Steinwald-Allianz und Fraunhofer-Institut stellen Konzept vor
Mobiler Dorfladen für den ländlichen Raum

In der Stadthalle wurde den Erzeugern der Mobile Dorfladen vorgestellt. Mit auf dem Bild (links) Matthias Koch vom Fraunhofer Institut.
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Erbendorf
29.01.2018
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"Abgedeckt wird die komplette Nahversorgung, die ein Dorfladen abbildet." Zitat: Martin Schmid

"Die kleinen Tante-Emma-Läden vor Ort sterben! Eine dramatische Entwicklung auch in unserer Region", stellte Bürgermeister Hans Donko, Vorsitzender der Steinwald-Allianz, fest. Eine Antwort des kommunalen Zweckverbandes darauf ist der mobile Dorfladen, der im Rahmen des Projekts "Digitales Dorf" noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll. Bei einem Informationsabend in der Stadthalle wurde den Erzeugern und Partnern das Konzept vorgestellt.

Im April letzten Jahres hat die Steinwald-Allianz den regionalen Förderbescheid für den Wettbewerb um das "Digitale Dorf" erhalten. Mit dem "mobilen Dorfladen" soll die Versorgungsstruktur mit Produkten des täglichen Bedarfs im ländlichen Raum weiter aufrechterhalten werden. "Damit möchten wir die Lebensqualität auf dem Land altersübergreifend erhalten und verbessern", sagte Donko.

Beim Informationsabend stellten Vorsitzender Bürgermeister Hans Donko und der Geschäftsführer der Steinwald-Allianz Martin Schmid sowie Vertreter des am Projekt beteiligten Fraunhofer-Instituts den mobilen Dorfladen den regionalen Erzeugern und Partnern vor.

Eingangs stellte Donko fest, dass die kleinen Märkte und Geschäfte im Bereich der Nahversorgung weiter sterben. Diese Entwicklung bezeichnete er als dramatisch für die Region. Aus dem für die Steinwald-Allianz durchgeführten Vitalitäts-Check gebe es 40 Ortsteile mit insgesamt 4230 Bürgern, die über keine Nahversorgungsmöglichkeit vor Ort verfügen. "Diesen Bürgern eine Vor-Ort-Versorgung zu ermöglichen, ist das Ziel unseres geplanten mobilen Dorfladens", erklärte Donko.

Annemarie Wojtech vom Fraunhofer-Institut stellte den Veranstaltungsteilnehmern die Projektidee mobiler Dorfladen vor. Sie erklärte, dass im vergangenen Jahr an der Konzeptionierung gearbeitet worden war. "Nach den Erzeuger werden in den nächsten Monaten die ersten Tests mit ausgewählten Nutzern durchgeführt." Im Sommer soll dann der mobile Dorfladen rollen. Welches Sortiment der mobile Dorfladen mitführen soll, erklärte Wojtech anhand von Umfragen in der Region. "88 Prozent der Befragten wünschen sich regionale Waren." Dabei werden hauptsächlich Gemüse, Obst, Milchprodukte, Eier, Backwaren Fleisch und Wurst sowie Getreideprodukte gewünscht.

Der Geschäftsführer der Steinwald-Allianz und der neuen Steinwald-Dorfladen GmbH, Martin Schmid, ging auf das Geschäftsmodell ein. "Mit dem Fraunhofer-Institut wird zur Zeit eine zentrale digitale Plattform geschaffen, die den Dorfladen mit den Lieferanten, dem Lager und nicht zuletzt den Konsumenten verbindet."

Zu Beginn werde ein Tourenplan aufgestellt, mit dem die einzelnen Ortsteile angefahren werden. Wie der Geschäftsführer weiter ausführte, könne im mobilen Dorfladen direkt eingekauft werden oder aber auch die gewünschten Waren online vorbestellt und abgeholt werden. Den dafür notwendigen Online-Marktplatz stellte Matthias Koch vom Fraunhofer-Institut vor. Das Online-Portal sei einfach gehalten.

Donko freut sich schon auf den Start des mobilen Dorfladens, der Mitte 2018 in Betrieb gehen soll. "Gerade sind wir noch dabei, entsprechende Mitarbeiter zu suchen." Die Stellenausschreibung ist unter www.steinwald-allianz.de abrufbar. Der Standort des Fahrzeugs wird Fuchsmühl sein.

Abgedeckt wird die komplette Nahversorgung, die ein Dorfladen abbildet.Martin Schmid


88 Prozent der Befragten wünschen sich regionale Waren.Annemarie Woitech
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