26.05.2017 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

Alles über Bienen: Wxkursion der Wirtschaftsschüler zum Lehrbienenstand des Eschenbacher ... Arbeiten ab Tag eins

Königinnen, Jungbrutpflege, Drohnen, Waben, Gelee Royale, Propolis, Bienenwachs und Varroa-Milbe: Mit diesen Begriffen können die Wirtschaftsschüler der Unterstufe nicht viel anfangen - bis zu einer Exkursion zum Lehrbienenstand des Eschenbacher Imkervereins.

Neues über Bienen, Königinnen und Honig erfuhren die Wirtschaftschüler und ihr Lehrer Ralf Wittmann (links) im Lehrbienenstand von Anton Schönberger (rechts), dem Vorsitzenden des Imkervereins, und Heinz Jantschik (mit Imkerhut), dem "Hüter" der vereinseigenen Bienenvölker. Bild: gpa
von Georg PaulusProfil

Der Besuch war Teil des Unterrichts im Fachgebiet "Mensch und Umwelt". Anton Schönberger, Vorsitzender des Imkervereins, und Heinz Jantschik, Verantwortlicher für die Bienenvölker des Vereins, waren sachkundige Referenten für die von Oberstudienrat Ralf Wittmann begleiteten 13- und 14-Jährigen.

Anhand von Schautafeln auf dem Weg zum Lehrbienenstand erläuterte Schönberger den Schülern das Leben einer Honigbiene. "Ab dem ersten Tag heißt es arbeiten: Zellen säubern, Jungbrut pflegen, Nektar und Pollen sammeln - und nach sechs Wochen sterben." Erstaunt waren die Jugendlichen, dass eine Bienenkönigin am Tag 2000 Eier legt und bis zu sechs Jahre alt werden kann und dass ein Bienenvolk aus 40 000 bis 60 000 dieser kleinen Tiere besteht.

Zwei große Probleme

Als den derzeit größten Bienenfeind stufte der Vorsitzende die Varroa-Milbe ein. Vermutlich über importierte Bienen nach Europa eingeschleppt, richtet sie verheerende Schäden an. Viele Züchter haben durch sie alle Bienenvölker verloren und stehen vor dem Aus jahrzehntelanger Arbeit.

Die Landwirtschaft ist nach Ansicht Schönbergers verantwortlich für ein weiteres Problem der Imker: Immer mehr Maisfelder erschweren Bienen die Nahrungssuche. Sehr schade sei auch, dass Wiesen wegen der Biogasanlagen viel öfter gemäht werden und es daher weniger Blüten gebe, sagte er. Außerdem gebe es weniger "Blühwiesen" entlang der Felder.

Aus der Praxis

Ohne die Bestäubungstätigkeit der Bienen wäre die Artenvielfalt in der Natur und der Landwirtschaft gefährdet, ohne Bienen würden 40 Prozent der Lebensmittel nicht existieren, machte der Imkervorsitzende deutlich. Von Albert Einstein soll der Satz sein: "Erst stirbt die Biene, vier Jahre danach der Mensch." Über Honig, Pollen, Propolis, Gelee Royale, Wachs und Bienengift gab es von Heinz Jantschik viel aus der Praxis zu hören. Gelee Royale ist Futtersaft zur Versorgung der Königin, die deshalb länger lebt als Arbeitsbienen. Rähmchen sind Holzleisten, in die die Bienen das Wachs einbauen. In die sechseckigen Wachszellen wiederum lagern die Bienen den Honig ein - ein "wahres Wunder der Natur", erklärte Heinz Jantschik. Der Honig wird der Wabe nach dem "Entdeckeln" beim "Schleudern" entnommen.

Dass auch erfahrene Imker einen Bienenstich "geschenkt" bekommen können, bewies Jantschiks Unterlippe. "Das passiert aber nur bei hastigen Bewegungen, weil sich dann die Biene bedroht fühlt", merkte er an und bat die Wirtschaftsschüler, dies in der Nähe von Bienen zu beherzigen.

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