagnachmittag noch nicht zu beziffern. Der Bus musste abgeschleppt werden. Es kam für rund zwei Stunden zu Verkehrsbehinderungen. Gegen 15:30 Uhr beendete die Feuerwehr den Einsatz.

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