01.03.2018 - 20:00 Uhr

SCE-Geschäftsführer erzürnt über Abgabenhöhe - Heizung: Gas statt Öl - 1000-Mitglieder-Marke ... Fünfstellige Summe für Verbände

"Damit wir da sein dürfen, müssen wir Verbandsabgaben leisten", ärgerte sich Werner Gradl, der geschäftsführende SCE-Vorsitzende, in der Jahreshauptversammlung des Sportclubs. Die Abgaben für Fußball, Karate, Judo, Leichtathletik, Tischtennis und Kegeln für 2017 in Höhe von 10 268 Euro nannte er eine "Unverschämtheit".

von Walther HermannProfil

In seinem Bericht informierte Gradl über Maßnahmen, die dem Unterhalt und der Bewirtschaftung der Sportanlagen dienen. Für seine Arbeitseinsätze auf den Spielfeldern dankte er dem engagierten Trio Roland Püschl, Martin Neukam und Hans Mikolei, den "Alten Herren" und dem Hausmeisterservice Hubmann.

"Da wir uns einen eigenen Mäher angeschafft haben, haben wir den Vertrag mit Hubmann zum 31. Dezember 2017 auslaufen lassen und die Platzpflege einem externen Unternehmen übergeben, das sich um das Düngen und das Vertikutieren der Plätze kümmert", berichtete der geschäftsführende Vorsitzende. Er bezifferte allein die bisherigen jährlichen Düngekosten auf rund 900 Euro und versicherte, dass die neue Regelung "in der Summe billiger ist".

Den "Riesenkostenfaktor" Ölverbrauch will der Verein begrenzen: Gradl kündigte die Umstellung auf Gas an. Auch der Stromverbrauch habe sich erhöht. "Durch einen abermaligen Wechsel der Stromanbieter mit relativ günstigen Preisen haben sich die Kosten in Grenzen gehalten", teilte er mit und sprach von einer Mehrbelastung wegen "Sportheimbewirtschaftung und Ähnlichem".

Nach Ausführungen zu Wasser, Abwasser, Grundsteuer und Versicherungen wandte sich der Geschäftsführer den Erträgen der Photovoltaikanlage zu, die fast ausschließlich zur Zahlung von Zins und Tilgung herangezogen wurden. Unter Berücksichtigung einer jährlichen Rückzahlung von rund 5000 Euro sagte er eine Darlehenstilgung in etwa vier Jahren voraus. Gradl dankte für die Bandenwerbung und lud Werbepartner ein, noch vorhandene Lücken zu schließen.

Die Marke von 1000 Mitgliedern wieder erreichen: Das ist das Ziel des Sportclubs. Im vergangenen Jahr stieg der Mitgliederstand von 920 auf 929 an. Für die generelle Stagnation sah der geschäftsführende Vorsitzende einen Hauptgrund: "Kinder und Jugendliche treten zwar dem SCE bei, aber nach der Beendigung ihrer sportlichen Karriere sofort wieder aus. Langjährige Mitglieder werden immer weniger, auch sinkt die Zahl der passiven Mitglieder." Kassier Uli Hesl informierte über den Rückgang der Schulden von 289 600 Euro im Jahr 2011 auf nunmehr 190 000 Euro und über erhebliche Ausgaben für den Sportbetrieb. Unter Hinweis auf einen negativen Jahresabschluss machte er klar: "Wir sind auf weitere Veranstaltungen angewiesen."

95 Jahre SCE-Geschichte nahm Bürgermeister Peter Lehr zum Anlass, insbesondere die Aufbaustationen der vergangenen fünf Jahrzehnte Revue passieren zu lassen. "Die Stadt Eschenbach steht auch in Zukunft an der Seite ihres größten Vereins", versicherte er dem neuen Vorstand.

"Sich wohl fühlen in der Gemeinschaft", "Sport verbindet", "hoher Stellenwert von Bewegung und Sport", "leistungsstarke Botschafter unserer Region": Dies warf Dieter Kies "pro SCE" in die Waagschale. Der Stadtverbandsvorsitzende bescheinigte dem Verein wichtige Sozial- und Jugendarbeit und überreichte ein "Sportlerkuvert". Vor ihm hatte bereits dritter Bürgermeister Klaus Lehl Spenden an die Abteilungen verteilt.

Umschuldung

Einstimmig sprachen sich die Mitglieder für eine Umschuldung des BLSV-Darlehens aus, das mit dem Anbau von Mehrzweckraum und Kegelbahn aufgenommen wurde. Vorsitzender Matthias Haberberger begründete den Vorschlag dazu mit dem von Kassier Uli Hesl ermittelten Finanzierungsmodell, das eine Einsparung von Schuldzinsen in Höhe von 4000 bis 5000 Euro mit sich bringt. Hintergrund sind die Niedrigzinsphase und der Festzins des BLSV-Darlehens. (rn)

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