07.02.2018 - 20:00 Uhr

Stadtrat entscheidet über Stromlieferungen Ökostrom für Eschenbach

Die Entscheidung über die Stromlieferungen für die Liegenschaften der Stadt im Zeitraum Januar 2020 bis Dezember 2022 ist gefallen. In einer Bündelausschreibung wird Eschenbach "100 Prozent Öko-Strom ohne Neuanlagenquote" beziehen.

von Walther HermannProfil

Peter Lehr informierte den Stadtrat über das Ende der Stromlieferungsverträge mit den Stadtwerken Augsburg (Leistungsmessung), dem Energievertrieb Deutschland EDV GmbH Hamburg (Kleinanlagen), den Stadtwerken Burg GmbH (Straßenbeleuchtung) und der Eon Bayern (Heizstrom) zum Ende des Jahres 2019. Lehr sprach von einer zu erwartenden Stromlieferung an die Stadt von jährlich circa 1,1 Millionen Kilowattstunden, die über dem EU-Schwellenwert liegt.

Vor allem an die neuen Stadträte gerichtet erinnerte er daran, dass zu Verfahrenserleichterung und Zeitersparnis bei der Organisation der Strombündelausschreibung für die Lieferjahre 2017 bis 2019 mit der Kubus Kommunalbetreuung und Service GmbH Schwerin ein unbefristeter Dienstleistungsvertrag geschlossen worden war. "In Kooperation mit dem Bayerischen Gemeindetag bietet die Kubus GmbH den bayerischen Kommunen und Zweckverbänden aktuell die Teilnahme an der Bündelausschreibung für die kommunale Strombeschaffung in Bayern für die Lieferjahre 2020 bis 2022 an", berichtete Lehr. Festzulegen habe der Stadtrat nur noch die Art des Stroms. Bei der Ausschreibung von Ökostrom bestehe die Wahlmöglichkeit von 100 Prozent Ökostrom mit oder ohne Neuanlagenquote.

Erfahrungen von Kubus hätten gezeigt, dass sich die Bieterbeteiligung bei der Variante Ökostromausschreibung in gleicher Größenordnung bewegt wie bei der Ausschreibung von Normalstrom. Der Bürgermeister sprach von durchschnittlich bis zu 15 Bietern, die sich an der Ausschreibung beteiligt haben. Er berichtete von Kubus-Erkenntnissen, wonach bei der Variante Ökostrom im Vergleich zur Beschaffung von Normalstrom mit Mehrkosten auf den reinen Energiepreis zu rechnen ist. Der Preis für "Ökostrom ohne Neuanlagenquote" nähere sich jedoch dem Preis für Normalstrom an und verursache nur Mehrkosten von 0,0 bis 0,3 Cent pro Kilowattstunde. Bei "Ökostrom mit Neuanlagenquote" seien Mehrkosten von 0,5 bis 1,0 Cent zu erwarten.

"Die Ausschreibung betrifft nur die Lieferung von Strom", betonte Lehr und erklärte: "Die jeweils gültigen Netznutzungsentgelte und weitere Umlagen und Abgaben werden dem Strompreis zugeschlagen und detailliert in Rechnung gestellt." Da in der Bündelausschreibung der bisherige Vertrag für "Normalstrom" abgeschlossen wurde, rief Marcus Gradl dazu auf, mit gutem Beispiel voranzugehen und "Ökostrom ohne Neuanlagenquote" zu beantragen.

Karl Lorenz gab zu bedenken, dass wegen der Größenordnung des Eschenbacher Strombedarfs europaweit ausgeschrieben werden müsse und daher eine Vereinbarung mit den Neuen Energien West NEW ausscheide. Bis auf Korbinian Dunzer stimmte das Gremium dem Vorschlag der Verwaltung zu, den Vertrag mit Kubus für "100 Prozent Ökostrom ohne Neuanlagenquote" zu verlängern.

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