14.06.2016 - 02:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Nach dem Pfeilangriff auf Schwarzstörche: Schmidt will Pläne überdenken Windräder vor dem Aus?

Der Pfeilangriff auf junge Schwarzstörche im Hessenreuther Wald hat auch Bernhard Schmidt schockiert, wie er sagt. Als Geschäftsführer der Genossenschaft Neue Energien West und Teilhaber der Windkraftfirma NES war vor allem er es, der zuletzt den Bau von Windkraftanlagen vorangetrieben. Nun fühlen sich er und seine Mitstreiter in ein falsches Licht gerückt: Mit dem Angriff hätten sie nichts zu tun: "So etwas macht man nicht."

Die Existenz des Schwarzstorchs am Silberschlag im Hessenreuther Wald kippt möglicherweise die Pläne, dort Windkraftanlagen zu errichten. Archivbild: Hartl
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Schockiert ist Schmidt aber auch, weil die Existenz des Storchs an dieser Stelle die Pläne für Windräder stark gefährdet. Ganz aufgeben wolle er das Vorhaben nicht, aber: "Wir müssen alles überdenken." Seit 2012 habe die NES das Vogelvorkommen im Hessenreuther Wald prüfen lassen. "Wir wussten, dass es Schwarzstörche und Adler auf der anderen Seite des Berges gibt. An der Stelle war uns bislang nichts bekannt."

Dem entgegnet Schwarzstorch-Gutachter Carsten Rohde, dass das betroffene Nest mindestens drei Jahre besetzt ist. Er war am Samstag im Auftrag des Landratsamts unterwegs, um die Schwarzstorchhorste in der Region zu kartieren. Dabei bemerkte er den Pfeilangriff.

Das Nest selbst hat Rohde schon im März entdeckt, er kenne weitere, sei zudem sicher, dass es noch unentdeckte Nester gibt. "Ich gehe davon aus, dass dort drei bis vier Brutpaare leben." Sorgen mache er sich vor allem um den nun entdeckten Horst. Bis Jungvögel schlüpfen, lasse sich der Schwarzstorch leicht vertreiben. "Hätten die Störer das Nest im März entdeckt, hätte etwas Lärm gereicht, um die Alttiere zu vertreiben." Rohde befürchtet, dass die Tiere im kommenden Jahr auf diese Weise vertrieben werden.

Wir wussten, dass es Schwarzstörche und Adler auf der anderen Seite des Berges gibt. An der Stelle war uns bislang nichts bekannt.Bernhard Schmidt

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