02.03.2018 - 20:00 Uhr
Erbendorf

Jahreshauptversammlung des Maschinenrings Tirschenreuth An der Seite der Landwirtschaft

"Gemeinsam mehr schaffen." Das ist ein gängiges Motto. Der Maschinenring Tirschenreuth wählte diese Überschrift für seine Jahreshauptversammlung in der Stadthalle Erbendorf.

Der alte und neue Vorsitzende des Maschinenrings Tirschenreuth e.V., Hans Enslein.
von Jochen NeumannProfil

Geschäftsführerin Marion Höcht bezeichnete den Maschinenring mit seinen Tochterfirmen als "mittelständisches Unternehmen." Der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr auf über zwölf Millionen Euro.

Vorsitzender Hans Enslein stellte fest, dass die Landwirte in den kommenden Jahren nicht nur ein Augenmerk auf die Produktion, sondern auch auf die Ökologie legen müssen. Denn bis 2025 soll der Ökolandbau auf 20 Prozent ausgeweitet werden. "Wir werden uns darüber Gedanken machen müssen", so Enslein. "Sicher ist, dass die Landwirtschaft die Ernährungssicherung behält."

Den Wandel gestalten

"Heute ist die geballte Kompetenz der Landwirtschaft hier in der Stadthalle versammelt", stellte zweiter Bürgermeister Johannes Reger fest. Er wies darauf hin, dass die Gesellschaft ohne Landwirtschaft ein Problem hätte. Dennoch seien weitreichende Veränderungen im Gange, bei der die Landwirte lernen müssen, damit umzugehen. "Der Maschinenring ist an der Seite der Landwirte und gestaltet den Wandel mit."

In einer ganz anderen Form präsentierte Geschäftsführerin Marion Höcht in diesem Jahr ihren Geschäfts- und Tätigkeitsbericht, ganz nach dem Motto des Abends: "Gemeinsam mehr schaffen.". Sie hat sich ihr Büroteam mit ins Boot geholt. Gemeinsam präsentierten sie überaus positiven Zahlen. Eingangs wies Geschäftsführerin Höcht auf einige interessante Bilanzen hin. So gehören dem Maschinenring 1767 Mitglieder an. Insgesamt 82 sozialversicherungspflichte Arbeitsplätze sind vorhanden. Davon fallen 7 auf den Verein Maschinenring, 53 auf die Stiftland GmbH und 22 auf die Personaldienstleistung. "Dazu kommen noch 55 Vollarbeitsplätze durch die Maschinenring-Betriebshelferstunden sowie dem Zuerwerb durch die Stiftland GmbH", so Höcht.

Stolz auf Hilfsdienst

Nach ihren Worten sei der Maschinenring besonders stolz auf den Betriebshilfedienst. Knapp 91 000 Stunden wurden 2017 in der sozialen und wirtschaftlichen Betriebshilfe von den Landwirten für die Landwirte geleistet. Die Geschäftsführerin bezeichnete die Betriebshilfe als eine starke Gemeinschaftsleistung.

Für den Erfolg sei auch ein gutfunktionierendes Netzwerk wichtig. Die Mitarbeiter stellten die Maschinengemeinschaft MRTec vor, die sich neben dem Schlepper- und Maschineneinsatz auch der Gülletechnik verschrieben hat. Ein wichtiges Standbein ist auch die Dienstleistung.

Als einen "Indikator der Wirtschaftslichkeit" bezeichnete die Geschäftsführerin den Verrechnungswert, der im abgelaufenen Jahr bei 8,9 Millionen Euro lag. Eine Steigerung um gut 200 000 Euro gegenüber 2016. "Sie sehen, der Maschinenring ist ein großer Wirtschaftsfaktor in der Region geworden", so Höcht. Mit sämtlichen Tochterunternehmen beläuft sich der Gesamtumsatz auf 12 Millionen Euro.

Neben dem im Jahr 2016 gegründeten Agrarservice, der sich mit der Huf- und Klauenpflege beschäftigt und dem 263 Betriebe mit knapp 9400 Tieren angehören, läuft derzeit der Aufbau einer Nährstoffbörse. "Unsere gesellschaftlichen Veranstaltungen sind auch eine Werbung für unsere Region", stellte Geschäftsführerin Marion Höcht fest. Dabei ging sie auf die Kalender-Party in Waldsassen mit über 750 Gästen ein. Sie nannte auch den "Rock im Stodel" und das traditonelle "Bäuerinnenfrühstück." Nach dem Kassenbericht für das Jahr 2017 und dem Haushaltsplan für das Jahr 2018 erteilten die Mitglieder dem Vorstand die Entlastung. Bei den anschließenden Neuwahlen (der NT berichtete) wurde Hans Enslein als Vorsitzender bestätigt und Mathias Wittmann als neuer Stellvertreter gewählt.

Nachdenkliche Worte

"In der Landwirtschaft läuft einiges nicht gut", stellte Bezirksvorsitzender Franz Roider fest. Als Beispiele nannte er die neue Düngerverordnung, den Zweier-Führerschein und die Fahrerkarte. "Der Politik muss bewusst sein, so kann es nicht weitergehen." Roider, der sich eigentlich selbst als optimistischen Menschen sieht, hatte für die Mitglieder sehr nachdenkliche Worte: "Deutschland braucht anscheinend keine Landwirte. Aldi hat die Schnitzel, der Strom kommt aus der Steckdose."

Roider stellte auch die Frage, wie der Arbeitsplatz eines Landwirts in zehn Jahren ausschauen werde. "Wahrscheinlich wird er wegen der Dokumentenflut im Büro sitzen und ein Angestellter wird draußen die Arbeit tun." Seine letzte Frage zum Nachdenken: "Ob wir als Landwirte unseren Platz in der Gesellschaft finden oder ob wir nur Landschaftspfleger sind?"

Mitarbeiterehrung

Zum Ende der Sitzung hatte Vorsitzender Enslein noch die Aufgabe, langjährige Mitarbeiter zu ehren. So sind Projektleiter Benjamin Frummet und MR-Assistent Andy Henfling bereits seit zehn Jahren dabei. Geschäftsführerin Marion Höcht kann auf 25-jährige Betriebszugehörigkeit zurückblicken und Karola Pinzer aus dem Sachgebiet Betriebshilfe ist seit 30 Jahren beim Maschinenring.

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