16.01.2018 - 14:48 Uhr
ErbendorfOberpfalz

VLAB plant fürs Jahr 2018 Kauz-Projekt soll 2018 wachsen

Ein erfolgreiches erstes Jahr des Habichtskauzes in Nordbayern: Der VLAB zieht eine positive Bilanz und stellt gleichzeitig ambitionierte Pläne für 2018 vor. Im Tätigkeitsbericht zum Jahr 2017 spart der Verein aber auch die Rückschläge nicht aus.

Fünf der sechs Tiere in der Voliere. Zwei Männchen und vier Weibchen bereitete der VLAB dort auf das Leben in der Wildnis vor. Bild: VLAB
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Das Habichtskauz-Projekt des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern soll 2018 kräftig wachsen: Zwei weitere Volieren sollen die bestehende ergänzen. Bis zu 20 Tiere will der Verein auswildern, 2017 waren es 6. Mit dem Tierpark Berlin, der Greifvogelstation Hellenthal in der Eifel und dem Greifvogelpark Grafenwiesen im Bayerischen Wald gibt es dafür neue Züchter, die neben dem Opel-Zoo im Taunus und dem Nationalpark Bayerischer Wald dafür Jungtiere zur Verfügung stellen.

Dazu möchte der Verein 30 bis 40 weitere Brutkästen anbringen, bis zum Großen Kornberg im nordöstlichen Fichtelgebirge im Landkreis Hof. "Wir sind auf der Suche nach einem Naturschutzverein in Tschechien als Kooperationspartner, um das Projekt auch dorthin auszuweiten", erklärt Vorsitzender Johannes Bradtka zusätzlich.

Ein totes Tier an der B22

Im Frühjahr und im Herbst soll es nun ein "akustisches Monitoring" geben. Dann werden Experten in den Wäldern unterwegs sein, um die Tiere anhand ihrer Rufe aufzuspüren und ihre Aufenthaltsorte zu bestimmen. Weiter möchte der Verein daran arbeiten, die Lebensbedingungen der Tiere zu verbessern. Außerdem soll die Öffentlichkeitsarbeit ausgeweitet werden.

Das Jahr 2017 beendete das Projekt mit einem Rückschlag: dem Tod eines der sechs Eulenvögel im Oktober. Mit einem offenen Bruch des rechten Flügels war das Tier in einem Waldstück an der B22 nahe Sassenhof liegengeblieben. "Die Verletzung war so schwer, dass ein Tierarzt das Tier einschläfern musste", berichtet Bradtka. Bereits im August war bei Bärnau ein verletztes Tier gefunden worden, dieses überlebte eine Operation. In der Wildnis kann der Vogel nicht mehr leben, wohl aber für die Zucht wertvolle Dienste leisten.

Abgesehen von diesen Zwischenfällen zeichnet der Tätigkeitsbericht für die Geldgeber des Projekts einen erfolgreichen Start, den Öffentlichkeit und Fachorganisationen gut aufgenommen haben. Das Interesse der Medien war groß, das Projekt schaffte es in landesweite Zeitungen und TV-Sender. Johannes Bradtka ist besonders über die gute Kooperation mit den Forstbetrieben in der Region dankbar: Die Dienststellen des Bayerischen Staatsforsts in Schnaittenbach, Fichtelberg und Waldsassen seien ebenso wichtige Partner wie die Güterverwaltung in Friedenfels und das Forstrevier Fuchsmühl der Stadt Augsburg.

Bis nach Bärnau

16 Mitarbeiter, davon ein hauptamtlicher und ein Praktikant, trugen die Hauptarbeit: Dazu gehörte unter anderem der Bau und das Aufhängen von 70 Nisthilfen, bei dem der VLAB zudem Unterstützung der Forstbetriebe erhielt. Größere Projekte waren der Bau der Voliere, die Pflege und Aufwertung der Lebensräume der Käuze sowie das Auswildern selbst. Auf die Freiheit wurden die Tiere mehrere Wochen in der Voliere vorbereitet. Unter anderem bot ihnen dort eine "Mäuseburg" die Möglichkeit, das Jagen zu üben.

Der Tätigkeitsbericht dokumentiert sieben Sichtungen frei lebender Tiere im Umkreis von 29 Kilometern um die Voliere, bis hinauf an den Grenzkamm bei Bärnau. Drei dieser Sichtungen sind durch Fotos belegt. Wo genau die heimische Voliere steht, hält der VLAB allerdings geheim - auch 2018 sollen dort die in Gefangenschaft geborenen Jungtiere vom Kontakt mit Menschen entwöhnt werden.

Spenden

Was von den Plänen im Jahr 2018 tatsächlich umgesetzt wird, hängt auch von der Finanzlage der Projekts ab. Der Verein setzt deshalb auf Unterstützung. Spender können zweckgebunden gewährt und steuerlich abgesetzt werden. Spendenkonto : Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern, IBAN: DE13770697640000418986 BIC: GENODEF1KEM Raiffeisenbank Oberpfalz Nord-West, Stichwort: Habichtskauz

Wir sind auf der Suche nach einen Naturschutzverein in Tschechien als Kooperationspartner, um das Projekt auch dorthin auszuweiten.Johannes Bradtka

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