01.03.2017 - 17:52 Uhr
ErbendorfOberpfalz

ELMA in Eschenbach hat neuen Besitzer Zeichen auf Wachstum

So ein Jahr wie 2009 will der Erbendorfer Unternehmer Alfons Meierhöfer nicht noch einmal erleben. Damals war Wirtschaftskrise. "Plötzlich brachen bei uns alle Aufträge weg. Einer nach dem anderen." Daraus hat der 53-Jährige nun Konsequenzen gezogen, die von einem Tag auf den anderen seinen gewohnten Arbeitsalltag komplett verändert haben.

Die Investoren Alfons und Gabi Meierhöfer sowie Betriebsleiter Jürgen Pöllath (von links) haben bereits erste Weichen für eine Ausweitung des Angebots gestellt. Vor allem im Recyclingbereich sehen sie große Zukunftschancen. Das Bild zeigt sie in der Montagehalle des mittelständischen Eschenbacher Unternehmens. Bilder: wb (2)
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

/Eschenbach. Der Erbendorfer Alfons Meierhöfer hat die Eschenbacher ELMA-Anlagenbau GmbH erworben. Anfang Januar hat er den Betrieb von der Nürnbergerin Karin Dürr, die sich ins Privatleben zurückgezogen hat, übernommen. "Beide Seiten werden davon profitieren", ist sich Meierhöfer sicher. "Wir sind breiter aufgestellt, können Synergieeffekte nutzen, günstiger einkaufen und Mitarbeiter-Knowhow transferieren." Dies sichere dauerhaft die Arbeitsplätze an beiden Oberpfälzer Standorten. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.

Das Unternehmen ELMA in Eschenbach besteht seit 1978, bietet ein Full-Service-Management rund um den Anlagenbau und zählt derzeit etwa 45 Mitarbeiter. Die Anlagen- und Maschinenbau Meierhöfer in Erbendorf hat sich einen Namen als kompetenter, zuverlässiger und leistungsstarker Partner gemacht vor allem im Sondermaschinen-, Prototypen- und Werkzeugbau sowie in der Zerspanungstechnik und dem Vorrichtungsbau. Das Unternehmen wirbt mit den Kernkompetenzen "Drehen, Fräsen und Instandhalten" und beschäftigt ebenfalls knapp 50 Mitarbeiter.

"Keine Kündigungen"

Alle Mitarbeiter in Eschenbach wurden laut Meierhöfer mit ihren bestehenden Verträgen übernommen. "Es gab keine Kündigungen", betont der Erbendorfer. Im Gegenteil: Er sieht in den motivierten Mitarbeitern ein großes Kapital des Unternehmens und möchte weiter aufstocken. Ein besonderer Schwerpunkt des Eschenbacher Betriebs sind Förderanlagen zur Rohstoffaufbereitung und -gewinnung wie sie in Süddeutschland in Steinbrüchen und beim Kiesabbau zum Einsatz kommen.

"Damit sind wir in der Region ziemlich konkurrenzlos", so der Investor. Doch dabei soll es nicht bleiben. Mit dem Recyclingbereich und dem Druckbehälterbau, unter anderem für Brauereien, möchte Meierhöfer so bald wie möglich mit ELMA weitere Geschäftsbereiche erschließen. "Die Zeichen stehen klar auf Wachstum. Der Eschenbacher Standort wird ausgebaut", verspricht der Erbendorfer. Für Meierhöfer ist dies eine große Herausforderung, der er sich da mit Ehefrau Gabi, die für beide Betriebe Prokura hat, stellt. Sein Motto für die Kunden lautet: "Geht nicht, gibt's nicht." Das sollen auch die Mitarbeiter in Eschenbach verinnerlichen. Der Inhaber möchte beide Betriebe selbst führen und setzt auf schlanke Hierarchien: "An jedem Vormittag bin ich in Erbendorf, am Nachmittag immer in Eschenbach."

Start in der Garage

Als Start-Up-Unternehmer hat Meierhöfer vor 16 Jahren als Ein-Mann-Betrieb in der eigenen Garage in der Erbendorfer Josef-Höser-Straße begonnen. Daraus ist ein florierendes Unternehmen im Gewerbepark der Steinwaldstadt geworden, dem es während der Wirtschaftskrise auch mal richtig schlecht ging. "Wir standen am Abgrund", erinnern sich die Meierhöfers. Daraus haben die Unternehmer ihre Lehren gezogen. "Wir erkannten, dass es in solchen Situationen wichtig ist, ein eigenes Produkt zu haben und nicht nur Zulieferer zu sein." Damals beschlossen sie, sich im Falle des wirtschaftlichen Überlebens breiter aufzustellen und streckten die Fühler nach Eschenbach aus. Meierhöfer wusste, dass dort bald ein Generationswechsel bevorstand.

Zunächst war sein Werben vergeblich. "Doch die Gespräche rissen nie ganz ab." Mit der Übernahme gelang ihm jetzt der erhoffte Coup. Die bisherige Firmenchefin, Karin Dürr, zog sich aus Altersgründen - sie wird heuer 75 Jahre alt - aus dem Betrieb zurück und gab dem Erbendorfer den Zuschlag. (Hintergrund)

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