Ron Biederman mag's bunt im Garten
Wo Nikolaus auf Santa trifft

Haus und Garten als Gesamtkunstwerk: Das Anwesen der Familie Biederman in Erbendorf. Bilder: wb (2)
Vermischtes
Erbendorf
13.12.2016
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Santa Claus grüßt aus dem Erbendorfer Biederman-Garten.

Ein Besuch bei "Mister Biederman" gehört zum Advents-Pflichtprogramm vieler Erbendorfer. Am Haus des Amerikaners gibt es aber auch einiges zu sehen.

Das Strahlen in den Augen der Kinder ist für Ron Biederman der schönste Lohn. Wenn er in seinem Innenhof am knisternden Lagerfeuer sitzt und die Jungs und Mädchen beobachtet, wie sie mit weit aufgerissenen Augen und offenen Mündern vor den aufblasbaren Figuren und Farbwechsler-Lichterketten stehen, dann ist er glücklich. "Das ist für mich der schönste Lohn für die Arbeit", schwärmt der aus dem US-Bundesstaat Wisconsin stammende Wahl-Erbendorfer.

Und in diesen Tagen ist er sehr oft richtig glücklich. Ein Besuch im Hof der Biedermans, direkt an der Ortsdurchfahrt gelegen, gehört mittlerweile nicht nur bei den Einwohnern der US-Wohnsiedlung "Am Brücklpoint", sondern auch bei Oberpfälzer Familien in Raum Erbendorf zum Pflichtprogramm der Vorweihnachtszeit. "Es waren sogar schon Berliner Gäste da", schmunzelt Ron Biederman. Seine verträumte weihnachtliche Märchenlandschaft mit leuchtenden Schneemännern, grinsenden Eisbären, lächelnden Pinguinen, glitzernden Schneekugeln und sich verneigenden Weihnachtsmännern spricht sich schnell herum.

Made in America

Wochenlang ist "Mister Biederman" alljährlich ab Oktober beschäftigt, seinen Hof zu dekorieren, bevor er die Schalter erstmals umlegt. Das Zubehör dafür bezieht er direkt aus Amerika. Das bedeutet auch, dass er Spannungswandler braucht, um die auf amerikanische 110-Volt ausgelegten Figuren und Lichterketten ans deutsche 220-Volt-Wechselstromnetz anschließen zu können. Wie viele Stunden der Wahl-Erbendorfer an der Anlage "rumwerkelt", bis alles passt, kann er gar nicht genau sagen: "Hier mal da drei Stunden, da mal eine Stunde ... insgesamt kommt aber schon einiges zusammen."

Dafür weiß Ron Biederman genau, wann die Lichter das erste Mal gebrannt haben. Immer zum Thanksgiving-Day beginnt der an Disneyland erinnernde Lichterzauber. "Das ist in Amerika so Brauch", erzählt er. Seine Landsleute feiern Thanksgiving am vierten Donnerstag des Monats November. In den Vereinigten Staaten sei dies ein staatlicher Feiertag und zugleich das größte Familienfest im Jahreskreis. Dann kämen alle zusammen, um gemeinsam gut zu essen, zu feiern und eben Beleuchtungen zu bestaunen.

Oft und gerne erzählt der mittlerweile 66-Jährige langjährige Berufssoldat den Besuchern davon, wie er und seine Geschwister als Kinder nach einer "old tradition" am Thanksgiving-Day ins Auto "gepackt" und zu den schönsten Weihnachtshäusern in der Region gekarrt worden seien. Vom Auto aus hätten sie die Lichterpracht kurz bewundert, dann ging es weiter zum nächsten Haus.

Für Ehefrau Gabi war das Hobby ihres Mannes anfangs schon eine gewisse Umstellung. "Ich bin ganz anders aufgewachsen. Bei uns in der Oberpfalz war die Vorweihnachtszeit mehr eine ,staade Zeit'", erzählt sie. Doch mittlerweile macht der amerikanische Lichterglanz der Nordoberpfälzerin genauso viel Freude wie ihrem Mann. Es sei einfach schön, die Begeisterung der Kinder zu sehen. Allein bei der Nikolausfeier der Erbendorfer Siedlergemeinschaft, die seit einigen Jahren in diesem ungewöhnlichen Ambiente stattfindet, seien wieder an die 100 Mädchen und Jungs da gewesen.

Etwa 150 Euro mehr

Die Stromkosten - geschätzte 150 Euro Mehrkosten pro Weihnachtszeit - nehmen Ron und Gabi Biederman gerne in Kauf. Verursacht werden sie übrigens weniger durch die Lichter, das sind durchwegs sparsame LEDs, sondern hauptsächlich durch die vielen aufblasbaren Figuren. Die Motoren, die sie mit Luft füllen, gehen ins Geld. Ron Biederman wusste auf Anhieb gar nicht, wie viele er diesmal aufgestellt hat. Er musste erst nachzählen und kam auf zwölf "Luftnummern", die noch bis Anfang Januar bestaunt werden können. Wenn das Tor geöffnet ist, dürfen Besucher den Innenhof gerne betreten. Bei geschlossenem Tor heißt es draußen bleiben, denn dann passen die beiden Labrador-Hunde "Sepia" und "Kira", die beiden Hunde von Gabi und Ron Biederman, auf die Weihnachtsmänner auf.
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