24.10.2017 - 20:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Imkervorsitzender weist auf Gefahren von Altglas-Container hin: Billiger Importhonig bringt heimischen Bienen den Tod

"Bienenpest aus dem Altglascontainer ist Realität." Darauf weist Imkervorsitzender Klaus Schmidt hin. "Der billige Import-Honig in den weggeworfenen Honiggläsern bringt den heimischen Bienen den Tod." Die gefürchtete Bienen-Pest breitet sich dadurch aus.

Imkervorsitzender Klaus Schmidt vor einem Altglas-Container. Bild: njn
von Jochen NeumannProfil

"Alltäglich entsorgen wir Verbraucher unsere Gläser umweltbewusst zur Rohstoffrückgewinnung in den Altglascontainern", stellt Schmidt fest. Gerade in diesen Altglas-Sammelstellen lauert nach seinen Worten eine tödliche Seuche für die heimischen Bienen. "Denn darin sind auch viele eingeworfene Höniggläser mit Resten von im Handel angebotenem billigen Importhonig. Gerade diese beinhalten unter Umständen für Bienen gefährliche Erreger." Der Imkervorsitzende führte aus, dass diese Seuche für die Menschen ungefährlich sei. "Aber ganzen Bienenvölkern und -ständen kostet sie das Leben." Sie wirke nach seiner Aussage bei den Bienen hochansteckend und wird dann von Volk zu Volk übertragen. "Sie lässt sich dabei nur sehr schwer eindämmen."

"Gerade in trachtlosen Zeiten ab Mitte Juli ziehen Altglas-Container die heimischen Honigbienen mit Honigresten in den zu recycelnden Gläsern magisch an", berichtet Schmidt, Vorsitzender des Erbendorfer Imkervereins. Die ungereinigten und unverschlossenen Honiggläser, aus denen die Bienen Honigreste als Nahrung aufnehmen, stellen eine latente Gefahr einer Übertragung der gefürchteten Bienenpest dar.

"In diesen Honigresten können Sporen der sogenannten amerikanischen Faulbrut enthalten sein, eine bakterielle Brutkrankheit unserer Honigbienen", betonte er. "Man schmeckt und sieht sie nicht und für den Menschen ist diese Brutkrankheit vollkommen ungefährlich." Doch die Honigbienen tragen die Sporen in ihr Volk und verteilen sie durch Körperkontakt und Futteraustausch untereinander. "Den erwachsenen Bienen schadet die Krankheit nicht, wohl aber dem Nachwuchs."

"Wie der Name Faulbrut bereits darauf hindeutet, tötet die Krankheit die Bienenlarven, sie sterben in ihrer Zelle ab und werden zersetzt", weiß der Imkervorsitzende. "Die amerikanische Faulbrut zählt zu den anzeigepflichtigen Bienenseuchen." In der Regel richtet das Veterinäramt nach Ausbruch dieser Krankheit einen Sperrbezirk ein. "Im schlimmsten Fall muss der Imker befallene Völker abtöten", wusste Schmidt.

"Doch so weit muss es nicht kommen, wenn wir alle gewisse Regeln beachten." Der Imker bittet daher alle Honigliebhaber, auf einfache Weise zur Gesundheit der Honigbienen beizutragen. "Man sollte seine leeren Honiggläser und die zugehörigen Deckel gründlich mit warmem Wasser spülen oder sie in der Geschirrspülmaschine reinigen." Grundsätzlich sollten die Gläser nur mit dem Deckel verschlossen in den Altglascontainer eingeworfen werden, damit eventuelle Honigreste für die Bienen unerreichbar bleiben.

Die amerikanische Faulbrut wurde und wird nachweislich über Import-Honig, der den Honigbienen beispielsweise in den Altglascontainern oder über weggeworfene leere Portionsverpackungen zugänglich wird, eingeschleppt. "Unser heimischer Honig wird ständig geprüft und kann daher auch keine Sporen dieser hochansteckenden Bienenseuche beinhalten."

Wer als Verbraucher heimischen Honig kauft, verhindert damit gleichzeitig die Verbreitung von Faulbrut-Erregern. "Außerdem nutzen alle hiesigen Imker für ihren Honigvertrieb Mehrweggläser, die der Verbraucher später - natürlich gespült samt Deckel - beim Imker oder beim Händler wieder zurückgeben kann." Er wies darauf hin, dass dadurch die Glascontainer-Problematik erst gar nicht aufgeworfen werde.

Von der Abfallwirtschaft und den Aufstellern der Glascontainer wünscht sich der Erbendorfer Imkervorsitzende, dass nur mehr zeitgemäße Container mit selbstschließenden Einwürfen aufgestellt werden. "Somit wäre nicht nur das Ansteckungsrisiko für unsere Honigbienen, sondern zusätzlich auch ein Geruchsproblem beseitigt."

 

 

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