30.03.2018 - 16:58 Uhr
Erbendorf

Italiener stiftet für die Pfarrei Die Ratschen von Rom

Ratschen gibt es beinahe in jeder katholischen Pfarrei, aber die wenigstens können dabei auf das Qualitätssiegel: Made in Italy" verweisen. Die Erbendorfer jetzt schon.

Mario Secco arbeitete sein Leben lang als Schreiner. Heute ist Holz sein Hobby, von den kleinsten Stühlchen über Ratschen und Stöcke bis hin zu Rechen.
von Jochen NeumannProfil

Früher wurde geklappert, heute wird geratscht. In katholischen Pfarreien hat das Tradition an den Tagen zwischen Gründonnerstag und der Osternacht. In diesem Jahr haben die Ministranten in Erbendorf neue handliche Ratschen bekommen -und zwar aus Italien. Zu verdanken hat die Pfarrei dies Mario Secco.

Vom Gloria in der Messe vom letzten Abendmahl am Gründonnerstag an schweigen die Glocken bis zum Gloria der Osternacht. Im Volksmund heißt es, "die Glocken fliegen nach Rom." Um die Gläubigen dennoch auf die Gottesdienste in diesen Tagen aufmerksam zu machen, wird das Glockengeläut durch das Klappern oder Ratschen ersetzt. Auch in der Liturgie werden unter anderem die Altarschellen durch Ratschen ersetzt.

In der Erbendorfer Pfarrei hat das Klappern oder Ratschen eine lange Tradition. Überliefert ist, dass der katholische Leonhard Schifferdecker im Jahre 1707 eine "doppelte Ratschen" hat anschaffen lassen, die auch bei der Karfreitagsprozession durch die Stadt Verwendung fand.

Geratscht oder geklappert wurde in früherer Zeit nicht nur zu den Gottesdiensten, es war auch Ersatz für das Angelusläuten. Heute übernehmen die Ministranten mit Freude das Ratschen für die Gottesdienste. Besonders groß war die Freude in diesem Jahr. Am Karfreitag konnten sie mit nagelneuen Ratschen auf die Gottesdienste hinweisen.

Mario Secco aus Belluno in Italien hat die kleine handlichen Ratschen gebastelt und der katholischen Pfarrei geschenkt. Sozusagen "Made in Italy" für die Pfarrei am Steinwald. Er hat es gerne gemacht. Denn für den 74-jährigen Schreiner ist Holz ein Hobby. Von Eichhörnchen-Figuren, über Stühle für Puppenhäuser, Schaukelstühle und Wanderstöcke bis hin zu Rechen fertigt er in seiner Heimat alles handwerklich aus Holz.

Pfarrer Martin Besold und die Ministranten freuten sich sehr, als Seccos Sohn Silvio von der gleichnamigen Eisdiele die Ratschen übergab. So hat die Geschichte um die neuen Ratschen nur ein Manko. In den vergangenen Jahren verbrachte Mario Secco die Ostertage bei seinem Sohn Silvio in Erbendorf, nur in diesem Jahr hat es nicht geklappt, so dass der Stifter die Premiere "seiner" Ratschen verpasst.

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