02.03.2017 - 20:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Biologisch und dynamisch

Der Bioland-Betrieb von Josef Schmidt aus Erbendorf erhielt vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Alnatura Bio-Bauern-Initiative (ABBI) einen Förderpreis. Damit werden Investitionen von Bauern unterstützt, die neu in den Biolandbau einsteigen. Ebenso werden bestehende Bio-Betriebe gefördert, die einen neuen Betriebszweig aufbauen möchten.

Der Bioland-Betrieb von Josef Schmidt (Mitte) aus Erbendorf wurde von Leif Miller vom Naturschutzbund Deutschland (links) und Alnatura- Gründer Dr. Götz Rehn ausgezeichnet. Bild: Bioland
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Damit wollen Alnatura und NABU die biologische Landwirtschaft vorantreiben. Der Preis wurde dieses Jahr zum zweiten Mal im Rahmen der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel Biofach 2017 in Nürnberg vergeben.

Die Familie Schmidt bewirtschaftet ihren vielfältig aufgestellten Betrieb im Naturpark Steinwald seit 2009 nach den Richtlinien von Bioland: Neben einer Herdbuchzucht der vom Aussterben bedrohten Rinderrasse "Rotes Höhenvieh" leben auch weitere an die Region angepasste Nutztierrassen wie Cröllwitzer Puten und Bayrische Landgänse auf dem Areal. Die Rinder beweiden artenreiche, wertvolle Trocken- und Magerwiesen im Einklang mit den Zielen des Naturschutzes. Weiter betreibt Josef Schmidt auch den Anbau von Feldfrüchten und Gemüse.

Familie Schmidt plant nun den Aufbau eines Umwelt-Infozentrums mit Tagungsraum. Hier sollen zukünftig Veranstaltungen zum Thema Biolandbau und Naturschutz stattfinden. Weiterhin soll die Direktvermarktung mit Hofcafé weiter ausgebaut werden. Für die Bewirtung der Gäste soll es eine Küche mit Bio-Gerichten mit Zutaten aus der Region geben: "Mit dem Bio-Restaurant wollen wir auch einen Beitrag leisten, dass es mehr Orte in der Oberpfalz gibt, an denen man Bio essen kann", so Josef Schmidt.

"Wir freuen uns sehr über die finanzielle Unterstützung und danken der Jury für das Vertrauen und die Anerkennung. Das bestärkt uns auf unserem Weg. Wir wollten unseren Familienbetrieb nachhaltig führen. Daher kommt für uns nichts anderes in Frage, als ihn biologisch zu bewirtschaften. Genau das ist für uns die Zukunft", sagte Josef Schmidt bei der feierlichen Preisübergabe. "Ich freue mich sehr über den Förderpreis für Familie Schmidt. Er zeigt, dass es sich lohnt, in den Biolandbau einzusteigen", sagte Josef Wetzstein, Bioland-Landesvorsitzender Bayern.

Der Förderpreis ging an 18 Landwirte, die im vergangen Jahr in den Biolandbau eingestiegen sind oder einen neuen landwirtschaftlichen Betriebszweig aufbauen. Davon sind zwölf Betriebe Bioland-Mitglieder. Die Nachfrage nach einheimischen Bio-Produkten steigt stetig. Marktexperten gehen davon aus, dass die seit Jahren zu beobachtende Entwicklung in den nächsten Jahren anhalten wird. Bio-Märkte wachsen kontinuierlich in allen Segmenten. Das Marktpotential ist noch längst nicht ausgeschöpft. Nach wie vor ist die Nachfrage größer als das Angebot. Die guten und stabilen Marktaussichten sind die treibende Kraft für die positive Weiterentwicklung des Biolandbaus, den viele Landwirte als Perspektive dar.

In Bayern steigen derzeit so viele Betriebe in den Biolandbau ein, wie seit Jahren nicht. Der Bioland Landesverband Bayern konnte in den vergangenen zwei Jahren einen Mitgliederzuwachs von jeweils zehn Prozent verzeichnen nach mehreren Jahren mit geringem Mitgliederwachstum. 2016 begrüßte der Bioland Landesverband Bayern 267 neue Betriebe.

Damit bewirtschaften 2257 Betriebe in Bayern nach den strengen Bioland-Richtlinien eine Fläche von 89 400 Hektar. Die Fläche stieg um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau. Damit bleibt Bioland in Bayern der mitgliederstärkste Verband mit den meisten Bio-Flächen: 27 Prozent aller Bio-Betriebe in Bayern sind dabei, 33 Prozent der Bio-Fläche in Bayern wird nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet.

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