07.03.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Ausstellung des Naturparks in Weiden lädt zu Exkursionen ein Linden ein verborgener Schatz

Eschenbach/Neustadt. "Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum ..." , so lautet die Strophe eines bekannten Volkslieds. Die Brunnen und die Tore sind verschwunden, doch die Linden prägen vielerorts noch immer die Landschaft. Oft lohnt es sich, die Baumriesen genauer zu betrachten. Manche bergen nämlich ungewöhnliche Geheimnisse in sich, wie zum Beispiel eine hohle Linde bei Dorfgmünd, in der Kunstblumen und -kerzen versteckt sind.

Einer von vielen ungewöhnlichen Lindenbäumen im Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald: die alte Linde bei Dorfgmünd. Der hohle Baum hütet ein Geheimnis. Bild: hfz
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Im Landkreis Neustadt/WN und im Landkreis Tirschenreuth gibt es so viele geschichtsträchtige Linden, dass der Naturpark ihnen nun eine eigene Ausstellung widmet. Die eindrucksvolle Schau, die noch bis 16. März im Weidener Rathaus zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen ist, beleuchtet die imposanten Schattenspender und ihre Geschichte aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln.

Diplom-Biologin Mathilde Müllner aus dem Neustädter Landratsamt beschäftigt sich schon seit vielen Jahren im Zuge der Landschaftspflege intensiv mit den Naturdenkmälern. Der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald, der sich über den gesamten Landkreis Neustadt/WN und Teile des Landkreises Tirschenreuth erstreckt, habe mit den vielen alten Lindenbäumen einen echten Schatz, betont sie. Die in mühevoller Kleinarbeit gestaltete Ausstellung solle darauf aufmerksam machen und die Besucher zu Exkursionen einladen.

"Über die Hälfte der eingetragenen Baum-Naturdenkmäler im Landkreis Neustadt sind Linden", betont Müllner. Die Bäume seien vor langer Zeit aus den unterschiedlichsten Gründen gepflanzt worden: als Schattenspender auf Dorfplätzen und an Kellerzugängen, zur Eingrünung von Bergkirchen und geschichtsträchtigen Kapellen, als Hausbäume ... Müllner: "Die Linde ist ein Universalnutzungsbaum. Alle Teile fanden und finden Verwendung und dies schon seit mehr als 8000 Jahren. Ein langer Zeitraum für die Entstehung von Sagen und Mythen um die Linden."

Die Diplom-Biologin hat festgestellt, dass die Linden im Naturpark besonders häufig einen direkten Bezug zu Marienkapellen und -kirchen haben, so zum Beispiel die frühere Linde bei der Eichelberger Kapelle Maria unter der Linde in der Nähe von Pressath, die ein Sturm zwar "gefällt" habe, deren Stumpf mittlerweile aber wieder kräftig austreibe. Eine ungemein interessante Linde ist für sie auch die Linde bei Dorfgmünd, die innen hohl ist und als Versteck für verschiedene Utensilien dient. Zu den absolut bemerkenswerten Baumbeständen gehört für sie auch die Lindenallee zur Bergkirche Maria Zell bei Kirchenthumbach, deren Pflanzung im Jahr 1765 begonnen wurde.

Noch zahlreicher ist die Linde übrigens im Osten des Landkreises. Dort steht mit dem Kalten Baum bei Vohenstrauß wohl die bekannteste Linde im ganzen Naturpark. Das ist auch der Grund dafür, dass die Ausstellung demnächst in der Friedrichsburg in Vohenstrauß ihre endgültige Heimat finden wird.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.