11.04.2017 - 17:26 Uhr
Sport

Spitzentrainer Franco Sanguinetti kommt für einen Karate-Lehrgang nach Eschenbach Waffenkampf mit Top-Trainer

Es wird eine Premiere. Zum ersten Mal gibt der ranghöchste Karate-Trainer der Stilrichtung Matayoshi einen Lehrgang in Deutschland. SCE-Trainer Christian Brüchner ist stolz, dass der Peruaner dazu an den Rußweiher kommt. Das lockt auch internationale Gäste.

Christian Brüchner (vorne Mitte) leitet das Kobudo-Training beim SC Eschenbach. Der Langstock, genannt Bo, ist eine der drei Grundwaffen, die zum Einsatz kommen. Es werden verschiedene Grundangriffe geübt. Bild: msh
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Franco Sanguinetti hat sich für den Lehrgang der Karate-Abteilung des SC vom 21. bis 23. April angekündigt. Er stammt aus Peru, hat in Japan gelebt und dort vom Begründer der Stilrichtung Matayoshi gelernt. Mit dem Auftrag, diesen Stil in der westlichen Welt zu verbreiten, zog es ihn in die USA. Nun kommt er nach Eschenbach. Mit dem siebten schwarzen Gürtel ist er der ranghöchste Karateka seiner Stilrichtung außerhalb Japans.

Es verspricht ein besonderes Wochenende zu werden, denn Kobudo, der Waffenkampf, ist eine Sonderform der Sportart. Karate bedeutet übersetzt "leere Hand", nur Hände und Füße werden eingesetzt. Da sich der Kampfsport im ländlichen Japan entwickelt hat, nutzten die Bauern auch ihre Werkzeuge, um sich zu verteidigen. Daraus hat sich das Kobudo, wörtlich übersetzt die alte Kriegskunst, entwickelt.

"Es gibt verschiedene Grundwaffen", erklärt Christian Brüchner, Trainer beim SC Eschenbach. Der Bo, ein etwa 180 Zentimeter langer Stock, der Sai, eine dreizackige Metallgabel und der hölzerne Tonfa, der mit einem Schlagstock der Polizei vergleichbar ist. Aus Filmen bekannt ist das Nunchaku, zwei durch ein Kette verbundene Holzstäbe. Allerdings ist diese Waffe in Deutschland verboten und wird daher auch beim Lehrgang nicht zum Einsatz kommen.

Brüchner erläutert, dass der Waffenkampf allgemein die Technik verbessere. Beim SCE werde diese Sonderform des Karate angeboten und trainiert. Allerdings sei das für Mitglieder keine Pflicht. Ob sich jemand für den Waffenkampf eignet, entscheidet Polizist Brüchner nach geistiger Befähigung und Reife der Person. "Es ist keinesfalls so, dass ein Anfänger bei uns sofort eine Waffe in die Hand bekommt."

Die Bekanntheit von Gast-Trainer Sanguinetti wird internationale Gäste nach Eschenbach locken. Brüchner erwartet rund 35 Teilnehmer, was für einen Waffenkampf-Lehrgang beachtlich ist. Er selbst holt Sanguinetti nach Eschenbach. Vor einigen Jahren besuchte er einen seiner Lehrgänge in England und hielt seitdem den Kontakt. Nun ist es gelungen, einen passenden Termin zu finden. Bereits für Mittwoch, 19. April, hat sich Sanguinettis Gruppe aus den USA angekündigt. Auch Karateka aus Österreich und England haben sich angemeldet.

Da der Lehrgang erst am Freitag, 21. April, beginnt, ist zuvor ein Rahmenprogramm geplant. Das KZ Flossenbürg, die Burg Falkenberg und die Besteigung des Rauhen Kulms stehen auf dem Zettel. Der Freitag soll mit einem Weißwurstfrühstück eingeleitet werden, bevor es am Abend zum ersten Mal in die Halle geht. Am Samstag steht die offizielle Begrüßung aller Teilnehmer auf dem Plan. Danach gibt es über den Tag verteilt mehrere Trainingseinheiten. Sonntags wird noch einmal trainiert, bevor sich die ersten Gäste wieder auf den Heimweg machen werden.

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