Wiederansiedlung startet in wenigen Wochen
Der Kauz kann kommen

Ein Heim für Käuze: In dieser Voliere sollen sich die Tiere an die nordbayerische Luft gewöhnen, bevor sie dann in die Freiheit entlassen werden. In der Voliere finden die Tiere schon Nistkästen vor, wie sie der VLAB auch in der Region für die Tiere aufgehängt hat. Bild: exb
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Erbendorf
16.05.2017
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Die Spannung steigt beim VLAB. Der in Erbendorf beheimatete Umweltschutzverein startet in einigen Wochen in die heiße Phase seines Habichtkauzprojekts, an das die Mitglieder seit Jahren hinarbeiten. Zuletzt mussten die Naturschützer auch mit Rückschlägen fertig werden.

Die Heimkehr rückt näher: In wenigen Wochen wird der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz (VLAB) die ersten jungen Habichtskäuze in den Steinwald bringen (wir berichteten). Hier liegt das Kerngebiet des Habichtskauz-Projekts. Nach einigen Tagen der Eingewöhnung in Volieren werden die jungen Vögel mit Peilsendern versehen und in die Freiheit entlassen.

In dieser Beziehung mussten die Projektverantwortlichen zuletzt Rückschläge hinnehmen: Ein Züchter hat dem VLAB gemeldet, dass zwei wenige Tage alte, für das Wiederansiedlungsprojekt gedachte Tiere verendet sind. Das Projekt sei damit nicht gefährdet, obwohl Züchter und damit geeignete Jungtiere selten sind, sagt Vorsitzender Johannes Bradtka. Laut Genehmigung darf der Verein 20 Jungtiere pro Jahr auswildern. "Ich schätze, dass wir in diesem Jahr mit vier oder fünf Tiere starten."

Die Voliere, in denen sich die Tiere an die neue Umgehung gewöhnen sollen, steht bereits an einem geheimen Ort, um die Sicherheit der Tiere zu gewährleisten. Auch bei deren Bau taten sich ungeahnte Probleme auf, die Auflagen des Landratsamts waren hoch. Obwohl die Volieren nur einige Wochen vor Ort bleiben, musste der VLAB eine Menge Informationen liefern, sogar Angaben zur Einrichtung seien angefragt worden, wundert sich Bradtka. Neben dem Bau- war auch das Veterinäramt und die Jagdbehörde eingebunden, sogar eine Ortsbegehung war nötig. Letztlich hat der Verein alle Auflagen erfüllt, die Voliere steht.

Das Ziel des Projekts ist es, in einem Zeitraum von zehn Jahren die seit bald 100 Jahren in der Region ausgerottete Eulenart nach Nordbayern zurückzuholen. Der Habichtskauz wird bis zu 60 Zentimeter hoch und erreicht eine Spannweite von bis zu 125 Zentimeter. Damit ist er der größte Kauz Mitteleuropas. In das Projekt sollen auch Schulklassen eingebunden werden. Der Kontakt mit den fotogenen Tieren soll Kindern ein positives Verhältnis zur Natur vermitteln. Für den Projekt-Zeitraum hat der VLAB ein Budget von 650 000 Euro angesammelt. Unterstützt wird er von namhaften Natur- und Vogelschutzorganisationen wie die Heinz-Sielmann-Stiftung und dem Deutschen Falkenorden. Aber auch die Bayerischen Staatsforsten stehen hinter dem Projekt.

VLAB auf Bayern 2Ein kurzes Porträt des Radiosenders Bayern 2 stellt am Donnerstag, 18. Mai, den Mann hinter dem Habichtskauz-Projekt vor. In der Sendung "Notizbuch" erklärt Johannes Bradtka in dem Fünf-Minuten-Beitrag, wieso er 20 bis 30 Stunden pro Woche ehrenamtlich in die Arbeit für seinen Verein investiert. Er erzählt, wie aus einer Bürgerinitiative gegen eine Autorennstrecke im Hessenreuther Wald der bayernweit anerkannte Umweltschutzverein VLAB wurde. Der 60-jährige Forstwirt berichtet, was er am Bund Naturschutz auszusetzen hat und weshalb der VLAB mehr ist, als ein Verein zur Verhinderung der Windkraft.

Ausgestrahlt wird das Bayern 2-"Notizbuch am Donnerstag, 18. Mai, zwischen 10 und 12 Uhr. Schon jetzt lässt der Beitrag im Internet finden, einfach unter br.de nach "Bradtka" suchen. (wüw)
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