05.02.2017 - 20:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

VLAB stärkt regionalen Unterbau Als Kreisgruppe lokal handeln

Bei der Energiewende unterscheiden sich die Positionen des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) deutlich von denen anderer Naturschutzverbände. Die staatliche Anerkennung als Umwelt- und Naturschutzverband bescherte ihm einen regelrechten Mitgliederboom. Jetzt gehen die Landschaftsschützer den nächsten Schritt.

Sie kämpfen für den Landschaftsschutz: Roland Wellenhöfer, Siegfried Wieder, Gabriele Just, stellvertretender Vorsitzender Albert Köstler, Vorsitzender Hans Frisch, Rechnungsführer Emil Jenne und Dr. Peter Steinbock (von links) bilden den Vorstand der neu gegründeten Kreisgruppe Neustadt-Tirschenreuth. Bild: rw
von Roland WellenhöferProfil

(rw) Die charakteristischen Landschaftsbilder zu bewahren, hat sich der VLAB auf die Fahnen geschrieben. Landesweit berät er betroffene Bürger und wirkt im Interesse seiner mittlerweile 12 000 Mitglieder auf Planungen und Verfahren ein. Jetzt gibt es auch eine Kreisgruppe in den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN, um den regionalen Unterbau des Vereins zu stärken.

Mit einem so großen Interesse an der Gründungsversammlung in Erbendorf hatten die Initiatoren nicht gerechnet. Der Wintergarten im Café Kohr konnte die zahlreichen Gründungsmitglieder gerade so aufnehmen. Da der VLAB aus dem Verein "Unser Hessenreuther Wald" hervorgegangen ist, befanden sich darunter zahlreiche langjährige Mitstreiter. Sie bestimmten Hans Frisch aus Hessenreuth zum Vorsitzenden.

Landesvorsitzender Johannes Bradtka freute sich über den tollen Zuspruch und erläuterte die Notwendigkeit, die Vereinsstrukturen anzupassen. Nach der Anerkennung als Umwelt- und Naturschutzverband habe die Mitgliederzahl noch einmal gewaltig zugenommen. Diesem Zuwachs wolle man jetzt mit einem soliden Unterbau durch lokal agierende Kreisverbände festigen. "Unser Ziel ist es, den Verein in die Fläche zu bringen." Derzeit gebe es in Bayern bereits drei Kreisgruppen.

Bradtka betonte, dass man im Vorfeld absichtlich keinen "Schattenvorstand" zusammengestellt habe. Trotzdem hatten sich schnell Mitstreiter gefunden, die die Idee des Verbands in den Landkreisen Neustadt/WN und Tirschenreuth nach außen tragen wollen. Neben Frisch hatte sich der langjährige Bürgermeister von Neualbenreuth, Albert Köstler, zur Verfügung gestellt. Er übernimmt den Posten des Stellvertreters. Schriftführerin ist Gabriele Just aus Guttenberg. Die Kassengeschäfte der Kreisgruppe führt Emil Jenne aus Thurndorf. Als Beiräte agieren Roland Wellenhöfer, Siegfried Wieder und Dr. Peter Steinbock.

Es sei ihm ein Anliegen, die Oberpfälzer Kulturlandschaft zu erhalten, erklärte Hans Frisch. Die größte Gefahr für den Landschaftsschutz gehe dabei derzeit von der Windkraftindustrie aus. Trotzdem wolle man sich nicht als reiner Windkraftverhinderungsverein definieren.

Die neue Kreisgruppe werde sich deshalb im aktiven Umweltschutz einbringen und sich beispielsweise an dem Wiederansiedelungsprojekt für den Habichtskauz und für den Schutz des Schwarzstorches engagieren. Darüber hinaus kündigte Hans Frisch an, örtliche Infrastrukturmaßnahmen kritisch zu begleiten.

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