21.02.2018 - 16:58 Uhr

Massiver Rückschnitt von Sträuchern: Nicht nur Vorsitzender Anton Schönberger ist frustriert Kahlschlag empört Imker

"Ich habe mir in der Zwischenzeit abgewöhnt, in der Natur spazieren zu gehen. Wenn ich jetzt trotzdem rausgehe, nehme ich erst eine Blutdruck- und eine Herztablette." Anton Schönberger, der Vorsitzende des Imkervereins, ist mehr als frustriert. Der Grund: "In der Natur können wir von Palmkätzchen und sonstigen Frühblütlern in diesem Jahr wenig erwarten."

Maria Ott, weithin bekannt durch ihre Haselbrunner Mostanlage, ist auch eine sachkundige Imkerin. In der Frühjahrsversammlung der Eschenbacher Bienenzüchter überreichte ihr Vorsitzender Anton Schön- berger für 15-jährige Mitgliedschaft eine Ehrenurkunde des Bayerischen Imkerbundes. Bild: gpa
von Georg PaulusProfil

In der Frühjahrsvollversammlung der Bienenzüchter im Kleintierzüchterheim äußerte er schwere Vorwürfe: "Alle Sträucher, ob unter Hochspannungsleitungen, im Bereich der Bahngleise, der Haidenaab- und Creußenauen, an Straßenrändern oder sogar im Flugkreis von Bienen, hat man entfernt", empörte er sich. "Früher hieß es: Schützt die Palmkätzchen, der Bienen erstes Brot im Frühjahr." Jetzt sei dies alles Vergangenheit.

"Auf meine Frage an einen sogenannten Naturfreund und Verant- wortlichen erhielt ich von ihm als Antwort: 'Bis in drei Jahren treiben alle Sträucher wieder aus.'", berichtete der Vorsitzende. "Ob ich als Imker im 73. Lebensjahr oder auch meine Bienen so lange warten können, bezweifle ich." Schönberger fügte sarkastisch hinzu: "Es wäre doch gelacht, wenn nicht auch die letzten Insekten und Singvögel auf der Welt verschwinden."

Trotz aller Schwierigkeiten sei die Imkerei viel zu interessant, um zu kapitulieren, erklärte er: "Ich wünsche mir und hoffe, dass wir unsere Völker bald wieder alle lebend begrüßen können." Bisher habe er von den Mitgliedern noch nichts Negatives gehört; Bieneninstitute reden von 20 Prozent Winter-Verlusten. Der Winter sei zwar noch nicht vorbei, "aber unsere Bienen sind schon in Frühjahrsstimmung. Ein großer Teil unserer Bienenvölker hat heuer über den Winter durchgebrütet", berichtete der Vorsitzende.

"Im vergangenen Herbst hörte ich viele Klagen, dass die Völker so schwach sind." Bei Kontrollen sei nun festzustellen, dass sich während der vergangenen Monate viel getan habe. An die Imker richtete er die Bitte, nachzuschauen, ob sie noch genügend Futter für ihre Bienen besitzen. Denn die Monate, an denen die Bienen durch ihre Brut viel Nahrung brauchen, stünden erst bevor. "Für Notfütterungen hat sich unser Heinz Jantschik im Lehrbienenstand gut eingedeckt", teilte Schönberger mit. Und er hatte eine Bitte: "Sollte sich im Frühjahr ein Imker Völker kaufen, dann keine Ableger oder Bienen aus dem Ausland. Wir wollen uns mit dem 'Beutenkäfer' kein zusätzliches Problem einhandeln."

Abschließend überreichte der Vorsitzende für 15-jährige Mitgliedschaft im Imkerverein Maria Ott aus Haselbrunn eine Ehrenurkunde des Bayerischen Imkerbundes. Die Leiterin der Mosterei Haselbrunn verfügt nicht nur über ein großes Wissen über Obst, sondern ist auch eine begeisterte Bienenzüchterin und kann manchem Imkerkollegen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Neben zahlreichen aktiven Imkern nahmen an der Frühjahrsversammlung des Imkervereins auch Vorstands- und viele Ehrenmitglieder sowie Ehrenvorsitzender Hans Krapf teil. Herzlich willkommen hieß Schönberger außerdem Reinhold Ziegler, den Vorsitzenden des Imkerkreisverbands Weiden, und den Vorsitzenden des Imkervereins Creußen, Anton Herzing.

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