05.03.2018 - 20:00 Uhr
Erbendorf

7. Agrarforum des Ring junger Landwirte zusammen mit Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG Fördergelder beim Agrarforum

Modern und effizient sollen sie sein - die Wege der Energiegewinnung und des Verbrauchs. Der Gang durch den Förderdschungel ist anscheinend gar nicht so kompliziert.

Dipl.-Ingenieur (FH) Matthias Rösch gab den ein oder anderen wertvollen Tipp zum Thema Fördergelder.
von Roman MelznerProfil

Zum 7. Agrarforum hatte der Ring junger Landwirte zusammen mit der Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG in den Veranstaltungssaal der Genossenschaft eingeladen. Vorstandssprecher Joachim Geyer freute sich zusammen mit seinem Landwirtschaftsbetreuer Christoph Heinl über das Interesse. Matthias Rösch, Geschäftsführer des Energie-Technologischen Zentrums Nordoberpfalz (etz), informierte, wie man Fördermittel zur Energieeffizienz in der Landwirtschaft einfach und sinnvoll nutzen kann. Meteorologe Andreas Neumeyer veranschaulichte regelmäßige Wetterphänomene, die in unserer Region häufig anzutreffen sind.

Eingangs stellte Geschäftsführer Rösch das Energie-Technologische Zentrum Nordoberpfalz vor. Dieses hat ihren Sitz in Weiden direkt in der Max-Reger-Halle und wird getragen unter anderem von der Stadt Weiden sowie den beiden Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN. "Wir verstehen uns als unabhängiger Dienstleister für eine kostenlose, aber qualifizierte Erstberatung in Sachen Energieeffizienz", so Rösch.

Vier Säulen

"Wir erläutern ein planvolles Vorgehen bei Modernisierungen oder auch Neubauten als persönliche Beratung oder auch in Form von einer einfachen telefonischen Auskunft.". Institute wie das etz wurden gegründet, um die Ziele des Klimaschutzabkommen von Paris zu unterstützen. Auch wenn die kurzfristigen Ziele bis 2020 vermutlich nicht erreicht werden, konnte in den vergangenen 25 Jahren der jährliche CO2-Ausstoß in Deutschland um rund 350 Millionen Tonnen gemindert werden. Anschließend stellte Rösch das Bundesprogramm zur Förderung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft vor. Der Referent ging hierbei auf die vier Säulen ein, die er den anwesenden Landwirten mit auf den Weg gab.

Die erste Säule stellt die Beratung und wenn gewünscht auch die Begleitung eines Vorhabens durch qualifizierte zugelassene Sachverständige dar, die auch im Bereich der Landwirtschaft eine Spezialisierung vorweisen müssen. Die nächsten Sachverständigen hierzu stammen aus dem Bereich Weiden und Bayreuth war aus einer mitgebrachten Liste des Geschäftsführers zu ersehen. Die Beratung muss in Anlehnung an die DIN EN 16247-1 erfolgen, informierte Rösch weiter, wobei 80 Prozent des Beraterhonorars vom Staat bezuschusst werden.

Nach der Aufnahme der energetischen Daten und einer ausführlichen Betriebsbesichtigung werden dem Landwirt energetische Verbesserungspotenziale aufgezeigt. Nach vertiefenden Analysen werden auf Wunsch konkrete Vorschläge gemeinsam erarbeitet und Maßnahmenpläne und Handlungsempfehlungen ausgegeben. Anhand eines Beispiels erläuterte der Diplom-Ingenieur ein solches Vorgehen durch die Ermittlung des Wärme- und Energiebedarfs, eines überschlägigen Kostenbudgets und der nötigen Wirtschaftlichkeitsberechnung. Ebenso ging der Referent auf auftretende Probleme in der Praxis ein und zeigte Lösungsmöglichkeiten auf.

Die zweite Säule stellt eine Art Wissenstransfer dar. Hier soll durch einen Austausch von Wissen und eigenen Erfahrungen mit anderen Unternehmern eine Art Netzwerkbildung unterstützt werden. Diese runden Tische werden von einem zugelassenen Sachverständigen moderiert und werden mit bis zu 5000 Euro pro Jahr unterstützt. Die Teilnehmerzahl muss dabei zwischen sechs und zwölf Landwirten betragen.

System-Optimierung

Viele Rückfragen hatten die Landwirte bei den zwei weiteren Säulen, da diese Fördermaßnahmen von Einzelinvestitionen, aber auch bei der Optimierung von (Teil-)Systemen weniger bekannt waren. So werden elektrische Motoren und Antriebe, elektrisch angetriebene Pumpen, Ventilatoren, Anlagen zur Kälteerzeugung, Wärmespeicher und Vorkühler in Milchkühlanlagen mit 30 Prozent des Investitionsvolumens unterstützt. Rösch konnte hierzu Auskünfte geben, welche Technologien notwendig sind und welche oftmals einfachen Voraussetzungen hierfür erfüllt sein müssen, um in den Genuss der Förderung zu kommen. Oftmals reicht ein einfacher Blick in das Produktdatenblatt des Herstellers, so Rösch.

Als Abschluss legte der Referent den aufmerksamen Zuhörern noch die Förderung der Heizungs-Optimierung ans Herz. Durch den Austausch von einfachen Umwälz- und Warmwasserzirkulationspumpen gegen sogenannte Hocheffizienzpumpen erhält man bei Heizungsanlagen, die seit mehr als zwei Jahren installiert sind, eine Förderung in Höhe von 30 Prozent. Den gleichen Zuschuss gibt es, wenn man eine Heizungsoptimierung durch einen hydraulischen Abgleich machen lässt.

Auch ein Hinweis auf das BAFA-Förderprogramm "Heizen mit erneuerbaren Energien" durfte nicht fehlen. "Leichter als dort beschrieben, bekommen Sie keine Förderung."

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