"Altes Gefängnis" soll Eschenbacher Inspektion zugeschlagen werden
Mehr Platz für Polizei

Im Schein der Adventskerzen entwickelte sich im Besprechungsraum der Polizeiinspektion Eschenbach ein reger Gedankenaustausch zwischen den Gesetzeshütern und der Delegation von CSU-Politikern aus der Region. Bilder: do (2)
 
Lange Zeit diente es als Heimstatt für "Knastbrüder", in den 1990er Jahren wurde es vorübergehend zum Asylbewerberheim: Das ehemalige Eschenbacher Gefängnis hat eine lange Geschichte. Noch im Besitz des Bundes erfährt der denkmalgeschützte Bau derzeit eine Außenrestaurierung. Danach wartet mit der Übernahme durch den Freistaat eine neue Verwendung: Das Gebäude soll Teil der Polizeiinspektion werden.

Im Schein der vier Adventskerzen war im Besprechungsraum der Polizeiinspektion Harmonie angesagt. "Wir haben die Lage in Griff", erklärte stellvertretender Inspektionsleiter Werner Stopfer beim traditionellen Weihnachtsbesuch einer CSU-Delegation: "Auch wenn die Fallzahlen in den vergangenen beiden Jahren ansteigende Ten- denz aufwiesen."

Ganz neu waren für die CSU-Mannschaft um Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht, Landtagsabgeordneten Tobias Reiß, Bezirksrat Toni Dutz, stellvertretenden Landrat Albert Nickl sowie die Vertreter der Kreistagsfraktion und des Eschenbacher Ortsverbandes Informationen zur Außensanierung des "alten Gefängnisses" in unmittelbarer Nachbarschaft zum Polizeigebäude. Nach deren Abschluss werde das denkmalgeschützte Gebäude vom Bund in die Verantwortung des Landes übergeben, teilte Werner Stopfer mit. Dann sei der Weg frei für eine Innenrestaurierung und die Nutzung durch die Polizeiinspektion Eschenbach. Als notwendig bezeichnete er nach der gelungenen Außensanierung mittelfristig auch eine Innensanierung des aktuellen Polizeigebäudes.

Kontrollierte Abfuhr

Stopfer verband das Weihnachtsgespräch mit den CSU-Vertretern mit einem Abriss der Kriminalitätsbelastung und der Sicherheitslage im Bereich der Polizeiinspektion. Für den Hauptkommissar und die Besucher das Wichtigste: Die Sicherheit der Bevölkerung ist gewährleistet. "Wir setzen alles daran, mit unseren Möglichkeiten die Täter zu ermitteln", versicherte der Gesetzeshüter.

Werner Stopfer gab zu, dass derzeit Einbrüche und Diebstähle die Bevölkerung besonders beunruhigen. Zu denken gibt diese Entwicklung auch Polizeihauptkommissar Marcus Gradl. Der Dienstgruppenleiter hat Zusammenhänge zwischen Wohnungseinbrüchen und der Sperrmüllabfuhr beobachtet und plädierte deshalb für kontrollierte Sperrmüllabfuhren, wie sie bereits in anderen Landkreisen praktiziert werden.

In Anwesenheit der Beamten Marcus Gradl, Rudi Hassmann, Alexander Bauer und Michael Mayer informierte der amtierende Dienststellenleiter zudem über die polizeiliche Alltagsarbeit und über Ermittlungserfolge, beleuchtete das Verkehrsunfall-Geschehen, erwähnte einige spektakuläre Polizeieinsätze und freute sich über einen Rückgang der Unfallzahlen.

Das Dauerthema einer ausreichenden personellen Besetzung der Inspektion bewertete Werner Stopfer eher diplomatisch: "Die jüngsten Beschlüsse zur Personalaufstockung sind ein Schritt in die richtige Richtung. Mal schauen, was für Eschenbach bleibt." Als hoffnungsvoll bezeichnete er die Verjüngung des Altersdurchschnitts in der Inspektion auf zirka 40 Jahre, wenngleich die Personalfluktuation noch relativ stark sei. "Jedenfalls haben wir derzeit eine gute Alters-Mischung", lobte der stellvertretende Polizeichef.

Sicherheitslage entspannt

"Keine besonderen Vorkommnisse", meldete er mit Blick auf die Flüchtlingsunterbringung. Dies sei möglicherweise der dezentralen Unterbringung geschuldet. Auf Nachfrage von Gerald Morgenstern berichtete Stopfer hinsichtlich der US-Präsenz von einer entspannten Sicherheitslage.

In der Diskussion unterstrich Bürgermeister Albert Nickl die gute Zusammenarbeit der Polizei mit den Gemeinden. "Die Inspektion ist als Bürgerpolizei immer da", lobte er. Tobias Reiß wies auf die Bereitschaft von Staatsregierung und Landtag hin, für eine gute Sicherheitslage den Planstellenschlüssel der Polizei deutlich anzuheben, sowie auf eine massive Aufstockung des Personals. "Das Thema Sicherheit gehört zu den Schwerpunkten der CSU-Landespolitik", versicherte er.
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