Heilerziehungspflegeschüler setzen sich mit dem Thema Inklusion auseinander
Vieles ist gut, doch es gibt noch Potenziale

Christina Ponader vom Netzwerk Inklusion des Landkreises Tirschenreuth und Schulleiterin Hannelore Doleschal (von rechts) stellten Trägervereinsvorsitzendem Johannes Reger, Bürgermeister Hans Donko und Pfarrer Martin Besold die Ergebnisse aus dem Projekt Inklusion der Heilerziehungsschüler des Berufsbildungszentrums vor. Bild: njn
Vermischtes
Erbendorf
28.01.2018
57
0
 
Christina Ponader vom Neutzwerk Inklusion des Landkreises Tirschenreuth.

Wie geht es Menschen mit Behinderungen? Wie gelingt Inklusion im Alltag in der Steinwaldstadt? Diese und andere Fragen hatten die Schüler des Heilerziehungspflegekurses am Berufsbildungszentrum in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Inklusion aufgearbeitet. Nun lagen die Ergebnisse des Projekts vor. Fazit: Vieles zum Thema Inklusion ist bereits umgesetzt, doch es gibt noch Verbesserungsmöglichkeiten.

Im Berufsbildungszentrum hieß Schulleiterin Hannelore Doleschal die Teilnehmer der Befragung aus den Bereichen Gesundheit, Nahversorgung und Öffentlichkeit, darunter Bürgermeister Hans Donko und Pfarrer Martin Besold, willkommen. Das Forschungsteam der Heilerziehungspflegeklasse 2016/18 mit den Lehrkräften Uli Sommer und Ursula Siller sowie die Leiterin des Netzwerks Inklusion im Landkreis Tirschenreuth, Christina Ponader, stellte das Projekt vor. Bei der Auswertung der Interviews sei ein Blick darauf geworfen worden, " wo es bereits Inklusion gibt und in welchen Bereichen noch Potenzial vorhanden ist oder noch Schwierigkeiten bestehen", erläuterte Ponader.

Im Bereich der sozialen Einrichtungen wurden Altenheime, Kindergärten sowie die Grund- und Mittelschule unter die Lupe genommen. In den Seniorenheimen sei die Barrierefreiheit optimal. Im städtischen Kindergarten Kunterbunt und im Regenbogen-Kindergarten werde Inklusion durch Sprache gelebt. Außerdem werden Kinder mit Beeinträchtigungen und Migrationshintergrund aufgenommen. Positiv bewertete das Forscherteam zudem, dass der Stadtbus für die Seniorenarbeit kostenlos verliehen werde und geplant sei, die Grund- und Mittelschule barrierefrei umzubauen.

Die Schüler besuchten auch Ärzte und Apotheken. Teilweise sei hier die Barrierefreiheit aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht möglich. Sprachliche Hürden würden zunehmend beispielsweise durch Videoanleitungen im Bereich medizinischer Produkte abgebaut. "Die Bereitschaft, auch Menschen mit Behinderungen bei fachlicher Eignung einzustellen ist gegeben", fassten die Sprecher zusammen.

Bei öffentlichen Dienstleistungen, wie Rathaus und katholischer Kirche, sei die Barrierefreiheit gegeben. Positiv bewerteten sie auch die Haltung der Kirche, auch im Hinblick auf die Integration von Flüchtlingen sowie die gelebte Ökumene. "Inklusion wird als Chefsache in der Kommune gesehen", stellte Christina Ponader fest. Das Bewusstsein für Barrierefreiheit im öffentlichen Raum sei seitens der Stadt vorhanden. Dabei verwies sie auch auf die Leuchtturmprojekte Aribo Hotel und Stadthalle hin. "Die Stadt Erbendorf hat große Erfahrungen in Sachen Inklusion."

Das Aribo Hotel arbeite nach einem inklusiven Konzept und habe bereits das Siegel "Bayern barrierefrei" erhalten. Positiv bewerteten die Schüler im Bereich Nahversorgung den Edeka-Markt, der nach Umbau barrierefrei ist, über Behinderten-Parkplätze und -WC, eine Einkaufsassistenz sowie rollstuhltaugliche Einkaufswagen verfügt.

Als Ergebnis der Befragung stellten die Schüler fest, dass das Thema Inklusion in den Köpfen der Menschen angekommen sei. Auch seien Potenziale für den weiteren Ausbau der Barrierefreiheit gegeben. Doch vor allem im Altbestand sei eine Umsetzung oft schwierig. Ponader warb dafür, dass mit einer guten Zusammenarbeit eine bürgerfreundliche Stadt für alle geschaffen werden könne.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.