Arbeitsagentur lobt Aribo-Hotel
Musterprojekt für Behinderte

Im Aribo Hotel stimmt der Service. Davon überzeugten sich die Teilnehmer der Integrationsveranstaltung der Arbeitsagentur. Bild: sbü
Wirtschaft
Erbendorf
02.12.2016
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(sbü) Noch immer gibt es Vorurteile bei der Beschäftigung von Behinderten. Das Hotel Aribo kann sie alle widerlegen. Zur bundesweiten "Woche der Menschen mit Behinderung" hatte die Agentur für Arbeit zur Infoveranstaltung geladen. "Das Hotel Aribo ist ein Musterprojekt für die Beschäftigung von Schwerbehinderten", sagte Klaus Gredinger von der Arbeitsagentur.

Zahlreiche Argumente lieferten Vertreter von Arbeitsagentur, Integrationsfachdienst, Integrationsamt, Hotelbetreiber und -verwaltung sowie von Stadt und Landkreis. "Wir haben uns Inklusion vorgenommen und uns dann auf diesen Weg begeben", eröffnete Hotel-Geschäftsführer Martin Weiß. Das Projekt sei gelungen "weil es im normalen Leben funktioniert". Das Hotel wird vom Integrationsamt als Integrations- und Inklusionsbetrieb gefördert und gibt Menschen mit seelischen und psychischen Behinderungen eine Beschäftigungschance. "Gerade deshalb wird es gut angenommen", stellte Weiß fest. Unter den 21 Beschäftigten sind 7 Behinderte. Vier arbeiten als Dauerkräfte, drei zur Probe mit Aussicht auf Übernahme.

Eingesetzt werden die Behinderten von Rezeption über Zimmerservice bis zur Hausmeisterbegleitung. Dann stellte Weiß seine Mitarbeiterin Tamara Wöhrl als Beispiel gelungener Integration vor. Die 24-Jährige ist als Servicekraft im Hotel beschäftigt, nachdem sie jahrelang auf Arbeitssuche war. Dass Behinderte oft voll leistungsfähig sind, wenn sie auf passenden Arbeitsplätzen eingesetzt werden, betonte Regina Ram von der Arbeitsagentur. Es gebe noch zu viele unberechtigte Vorurteile, bedauerte Ram.

Derzeit sind im Bezirk der Arbeitsagentur Weiden 478 Menschen mit Behinderung arbeitslos. "Darunter sind 274 Fachkräfte und 22 Spezialisten", hob die Arbeitsvermittlerin hervor. Sie und Gredinger hoffen, dass das Beispiel Aribo Schule macht. Zumal es zahlreiche finanzielle Hilfen gebe, wie Maria Huber vom Integrationsamt Regensburg erläuterte. Sie erklärte Zuschüsse und Zuschussarten für laufende Kosten und Investitionen. Für 11 Integrationsprojekte in der Oberpfalz seien 2016 1,5 Millionen Euro eingesetzt worden.

Von der Entstehungsgeschichte des Hotels berichtete Bürgermeister Hans Donko. "Die Realisierung war nicht einfach." Eine 350 000-Euro- Förderung gab es von der bayrischen Landesstiftung. Lob für das Projekt kam auch vom stellvertretenden Landrat, Dr. Alfred Scheidler. Er verwies auch auf Café der Gedenkstätte Flossenbürg. An Fördermöglichkeiten des Projekts "Hand in Hand" für Mehraufwand bei der Beschäftigung von Behinderten erinnerte Gerald Igl vom Weidener Integrationsfachdienst.
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