07.03.2018 - 20:00 Uhr

Bebauungs- und Flächennutzungsplan: Dreigeschoßige Gebäude nicht generell ausgeschlossen Gockel darf in Altstadt krähen

Der Bebauungsplan Altstadt und die damit verbundene zwölfte Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Eschenbach sind unter Dach und Fach. Der vor einem Jahr angedachte Rückbau der nachträglich aufgestockten, dreigeschossigen Gebäude am Stadtplatz ist dabei vom Tisch.

Dreigeschossige Gebäude bleiben am Stadtplatz nicht generell ausgeschlossen. Das legt auch der Bebauungsplan fest, den der Stadtrat in seiner Sitzung beschlossen hat. Bild: rn
von Walther HermannProfil

Nach dem Billigungsbeschluss des Stadtrats im September vergangenen Jahres, dem die in der ersten Beteiligungsrunde eingegangenen Änderungswünsche und deren Abwägung zugrunde lagen, waren die Pläne erneut öffentlich ausgelegt worden. Zudem wurden 20 Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange erneut angeschrieben. Architekt Ralph Stadter stellte den Stadträten nun die Stellungnahmen und dazu ausgearbeitete Abwägungsvorschläge vor.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hatte darauf verwiesen, dass im Bereich der Altstadt noch drei landwirtschaftliche Betriebe bestehen und damit gewisse Emissionen verbunden sind. Für die Räte war dies Anlass, in den Bebauungsplan aufzunehmen, dass die Ausübung der landwirtschaftlichen Tätigkeit weiterhin zulässig ist, eine Nachnutzung möglich bleibt und die bisherige Nutzung der alten Städel nicht eingeschränkt wird. Des Weiteren wird festgestellt, dass Geruchs- und Staubemissionen keine wesentliche Störung der Wohnnutzung darstellen. Auch der Gockel darf krähen.

Entsprechend dem Wunsch des Landesamts für Denkmalpflege werden fünf Bodendenkmäler in den Flächennutzungs- und in den Bebauungsplan übernommen. Gemäß den Vorgaben des Technischen Umweltschutzes am Landratsamt Neustadt/WN werden schalltechnische Anforderungen berücksichtigt und in beide Pläne aufgenommen. Das Sachgebiet Bodenschutz des Landratsamts wünscht sich, dass eventuell festgestellte Altlasten sofort zu melden sind.

"Typisches Ortsbild erhalten"

Das Prozedere um den Bebauungsplan Altstadt begann am 2. Februar 2017. Architekt Klaus Stiefler stellte dem Stadtrat damals einen ersten Entwurf vor, ebenso eine städtebauliche Analyse des Gebiets sowie Ziele und Zwecke der Planung. Stiefler war daran gelegen, Leerstände in der Altstadt zu beseitigen und das "typische Ortsbild mit seinen Straßen- und Platzräumen und seiner noch klar ablesbaren Block- und Grundstücksstruktur zu erhalten". Seine Äußerungen zum Erhalt beziehungsweise zur Wiederherstellung der früher typischen Höhenstaffelung der Gebäude am Stadtplatz hatten bei den Betroffenen allerdings Unverständnis und Unruhe verursacht. Stieflers Bürokollege stellte daraufhin auf Nachfrage klar, dass am Stadtplatz "dreigeschossige Gebäude nicht generell ausgeschlossen sind und keine Rückbauverpflichtung besteht". Im Anhörungsverfahren hatte ein Anlieger ohnehin darauf verwiesen, dass die Stadt in den 1950er Jahren die Aufstockung sogar favorisiert hatte. (rn)

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