04.03.2018 - 17:24 Uhr
Erbendorf

Landfrauentag in der Stadthalle Erbendorf: Redner würdigen Leistung der Bäuerinnen - Referat ... "Landfrauen sind Powerfrauen"

"Bäuerinnen engagieren sich für das Dorf und die Heimat", stellt Kreisbäuerin Irmgard Zintl fest. "Bäuerinnen sind Herz und Seele eines jeden Betriebes", betont Landrat Wolfgang Lippert. Keine der Zuhörerinnen will da widersprechen. In der Erbendorfer Stadthalle dreht sich alles um die Landfrauen.

Der Landfrauenchor unter der Leitung von Sieglinde Kusche-Konrad eröffnete den Landfrauentag in der Stadthalle.
von Jochen NeumannProfil

"Das ist Heimat": Unter diesem Motto stand der Landfrauentag des Kreisverbandes des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Eröffnet wurde er mit einem Totengedenken, das vor allem der vor einer Woche verstorbenen Ortsbäuerin Berta Zintl aus Schönhaid galt. Musikalisch eingestimmt auf die Veranstaltung wurden die Gäste im Anschluss durch den Landfrauenchor unter der Leitung von Sieglinde Kusche-Konrad.

Kreisbäuerin Irmgard Zintl freute sich, dass so viele Bäuerinnen gekommen waren, um bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Auf das Motto "Das ist Heimat" eingehend, wies sie darauf hin, dass sich die Bäuerinnen für den Betrieb, die Familie, das Dorf und die Heimat engagieren. "Heimat ist einfach ein Gefühl", stellte die Kreisbäuerin fest.

"Kein Job wie jeder andere"

Welche Wertschätzung den Landfrauen entgegengebracht wird, zeigte sich am Besuch von Vertretern aus Politik, Behörden sowie vielen landwirtschaftlichen Vereinen und Verbänden. "Heute gibt es keine langen Gesichter bei diesem Kuchenbüfett", stellte Landrat Wolfgang Lippert in seinem Grußwort fest. Aber auch in der Landwirtschaft dürfe es, egal ob wegen Glyphosat oder Milchpreis, keine langen Gesichter geben.

"Wir brauchen Bäuerinnen mit Mut und Zuversicht", betonte der Landrat. Denn eine Bäuerin sei Herz und Seele eines Betriebes. "Ich bin mir bewusst, dass das Bäuerinnen-Sein kein Job wie jeder andere ist", erklärte Lippert: "Bäuerin zu sein ist eine Berufung."

Seiner Meinung nach entwickeln sich die Landfrauen mehr und mehr zu Unternehmerinnen. Zweites Standbein neben der Landwirtschaft seien etwa Hofverkauf, Wellnessbereich oder Gästeunterbringung. "Bäuerinnen sind Impulsgeberinnen und Rückgrat für einen vitalen ländlichen Raum", sagte der Landrat und überreichte in diesem Sinne ein Spendenkuvert an die Kreisbäuerin.

"Ich bin eine von euch", "outete" sich die dritte Bürgermeisterin der Stadt Erbendorf: Sonja Heindl ist auch stellvertretende Ortsbäuerin von Schadenreuth. Ihrer Meinung nach ist der Landfrauentag "der höchste Feiertag im ganzen Jahr". Im Namen der Stadt dankte sie den Landfrauen für die gute Zusammenarbeit und stellte fest: "Landfrauen sind Powerfrauen."

Nachwuchs notwendig

Schulleiterin Doris Eckl vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten informierte über Bildungsangebote und wies auf die Infoveranstaltung am 8. Mai für den neuen Hauswirtschaftskurs in Teilzeit hin. In diesem Zusammenhang stellte sie fest, dass an der Landwirtschaftsschule nicht nur bei den Schülern, sondern auch im Bereich der Lehrer Nachwuchs notwendig sei: "Die stärksten Jahrgänge gehen jetzt in Rente."

"Der Landfrauentag ist für mich auf alle Fälle ein Feiertag", erklärte der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Ely Eibisch. Er sprach den Landfrauen ein großes Dankeschön aus: "Als Männer wissen wir Ihre Arbeit zu schätzen."

"20 Minuten täglich lachen erspart die Grippeimpfung"

Ein großer Programmpunkt am Nachmittag war der Vortrag von Journalistin, Logotherapeutin und Theologin Ursula Lux aus Unterfranken. "Das Leben ist viel zu kurz für ein langes Gesicht - von der heilsamen Kraft der Humors": So lautete das Thema, dem sich die Referentin theoretisch wie praktisch widmete.

Laut Lux ist das Lachen etwas sehr Menschliches. Zahlreiche Muskeln werden dabei in Bewegung gesetzt. Doch der Mensch habe durch die Erziehung "das Lachen verlernt", erklärte sie. Den Deutschen gehe es so gut wie nie, trotzdem werde viel gejammert. Selbst zwischen Katholischen und Evangelischen gebe es beim Lachen Unterschiede: "Evangelische lachen kaum". "Die Kirche tut sich schwer mit dem Lachen", führte sie weiter aus. "Es gibt kaum ein Bild mit einem lachenden Jesus." Dann ging sie auf das Buch "Der Name der Rose" ein, in dem es sinngemäß heißt: Lachen vertreibe die Furcht, und ein Leben ohne Furcht sei eine Gefahr für den Glauben.

Und worüber lachen die Deutschen am meisten? Auch darauf hatte die Referentin eine Antwort: Frauen über Männer und Männer über Sex. "Eine Einstellung dabei: Aber bitte keine Witze über den eigenen Mann und bei den Männern ja nicht über den eigenen Sex."

"Lachen ist auf jeden Fall gesund", betonte Lux. Denn die inneren Organe werden zu vermehrter Durchblutung angeregt. "20 Minuten täglich lachen erspart die Grippeimpfung." Den Humor beschrieb sie als Fähigkeit, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen, sondern über sich lachen zu können. In ihrem gut eineinhalbstündigen Vortrag baute die Referentin zahlreiche Anekdoten und Witze ein, über die die Zuhörer herzlich lachten und so bereits insgeheim einen Beitrag zu ihrer Gesundheit leisteten. (njn)

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