07.03.2018 - 20:00 Uhr
Erbendorf

NT-Wetterexperte Andy Neumaier beim Agrarforum der Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG Wertvolle Wettertipps vom Experten

(exb) "Unsere Heimat zählt zu den kältesten Regionen Deutschlands". Andy Neumaier muss es wissen: Der Meteorologe aus Mitterteich befasst sich seit seiner Kindheit mit dem Wetter. Beim Agrarforum der Raiffeisenbank Oberpfalz Nord-West stellte der Oberpfalz-Medien-Wetterexperte die Region aus meteorologischer Sicht vor.

Der Wetterexperte unserer Zeitung Andy Neumaier hatte nicht nur für Landwirte den ein oder anderen Wettertipp mit im Gepäck beim 7. Agrarforum der Raiffeisenbank Oberpfalz Nordwest eG.
von Roman MelznerProfil

Neumaier ging aufs Kontinentalklima und den Klimawandel ein. Hauptfaktor dieses Wandels sei vor allem die Sonnenrotation und die Erdachsen-Schwankungen. Dies werde oft außer Acht gelassen, der menschliche Einfluss dadurch überbetont. Starke Klimaschwankungen und den CO2-Haushalt der Atmosphäre gebe es seit ewigen Zeiten. Die Niederschlagsmenge in der Region habe sich zuletzt kaum verändert.

Die Niederschläge treten aber verstärkt in kürzeren Zeitspannen auf. Die Besonderheit der Region sei, dass die Winde, die das Wetter bringen, auf Steinwald und Fichtelgebirge treffen, so Neumaier. Die Mittelgebirge leiten Wetterphänomene oft regelrecht um, so dass die konkrete Situation von der globaleren Vorhersage abweicht. Große Unwetter ziehen meist aus Süd- oder Nordwest auf. An den Berg wandern sie oft seitlich ab. So kann in Erbendorf oder Tirschenreuth die Sonne scheinen, während es in Ebnath hagelt. Vorsicht sei bei Wind aus Nord- oder Südost geboten. Wenn der Wind aus Richtung Weiden kommt, treten die Wetterphänomene mit Wucht auf, da sie zwischen den Mittelgebirgen wie durch einen Kanal durch die Region geleitet werden. Fragen bezogen sich dann auf das Tempo des Klimawandels. Erdgeschichtlich seien die Temperaturveränderungen kaum erwähnenswert, nur die letzten drei Jahrzehnte betrachtet, sei das anders. Dass Wetterextreme mehr Aufmerksamkeit bekommen, ist für Neumaier eher ein technisches Phänomen. Wenn es heute in der Region einen Tornado gibt, werde dieser ziemlich sicher gefilmt. Das war vor 30 Jahren nicht so einfach möglich. "Der Tornado war aber vor drei Jahrzehnten auch schon da", so Andy Neumaier.

Für die Zukunft prognostizierte er im Winter längere Kältephasen und durch "Angriffe" von Warmluft teilweise auch mehr Schnee. Frühjahr und der Herbst werden dagegen trockener und wärmer. Im Sommer wird es wechselhafter, schwüler und niederschlagsreicher. In allen Jahreszeiten müsse man sich auf extremere Temperatursprünge einstellen. Der Grundwasserspiegel dürfte vermutlich ansteigen, dies sei schon jetzt belegbar. Tatsächlich werde es gerade in der Oberpfalz eine Art Rückkehr des Winters und schlechtere Sommer geben. Global steigen die Temperaturen aber an. Klimaschutzpolitik sei wichtig. Panik aber fehl am Platz. "Unsere schöne Region bleibt durch ihre Lage aber wohl eine Insel der Seligen" so Neumaier.

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