27.09.2017 - 17:38 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Nach Vorfall beim Kirwa-Umzug Keine Kritik am Organisator

Rechtsextreme beim Kirwa-Zug in Erbendorf: Während sich Bürgermeister Hans Donko am Mittwoch hinter die Veranstaltung und deren Organisator stellt, gibt es weitere Details zum Vorfall.

Symbolbild: Oliver Berg/dpa
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Der Rechtsextremist Patrick Schröder war am Sonntag nicht nur Gast auf einem Kirwa-Wagen. Er nutzte den Umzug auch als Werbeplattform für sein Internetangebot. Auf den von der Polizei sichergestellten Fahnen prangte das Logo des von Schröder betriebenen Internet-Auftritts, über den er unter anderem einen Radio-Sender und Videosendungen anbietet. Dies bestätigte am Mittwoch Polizei-Sprecher Albert Brück. Zum Stand der Ermittlung gab es von der Kriminalpolizei nichts Neues. Dagegen tauchte am Mittwoch auf der Onetz-Facebook-Seite ein Beschluss des Amtsgerichts Gera aus dem Jahr 2014 auf. Dieser Beschuss stellt fest, dass das auch in Erbendorf gezeigte Logo zumindest juristisch nicht zu beanstanden ist. Der Sprecher des Geraer Amtsgerichts, Siegfried Christ, bestätigt, dass das gepostete Urteil authentisch ist.

Bürgermeister Hans Donko bedauert derweil, dass eine "super Veranstaltung durch einige Wenige einen so schlechten Beigeschmack bekommt". Er selbst war beim Start des Zugs. "Die Polizei hat mir bestätigt, dass es keine Probleme gibt, alles war bestens organisiert." Den Zug habe er dann vom Rathaus aus verfolgt. Dabei sei ihm, wie vielen anderen, nichts Verdächtiges aufgefallen. "Erst als der Zug vorbei war, wurde ich über den Vorfall informiert."

Deshalb nimmt Donko seinen Jugendbeauftragten Martin Kastner in Schutz. "Ich weiß, dass er sehr zerknirscht ist. Aber man kann ihm sicher keinen Vorwurf machen." Im Gegenteil: Kastner habe die Veranstaltung hervorragend organisiert. Donko ließ keinen Zweifel, dass es auch im kommenden Jahr einen Kirwa-Zug geben wird. Dabei sollen auch weiterhin Privatpersonen Wagen anmelden können. "Gerade für Jugendliche, die nicht in Vereinen organisiert sind, bietet der Zug eine schöne Möglichkeit, sich ins Stadtgeschehen einzubringen."

Ob es im nächsten Jahr Änderungen bei der Organisation gibt, darüber könne man diskutieren. Donko kann sich vorstellen, dass die Anmelder der Wägen stärker in die Pflicht genommen werden, um dann sicherzustellen, dass der Umzug nicht wieder als Werbeplattform für menschenverachtende Ideologien missbraucht wird.

Erst als der Zug vorbei war, wurde ich über den Vorfall informiert.Bürgermeister Hans Donko

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