15.01.2018 - 15:42 Uhr
Oberpfalz

Dr. Georg Bayerl stellt beim Seniorenclub das Wirken des Vereins "Hoffnung für Menschen" vor "Blick in eine andere Welt"

Südindien hält Einzug beim "Dammbauern": Dr. Georg Bayerl stellt beim Seniorenclub das erfolgreiche Wirken des Vereins "Hoffnung für Menschen" vor. Im Mittelpunkt stehen Hilfen für Slumkinder und Projekte zur Existenzgründung.

Mit einem kleinen finanziellen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen, die im indischen Bundesstaat Tamil Nadu am Rande der Gesellschaft leben, bedankte sich Maria Förster (links), die Leiterin des Seniorenclubs, bei Dr. Georg und Gabriele Bayerl für den Vortrag mit Bilderreise nach Südindien. Bild: rn
von Walther HermannProfil

"In diesen Räumen beginnt für alle Neuland", bekannte Pfarrer Thomas Jeschner bei der ersten Nachmittagsveranstaltung des Seniorenclubs in neuer Umgebung. Er wünschte der großen Gemeinschaft einen schönen Nachmittag beim "Dammbauern": "Ich hoffe, dass es Ihnen hier gefällt." Darauf erwiderte eine Stimme aus dem Hintergrund jedoch deutlich "Nein". "Wir müssen hier die Zeit überbrücken, bis ein neues Pfarrheim steht", erklärte Maria Förster. Als nächsten Termin kündigte die Clubleiterin für 31. Januar einen Faschingsnachmittag im Gasthof "Weißes Roß" an.

Die Hilfe des Vereins "Hoffnung für Menschen" im indischen Bundesstaat Tamil Nadu stellte Dr. Georg Bayerl vor. Er ging zunächst auf die schwierigen Lebensverhältnisse jener Kinder, Witwen und Waisen ein, die dort am Rande der Gesellschaft leben. Zu ihrer Unterstützung wurde nach der Tsunami-Katastrophe 2004 in Weiden ein gemeinnütziger Verein gegründet, dessen rund 300 Mitglieder jährlich durchschnittlich 250 000 Euro an Spenden aufbringen. "Die Kosten für die jährlichen Besuchsreisen trägt jeder Teilnehmer selbst", versicherte der Mediziner. Diese dienten der steten Kontrolle der Projekte und dazu, festzustellen, "was wie, was noch und was anders" angegangen werden sollte.

Bayerl ging auf die Projekte ein und nahm die Senioren dabei mit auf eine Besichtigungstour. Sie begann in einem von drei Kinderdörfern, in dem 90 Waisen leben und jeweils eine Mutter - eine Witwe oder eine von ihrem Ehemann verlassene Frau - für acht Kinder zuständig ist. Der Referent nannte die Einrichtungen "kleine Paradiese" mit Ganztagsschule und Förderunterricht und wünschte sich Patenschaften für die Schüler.

Einmalige Hilfen

Eine Aufstiegschance, verbunden mit der Garantie für ein besseres Leben, sah er in einem Internat, das Schülerinnen ab 15 Jahren die Möglichkeit zu Weiterbildung und Studium bietet. Auch von Einrichtungen für Behinderte, überaus herzlichen Begrüßungszeremonien für die deutschen Gäste und Ausflügen mit den Patenkindern zeigte er Bilder.

Da viele Angehörige der unteren Kasten keine Arbeit finden, die ein Überleben sichert, zahlt "Hoffnung für Menschen" einmalige Hilfen zur Existenzgründung. "Mit der Übergabe von Nähmaschinen, Getreidemühlen oder einer Milchkuh geben wir diesen Menschen eine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften", betonte der Mediziner. Einen Teil der dafür erforderlichen Mittel müssen die Empfänger jedoch in kleinen Raten wieder zurückzahlen. "Auch mit der Anschaffung von 100 Fischerbooten hat unsere Verein nach dem zerstörerischen Tsunami Existenzen gesichert", erfuhren die zahlreichen Senioren.

Patenschaften

Die Bilderreise führte unter anderem weiter in einen Kindergarten, in dem bereits Lesen und Schreiben unterrichtet wird, und in einen Hindu-Tempel, den Männer nur mit nacktem Oberkörper betreten dürfen. Als auffallend wertete es Bayerl, dass "die hinduistische Regierung für unsere kirchlichen Einrichtungen auffällige und nicht nachvollziehbare Auflagen vorgibt, die jenseits örtlicher Maßstäbe liegen". Er informierte über die Möglichkeiten zur Übernahme von Patenschaften und verwies auf die Internetseite des Vereins "hoffnung-fuer-menschen.de".

Maria Förster zeigte sich, ebenso wie die Clubmitglieder, beeindruckt vom "Blick in eine andere Welt", die trotz Armut von einer bunten Vielfalt gekennzeichet ist. Sie revanchierte sich beim Ehepaar Bayerl, das in Tamil Nadu zwei Kinderpatenschaften unterhält, mit einer Zuwendung. Auch das Spendenkörbchen am Ausgang blieb nicht leer.

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