18.10.2017 - 20:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Hetsch´n-Wirtin Berta Wöhrl zu Grabe getragen Gebet täglicher Begleiter

"In Gottes Namen hat Berta Wöhrl die Tage ihres Lebens begonnen. Die Zeiten des Glücks und der Freude, und auch die Zeiten des Sorgens und des Leids." Mit diesem Bekenntnis verabschieden Pfarrer Martin Besold und eine große Trauergemeinde die bekannte und allseits geschätzte Wirtin des Gasthofs "Zur Hetsche".

Eine große Trauergemeinde begleitete die verstorbene "Hetsch'n"-Wirtin Berta Wöhrl auf ihrem letzten Weg. Bild: njn
von Jochen NeumannProfil

Wöhrl war nach längerer Krankheit am Sonntag im Alter von 85 Jahren im BRK-Seniorenheim gestorben. Im Requiem in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt sprach Besold von einer lebensfrohen Gastwirtin "mit Leib und Seele". Der Pfarrer ging auch auf das Leben der im Mai 1932 in Reuth bei Erbendorf geborenen Berta Meister ein, wo sie mit vier Geschwistern aufwuchs. Nach der Schulzeit arbeitete sie als Näherin in der Schneiderei Weber in Erbendorf. In der Stadt lernte sie Josef Wöhrl kennen, mit dem sie 1956 die Ehe schloss und somit "auf die Hetsch'n" einheiratete. Zwei Söhnen, Walter und Rudi, schenkten beide das Leben.

1957 übernahm sie die Gastwirtschaft, zu der anfangs auch eine kleine Landwirtschaft gehörte. "Ihre Leidenschaft für das Kochen", wusste der Seelsorger. Für die hervorragende Küche des Gasthofs in der Altenstadt war sie über die Grenzen Erbendorfs hinaus bekannt. Zahlreiche Vereine und Stammgäste gingen ein und aus. Selbst noch im hohen Alter stand sie am Herd. "Gerne hatte sie ihre Familie um sich versammelt, gerne versorgte sie ihre Gäste."

Sechs Enkelkinder und zwei Urenkel, der jüngste gerademal sieben Monate alt, konnte die Wöhrl laut Besold noch aufwachsen sehen. Eine längere Krankheit bahnte sich im vergangenen Jahr an. "Im Mai konnte sie aber noch ihren 85. Geburtstag feiern." Von einer weiteren Krankheit kurz darauf erholte sich Wöhrl jedoch nicht mehr. "Gerade in den letzten Wochen wurde mehr und mehr deutlich, dass ihre Lebenszeit nun zu Ende gehen würde."

In seine Ansprache ließ der Pfarrer einfließen, dass die Verstorbene vor einigen Jahren ein Gebet aufgeschrieben habe, das sie jeden Morgen und vor wichtigen Angelegenheiten zu beten pflegte. "Das hat mich fasziniert, dass ein solches Gebet einen Menschen das ganze Leben begleiten kann." Seitdem lasse er jedes Jahr am Anfang des Schuljahres seine Schüler in der dritten Klasse dieses Gebet auswendig lernen - in der Hoffnung, dass jemand Wöhrl gleichtut. "Jeden Tag mit solch einem Gebet anzufangen - das bedeutet: seine Zeit unter den Segen Gottes zu stellen", führte Besold weiter aus.

Im Anschluss an den Gottesdienst zog der Trauerzug zum Friedhof, in dem die Verstorbene ihre letzte Ruhe fand.

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