03.05.2017 - 20:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Mai-Kundgebung eine Traditionsveranstaltung Schulterschluss

"Heute ist es nicht mehr selbstverständlich, am 1. Mai den Tag der Arbeit zu begehen", stellte SPD-Vorsitzende Brigitte Scharf bei der DGB-Kundgebung im "Roten Roß" fest. "Wir wollen diese Tradition nicht untergehen lassen." Hauptredner war Stefan Dietl, stellvertretender Bezirksvorsitzender der Gewerkschaft Verdi.

Die Mai-Kundgebung des DGB-Ortskartells fand im Gasthof "Zum roten Roß" statt und war gut besucht. Am Rednerpult der stellvertretende verdi-Bezirksvorsitzende Stefan Dietl (links) sowie (von links) SPD-Ortsvorsitzende Brigitte Scharf und DGB-Ortskartell-Vorsitzender Hans Schäffler.
von Jochen NeumannProfil

(njn) Nach einem Rückblick auf 125 Jahre freie Gewerkschaften ging Dietl auf das Motto des 1. Mai ein, "Wir sind viele. Wir sind eins!" Nach seinen Worten gebe es kaum einen Satz, der die Stärke der Gewerkschaften besser beschreibe. "Mehr als sechs Millionen Mitglieder sind es in acht Einzelgewerkschaften."

Rassismus und Ausgrenzung werde ebenso bekämpft wie der Diskriminierung von Kollegen wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft oder sexueller Orientierung. Dietl sprach auch die Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte an: "Es wird Zeit, dass dem braunen Terror, ebenso wie den geistigen Brandstiftern, Einhalt geboten wird."

Gegen die AfD

Angesichts des anstehenden Bundestagswahlkampfs gelte es, sich denen in den Weg zu stellen, die ihre rassistische Politik unter dem Deckmäntelchen der sogenannten besorgten Bürger betreiben. Damit meinte der Redner die AfD, die nicht nur gegen Flüchtlinge hetze, sondern auch arbeitnehmer- und gewerkschaftsfeindlich sei. "Unsere Alternative ist nicht die AfD, ist nicht Ausgrenzung und Diskriminierung, unsere Alternative heißt Respekt und Solidarität."

Ein weiteres Thema war die Schere zwischen arm und reich, die immer weiter auseinandergehe. "Arbeitgeber stehlen sich bei Minijobs aus der Verantwortung und begehen massenhaft Tarifflucht." Das Gleiche gelte auch für Leiharbeit und Werkverträge. Dietl führte aus, dass die Gewerkschaften darum kämpfen, beide Beschäftigungsarten in reguläre Beschäftigungsverhältnisse zu überführen.

Nicht zuletzt prangerte der Redner auch den Personalmangel in Kliniken und im Pflegebereich an. Nicht zuletzt ging es um die Rente, die eigentlich allen älteren Mitbürgern einen würdigen Lebensabend ermöglichen sollte.

Abschließend merkte Dietl an, dass die Vielfalt in der Einheit die Arbeitnehmer stark mache. "Egal ob jung oder alt, Auszubildender oder Rentner, mit oder ohne deutschen Pass - lasst uns gemeinsam kämpfen, denn nur gemeinsam sind wir stark."

"Zusammenstehen"

SPD-Vorsitzende Scharf ergänzte, dass gerade jetzt Gewerkschaften und SPD zusammenstehen müssten. "Ich glaube, bei den Zuhörern ist etwas hängen geblieben." Mit diesen Worten bedankte sie sich beim Redner. "Er hat den Nagel auf den Kopf getroffen." Zum Problem Minijobs führte sie aus, dass Beschäftigte in manchen Betrieben keinen Urlaub erhielten und keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

"Solche Sachen haben auch wir vor der Haustüre", schimpfte Scharf. Persönlich wisse sie von einer Putzfrau im Öffentlichen Dienst, die nicht bei der Zusatzversorgung angemeldet sei. "Sie hat eine feste Anstellung und ist über 40 Jahre, das finde ich schlimm." Auch prangerte sie ein Unternehmen in der Region an, bei dem langjährig Beschäftigte gekündigt würden, weil sie einen Betriebsrat gründen wollen.

Mit dem leidenschaftlichen Singen des Arbeiterliedes "Brüder zur Sonne zur Freiheit" schloss die Versammlung.

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