31.03.2017 - 19:22 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Grausiger Fund im Weiher-Wasserschacht "Rohr-Krepierer": Polizei irrt

"Zuerst glaubte ich, dass da eine Bisamratte liegt", erzählt Peter Meyer. Doch als sich seine Augen an das diffuse Licht im Schacht gewöhnt hatten, erkannte er, dass es etwas anderes sein müsse. Der grausige Fund, den er ans Tageslicht holte, beschäftigte auch die Polizei.

Erst Hund, dann Fuchs: Die Polizei ging davon aus, dass es sich bei den beiden Tierkadavern im Schacht um tote Hunde handeln würde. Ein Sachverständiger kam am Freitag zu einem anderen Ergebnis. Die zwei Tierkadaver waren wohl doch tote Füchse. Bild: rpp
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Wildenreuth. "Mir graut jetzt noch, wenn ich daran denke, was zum Vorschein kam", erzählt der Wildenreuther Teichwirt. Mit Unterstützung eines Bekannten, den er zu Hilfe holte, gelang es ihm, am Mittwoch den Schacht leer zu räumen. Vor Meyer und seinem Helfer lagen zwei stark verweste tote Tierkadaver. Der Helfer des Teichwirts informierte am Donnerstag die Polizei, die aufgrund der "Rohr-Krepierer" Ermittlungen wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz aufnahm.

Polizei ermittelt

Am Freitag ging die Kemnather Inspektion mit der Meldung an die Öffentlichkeit, dass sie wegen zwei toter Hunde, die in einem Schacht bei Wildenreuth gefunden worden waren, die Ermittlungen aufgenommen habe. Die Beamten schlossen ausdrücklich nicht aus, dass die Vierbeiner lebend in den Schacht geworfen worden sein könnten. "Auf Grund der fortgeschrittenen Verwesung ist es nicht mehr möglich, die Rasse festzustellen", so die Polizei. Die Größe der Vierbeiner schätzten sie auf eine Schulterhöhe von circa 30 Zentimeter und eine Länge von etwa 80 Zentimeter. "Sie hatten ein braunes Fell." Die ersten Ermittlungen hätten ergeben, dass es Tieren dieser Größe unmöglich sei, von selbst über die Abläufe des Schachtes in diesen zu geraten, berichtete ein Polizeisprecher. Die mit der Bearbeitung des Falls betraute Inspektion Kemnath bat darum, Hinweise zu melden und forderte über ihren Presseverteiler alle Hundebesitzer auf, die in der Region seit längerer Zeit Vierbeiner mit den genannten Maßen vermissen, sich zu melden.

Doch das "Auge des Gesetzes" irrte diesmal. Am Freitag kamen zwei Fachleute, um die toten Kadaver noch einmal genauer zu betrachten. Es handelte sich dabei um Jagdhundefachmann Hans Rösch aus Kemnath und Polizeihauptmeister Carsten Landgraf, der selbst Jäger ist. Sie stellten fest, dass es sich bei den Tieren nicht um Hunde, sondern eindeutig um Füchse handelte. Die Polizei: "Dies konnte anhand der Gebisse der beiden Tiere erkannt werden. Die Füchse sind offenbar durch das Drainagesystem in den Wasserzulauf zum Weiher gelangt, dort nicht mehr herausgekommen und letztendlich verendet. Eine mögliche Straftat scheidet dadurch aus."

Bereits Monate dort unten

Vom Schacht führt eine Rohrleitung auch zum nahen Sauerbach. Vermutlich haben sie sich über dieses Rohr bis zum Schacht gezwängt. Offen bleibt allerdings die Frage, warum die beiden Rotfüchse nicht auf dem gleichen Weg zurück in die Freiheit gelangen konnten.

Aufmerksam auf die toten Vierbeiner wurde der Teichwirt, weil der Wasserzulauf zu seinen beiden Forellenweihern annähernd zum Stillstand kam. "Und das jetzt im Frühjahr. Ich dachte mir gleich, dass da etwas nicht stimmt", erzählt er. Also begann er nach der Ursache für das abebbende Wasser zu suchen und überprüfte den Zulauf. Die Gewässer werden über ein Drainage-System einer angrenzenden Wiese versorgt. Dort befindet sich eben jener etwa eineinhalb Meter tiefe Schacht, der durch einen schweren Schachtdeckel aus Gusseisen gesichert ist.

Die Tiere müssen bereits Monate dort unten gelegen haben. Wegen des bereits weit fortgeschrittenen Verwesungszustands schätzen die Beamten, dass die Füchse im Winter, vielleicht auch schon im Herbst vergangenden Jahres dort verendet sind.

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