Gärtnermeister Hermann Zierer befasst beim Obst- und Gartenbauverein mit dem Thema "Kompost, ...
Zu viel Dünger schädlich

Mit "heimischen Tropfen" bedankte sich Irmgard Lingl nach einer regen Frage-Antwort-Runde bei Gärtnermeister Hermann Zierer für seinen Vortrag. Bild: rn

"Geschlossene Komposter sind Schmarrn", "Sparen Sie sich das Geld für einen Schnellkomposter", "Blumenerde hat im Garten nichts verloren": Mit Ratschlägen wie diesen beginnt die Herbstsaison beim Obst- und Gartenbauverein.

Zu Gast bei der Informationsveranstaltung der Gartenfreunde war Gärtnermeister Hermann Zierer. Er befasste sich mit einem Thema, das Anlass zu einer regen Aussprache gab: "Kompost, Erde und Dünger - Grundlagen für den Hausgarten". Der Referent rief zu einer "vernünftigen Kompostwirtschaft" auf, für die Grundwissen erforderlich sei und die es zu beherrschen gelte.

Als idealen Standort für die Kompostanlage favorisierte Zierer einen Platz unter einem Baum: "im Sommer schattig, im Winter etwas Sonne". Da der Kontakt zur Muttererde erforderlich sei, nannte er eine Pflasterunterlage "grundverkehrt". Als Klassiker empfahl der Fachmann eine Holzriegel-Konstruktion mit Luftzufuhr und Regenschutz. Um Verdichtung und einen damit verbundenen Gärprozess zu vermeiden, sollten grobe und feine Gartenabfälle gemischt werden. Ein Kompostverbot erteilte der Referent für Zitrusfrüchte, Fleischabfälle, gekochte Gerichte sowie Eichen- und Nusslaub. Auf Nachfrage hielt er Kaffeesatz als "fast zu schade für den Kompost". Er begründete dies mit den vielen Nährstoffen, die Kaffeesatz enthält, und empfahl ihn für das Rosenbeet.

Mit Hinweis auf Blausäure riet Zierer von der Zugabe von Kalkstickstoff ab und empfahl vielmehr zerknüllte Zeitungen oder Küchentücher, die viel Sauerstoff einbringen. Um einen möglichst feinen Kompost zu erhalten, riet er zum Umschichten, "aber nicht in der kalten Jahreszeit, sondern im zeitigen Frühjahr". Fertig sei Kompost nach einem Jahr. "Er verfügt zwar über wenig organische Masse, aber über viel Düngekraft. Spätestens nach sieben bis acht Jahren ist er jedoch tot", erklärte der Gärtnermeister. Da Kompost keine Erde, sondern nur ein Bodenverbesserer sei, sollte er im Gemüsegarten sparsam verwendet und maximal einen Zentimeter hoch oberflächlich verteilt werden.

"Blumenerde, ein Produkt aus Torf, Grünkompost und einem gewissen Anteil Ton, ist nur für Kübel und Balkonkästen zu verwenden und hat im Garten nichts verloren", machte der Referent deutlich. Zu Graberde ließ er wissen: "Sie besteht nur aus feinem Schwarztorf. Mit ihr haben Sie im nächsten Jahr keine Freude." Auch die für bestimmte Pflanzen angebotene Spezialerde sei "zu vergessen". Kritisch äußerte er sich nicht zuletzt zum Guano-Dünger: "So viele Vögel gibt's gar nicht." Er stellte ihn dem Taubenmist gleich.

In Sachen Düngen empfahl der Fachmann eine schonende Methode mit regelmäßiger und kleiner Dosierung. Zuviel sei sogar schädlich. Mineraldünger, zum Beispiel Blaukorn, nannte er "bequem, aber verzichtbar". Entwarnung gab er beim Horndünger: "Mit ihm ist nichts falsch zu machen." Wegen der sehr sauren Böden in der Oberpfalz riet Zierer, dreimal jährlich Düngekalk zu streuen, und zwar 50 bis 100 Gramm pro Quadratmeter.
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